kosmologs Astronomers do it at Night

Einstein-Widerleger und Co

von Carolin Liefke, 09. Mai 2009, 19:19

Die deutschsprachige physikbezogene Bloggerwelt konzentriert sich seit vorgestern fast nur auf eins: Österreich kündigt seine Mitgliedschaft beim CERN auf, auch Jan Hattenbach hat das Thema in den Himmelslichtern angesprochen. Am lebendigsten wird die Diskussion in Florian Freistetters Astrodictum Simplex geführt, eine ganze Schar von Kommentatoren hat dort Ablehnung und Unverständnis für die Entscheidung des österreichischen Wissenschaftsministers geäußert. Und dann ist da auch noch "Fred". Fred ist der Meinung, daß am CERN eh nur unnütz Geld verschwendet würde, die Wissenschaftler dort seien allesamt auf dem Holzweg, und eigentlich seien Raum und Zeit und natürlich auch der Urknall nichts weiter als eine Illusion.

Jeder der in Astronomie und Physik irgendeiner Form mit Öffentlichkeitsarbeit zu tun hat, der kennt solche Leute. Zum Beispiel "den Philosophen". Der Philosoph sitzt bei jedem unserer Abendvorträge in der ersten Reihe und hört aufmerksam zu. Dem Vortragenden drückt er im Anschluß an die Veranstaltung ein etwa 20 Seiten starkes Manuskript in die Hand: "Meine eigenen Gedanken zur Entstehung des Universums. Es wäre schön, wenn sie sich das einmal anschauen könnten." Trifft er sein Opfer bei einer anderen Veranstaltung wieder, dann möchte er wissen, ob er seinen Gegenüber denn auch von seiner Theorie überzeugen konnte oder ob es noch weiteren Infomaterials bedarf. Er gebe ja zu, er sei kein Fachmann und habe nie Physik studiert, aber das bräuchte man ja auch eigentlich nicht, um solche einfachen Dinge wie den Ursprung des Universums zu verstehen.

Nun ist der Philosoph ein älterer Herr, der sein Manuskript noch mit der Schreibmaschine abgetippt hat. Artverwandte Denker jüngerer Generationen nutzen mit Vorliebe die Möglichkeiten des Internets. Webseiten zu Themen wie "Einstein widerlegt!", unter denen Hobby-Physiker ihre Ideen und Theorien präsentieren, finden sich in den unendlichen Weiten des WWW zuhauf. Einstein und seine Relativitätstheorie sind in dieser Hinsicht besonders beliebt, dichtauf gefolgt von kosmologischen Themen wie dem Urknall oder der Dunklen Materie.

Der Fortschritt in den Naturwissenschaften lebt von neuen Denkansätzen. Aaaaber, solche Überlegungen müssen auch Hand und Fuß haben, also eine solide Basis aus mathematisch-physikalischen Grundlagen. Und hier fangen die Probleme dann an, denn während einem Einfälle ja sprichwörtlich im Schlaf kommen können, ist es für den Laien-Wissenschaftler oft nicht mehr so einfach, die Physik, die hinter ihrem Konzept steht, nachzuvollziehen. Aktuelle wissenschaftliche Forschung kann hoch komplex sein und erfordert oft Vorkenntnisse und Erfahrungen, die nur das dazugehörige Studium plus tägliche Arbeit in der Forschung liefert. So schleichen sich dann leicht Irrtümer und Mißverständnisse ein, die einem Profi schnell auffallen.

Soweit so gut. Leider ist die Spezies Amateur-Physiker zwar immer gut dabei wenn es darum geht zu versuchen andere von seinen Vorstellungen zu überzeugen, aber nur selten ist er an echten Diskussionen und Kritik interessiert. Was also tun, wenn jemand, der seine Ideen beispielsweise in einem Internetforum vorstellt, sich von den aufgedeckten Widersprüchen partout nicht überzeugen läßt und auf der Richtigkeit seiner Theorie beharrt? Der argumentierende Profi darf sich dann nämlich auch noch schnell vorwerfen lassen, daß seine Denkweise zu sehr in festen Bahnen läuft, zu sehr geprägt ist von dem Respekt vor großen Namen und dem was man im Studium "als Tatsache" gelernt hat. Natürlich hat der studierte Astronom, Physiker, Chemiker etc. bei allgemein akzeptierten Theorien und Gesetzmäßigkeiten festeren Boden unter den Füßen als auf dem unbekannten Terrain neuer Ansätze. Ihm aber deshalb Ignoranz und Beschränktheit vorzuwerfen, zeigt, daß man ganz grundsätzlich die Arbeitsweise in der Naturwissenschaft nicht verstanden hat. Physiker nutzen Theorien und Gesetzmäßigkeiten (basierend auf der hohen Kunst der Mathematik...), um vorhandene Beobachtungen zu erklären und die Ergebnisse zukünftiger Experimente vorherzusagen. Schlägt das fehl, so bedeutet dies, daß der entsprechende Ansatz widerlegt wurde und verworfen werden muß oder zumindest eine "Nachbesserung" erforderlich ist. Andersrum gibt es aber keine Möglichkeit, eine Theorie endgültig zu beweisen. Hinzu kommt, der Gültigkeitsbereich praktisch jeder Theorie ist begrenzt - für den Laien ist eine der größten Stolperfallen bei wissenschaftlichen Theorien, die Grenzen ihrer Anwendbarkeit zu überblicken.

Und die ultimative Lösung im Umgang mit solchen Querdenkern? Es gibt keine. Leider. Im Diskussionsforum von astronews.com beispielsweise  werden "Diskussionen über so genannte alternative Theorien oder über Kritik an allgemein anerkannten physikalischen Konzepten" resolut in das speziell dafür eingerichtete Unterforum "Gegen den Mainstream" verbannt und damit mehr oder weniger schon im Vorwege in ein Kuriositätenkabinett einsortiert. Verstöße gegen dieses Prinzip werden mit Verwarnungen geahndet. Ob das angebracht ist, sei mal dahingestellt. Zwar werden solche Diskussionen so in vernünftige Bahnen gelenkt, aber zumindest im Umgang mit Unbeteiligten, die beispielsweise im Internet über solche Themen gestolpert sind und einfach nur wissen wollen ob da wirklich was dran sein könnte, steht man dann schonmal gleich in aggressiver Abwehrhaltung da, kein guter Anfang wenn es darum geht jemanden vom Gegenteil zu überzeugen. Bei wirklich interessierten Leuten funktioniert das ja auch meistens - solange die Fachleute es ihnen freundlich, auf verständlichem Niveau und ohne in hochtrabende Fachsprache zu verfallen erklären können.

Der Hobby-Wissenschaftler dagegen... Auch die Nerven der geduldigsten Wissenschaftler sind irgendwann einmal überstrapaziert, wenn Argumente ignoriert werden, auf Fragen mit Gegenfragen geantwortet und Unwissenheit mit einem Wirrwarr von Fachausdrücken kaschiert wird. Schließlich und endlich muß sich unser Querdenker dann ein simples "Schuster, bleib bei deinen Leisten" gefallen lassen. Schnell hinterläßt seine Einstellung, daß ausgerechnet er selber dazu auserkoren ist, die gesicherten Erkenntnisse etablierter Fachleute vom Thron zu stürzen, einfach nur den faden Nachgeschmack einer Neigung zur Selbstdarstellung. Nicht selten steigert sich das dann auch zu handfesten finanziellen Interessen: Angefangen bei Werbebannern auf Webseiten mit entsprechend reißerischen Schlagzeilen bis hin zu Aufforderungen a la "Kauft mein Buch, da steht das alles ganz genau drin!"

Durch polarisierende Statements reißt jemand wie Fred natürlich sofort jede Diskussion an sich. Versuche mit ihm zu auf sachlicher Ebene zu debattieren schlagen naturgemäß fehl, aber er hat Aufmerksamkeit, hat ein Publikum gewonnen, das ist es was er will. Da hilft dann oft nur ignorieren. Leider geben Leute wie Fred selten wirklich auf. Sie ziehen weiter zum nächsten Opfer, zum nächsten Internetforum oder Blog, und verbreiten ihre abstrusen Ideen unter einem neuen Publikum...

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Kommentare

  1. Dr. Stephan Kaula crancs
    19.06.2009 | 01:32

    Sehr geehrte Frau Lopez,

    Nun ich denke die Kritiker haben diese Längenverkürzung nicht richtig verstanden, denn diese ist ja nur eine "virtuelle" durch die relativistische Geschwindigkeit und keine reale, wie sie durch eine Bewegung gegen einen Widerstand wie dem postulierten Äther entstehen würde. Hier haben die Kritiker ihre Aufgabe nicht erledigt, den Zusammenhang völlig zu verstehen.

    Das bedeutet aber nicht, dass man einen Menschen deswegen verletzen darf. Die Seele eine Menschen ist ein höheres Gut als ein logisches Argument.

    Was ich mich allerdings als Physik-Laie frage ist, Wenn ich die Geschwindigkeiten und Orte aller Massen im Universums mittele, bekomme ich dann nicht doch so etwas wie ein Bezugssystem, das einen Sonderstatus einnimmt?

    Mit freundlichem Gruß Kaula

  2. Jocelyne Lopez Sie ist nicht einmal falsch...
    19.06.2009 | 07:40

    Sehr geehrter Herr Dr. Kaula,

    Sie schreiben:

    „Nun ich denke die Kritiker haben diese Längenverkürzung nicht richtig verstanden, denn diese ist ja nur eine "virtuelle" durch die relativistische Geschwindigkeit und keine reale, wie sie durch eine Bewegung gegen einen Widerstand wie dem postulierten Äther entstehen würde. Hier haben die Kritiker ihre Aufgabe nicht erledigt, den Zusammenhang völlig zu verstehen.“

    Die Kritiker haben doch die „virtuelle“ Natur der relativistischen Längenkontraktion von bewegten Objekten richtig verstanden und habe sogar ihre Aufgabe erledigt, indem sie hier zu Ende gedacht haben. Das habe ich zum Beispiel im Eintrag „Die Abmessungen einer Fata Morgana“ in meinem Blog dargelegt: http://www.jocelyne-lopez.de/...iner-fata-morgana/

    1) Die Längenkontraktion von bewegten Objekten ist nicht materiell, d.h. die bewegten Objekte behalten bei Bewegung ihre Ruhelänge bei.

    2) Bei Wechselwirkungen mit Materie (also bei Experimenten und empirischen Anwendungen) ist also einzig und alleine die Ruhelänge der Objekte maßgebend. Ein physikalisches Ereignis wird folglich in der Natur nicht zu dem Zeitpunkt und am Ort geschehen, die unter Berücksichtigung der Längenkontraktion vorausgesagt werden, weil diese Längenkontraktion immateriell ist und in der Natur nicht stattfindet, sondern zu dem Zeitpunkt und am Ort geschehen, die von der klassischen Physik unter Berücksichtigung der Ruhelänge der Objekte vorausgesagt werden. Die klassische Physik bewährt sich auch jeden Tag glänzend.

    3) Es kann also kein Experiment geben, das eine immaterielle Längenkontraktion nachprüfen kann. Das ist also ein Verstoß gegen die Forderung der Falsifizierbarkeit im Sinne Poppers für eine wissenschaftliche Theorie.
    In der Physik führt die Forderung der Falsifizierbarkeit dazu, dass es für eine Theorie ein Experiment geben muss, das die Theorie bestätigen (oder widerlegen) kann.

    Meine Überlegung ist: Da die Längenkontraktion lediglich ein Scheineffekt ist, der weder eine materielle Ursache noch eine materielle Wirkung in der Natur hat, kann sie prinzipiell nicht experimentell verifiziert werden, sprich weder experimentell bestätigt noch experimentell widerlegt werden.
    Wenn ich zum Beispiel halbverdurstet in der Wüste einen Brunnen sehe, würde kein Mensch in der Lage sein diese Erscheinung zu widerlegen oder zu bestätigen: Sie hat in der physikalischen Natur keine materielle Ursache und keine materielle Wirkung, sie ist rein abstrakt, sie existiert in der physikalischen Welt nicht, sie existiert nur biologisch in meinem Gehirn. Sie kann von den Physikern weder gemessen, noch erklärt werden, sie gehört nicht zum Bereich der Physik. Man kann mir auch nur glauben oder nicht glauben, dass ich einen Brunnen sehe: Meine Aussage ist eine Glaubenfrage. Und so ist es auch für die Längenkontraktion, man kann sie in der Physik weder bestätigen noch widerlegen.

    So haben zum Beispiel auch die beiden promovierten Physiker Georg Galeczki und Peter Marquardt in ihrem gemeinsamen Buch „Requiem für die Spezielle Relativität“ zu recht geschrieben: „Sie ist nicht einmal falsch“ und „Transformationen als Gaukler: Der Zirkus der Mathematik hält einige Taschenspielertricks bereit, die sich nicht leicht durchschauen lassen und oft für bare Physik genommen werden. Theimer (1977) zitiert Melchior Palágyi: „Mathematik schützt vor Torheit nicht“. Und was dabei herauskommt, ist Mathematismus, zur Formel erstarrte Pseudo-Physik.“

    Unabhängig davon stimme ich Ihre Aussage voll und ganz: „Das bedeutet aber nicht, dass man einen Menschen deswegen verletzen darf. Die Seele eine Menschen ist ein höheres Gut als ein logisches Argument.“

    Viele Grüße
    Jocelyne Lopez

  3. Carolin Liefke Bezugssysteme
    19.06.2009 | 09:52

    Hallo Herr Kaula,

    die Suche nach einem möglichst allgemein verwendbaren Bezugssystem ist keine einfache und hat sich immer wieder dem Weltbild des Menschen angepaßt, angefangen von der Erde im Zentrum der Weltensphären bis hin zum beschleunigt expandierenden Kosmos. Ihr Ansatz ist dabei gar nicht so verkehrt, zu versuchen sozusagen den Gesamtinhalt des Universums als Bezugspunkt zu nehmen. Die Sache hat allerdings einen klitzekleinen Haken: Wir sehen ja nur einen Teil des Universums, aber, ganz sprichwörtlich, hinterm Horizont gehts weiter. Alleine schon dadurch, daß wir noch nicht exakt wissen, wie die Geometrie des Universums aussieht, können wir aus dem Bereich, der uns zugänglich ist, nicht auf den Rest extrapolieren.

    Trotzdem versuchen sich die Kosmologen an einer ähnlichen Lösung. Ihr Bezugspunkt ist die 3K-Hintergrundstrahlung.

    Vielleicht sind Mathematiker, Physiker, Kosmologen und nicht zuletzt Erkenntnistheoretiker irgendwann einmal in der Lage, unsere vierdimensionale Raumzeit, Relativitätstheorie und Quantenmechanik in ein größeres Ganzes einzubetten, da uns "den Blick von oben" ermöglicht.

    Viele Grüße,
    Carolin

  4. Ralf L. K. Unser Universum ist doch groß genug
    19.06.2009 | 10:25

    ... für alle.

    Die RT selbst bietet den Ereignishorizont und jenseits davon können locker Uräther-Teilchen schwirren und kopulieren ohne dass wir es je registrieren können.
    Die Anti-Einstein Cranks können sich also unendliche Weiten aneignen die von der Physik frei gehalten wurde als Anti-Biotop des Universums.

  5. Carolin Liefke Das Empfinden des Kosmos
    19.06.2009 | 10:33

    Betrachten wir es mal so: Der Biologe kann den Menschen als einen Kreislauf komplexer Prozesse beschreiben, bis hinunter in die molekulare Ebene. Hier kommen ihm dann irgendwann Chemiker und Physiker zur Hilfe. Aber ist es das, was den Menschen ausmacht? Nein. Wie beschreibt man die Seele des Menschen, Gefühle, Empfindungen? Ich behaupte, das ist etwas das Naturwissenschaft niemals leisten können wird.

    Ähnlich geht es meiner Meinung nach den Physikern und Kosmologen. Sie haben ihr Handwerkszeug, Mathematik und physikalische Gesetzmäßigkeiten, um die Welt zu beschreiben. Aber wie der Mensch selber seine Umwelt und den Kosmos empfindet, das wiederum entzieht sich diesem Formalismus. Naturwissenschaft versucht eine objektive Beschreibung zu finden, die man als Realität bezeichnen würde.

    Die Frage, wie real Realität ist, ist eine sehr philosophische. Oder entsprechend Terry Pratchett: Götter existieren nur dann, wenn jemand an sie glaubt.

  6. Carolin Liefke @Jocelyne
    19.06.2009 | 11:08

    Diskutieren ist Kommunikation. Und genau das sollten Internetforen und Blogs eigentlich leisten. Man kann diese Medien aber auch mißbrauchen, indem man nämlich in Wirklichkeit garnicht diskutiert.

    Dein "Diskussions"stil hat leider nicht zu verleugnende Ähnlichkeit mit unerwünschter Werbung. Wer sind die Adressaten deiner "Fragen" und Statements? Du wählst den Weg über den Versuch, öffentlich Aufmerksamkeit zu erregen, und zwar bei Publikum, das zwar grundsätzlich interessiert ist aber oft gar nicht tief genug in der Materie steckt um deine Aussagen nachzuvollziehen. Du versuchst Seriösität auszustrahlen, indem du mit Fachbegriffen um dich wirfst. Von Diskussionteilnehmern auf Widersprüche, Fehlinterpretationen und mangelndes Verständnis der Grundlagen hingewiesen, reagierst du mit sturem Widerholen des bereits Gesagten (besonders beliebt bei dir ist ja einfaches Copy-and-Paste), natürlich ohne auf die Argumente der anderen einzugehen.

    Diskussion ist etwas anderes.

    Du schreibst, daß du ernst genommen werden willst. Dann nimm doch bitte deinen Gegenüber genauso ernst. Auch Wissenschaftler fühlen sich beleidigt, wenn man ihre Aussagen verfälscht oder in den falschen Zusammenhang stellt und konsequent ihre Argumente ignoriert.

  7. Jocelyne Lopez Das hat mit Wissenschaft nichts zu tun
    19.06.2009 | 11:22

    @ Carolin Liefke

    Sie schreiben:

    Ähnlich geht es meiner Meinung nach den Physikern und Kosmologen. Sie haben ihr Handwerkszeug, Mathematik und physikalische Gesetzmäßigkeiten, um die Welt zu beschreiben. Aber wie der Mensch selber seine Umwelt und den Kosmos empfindet, das wiederum entzieht sich diesem Formalismus. Naturwissenschaft versucht eine objektive Beschreibung zu finden, die man als Realität bezeichnen würde.

    Wie real die Realität ist, stekkt in der Tat eine philosophische Frage dar, die wir nie beantworten werden können, weil wir nur ein winzige Teil der Realität sind und die Realität nur aus unserer Sicht als Mensch beschreiben können.

    Was die Physik aber beansprucht und beanspruchen kann, ist, physikalische Ereignisse, die wir als Mensch in der Natur beobachten zu beschreiben und zu erklären. Das ist schon mal was.

    Und hier versagt die Spezielle Relativitätstheorie, wie man am Beispiel der „virtuellen“ Längenkontraktion von bewegten Objekten erkennen kann. Physikalische Ereignisse können nicht rationell unter Berücksichtigung der virtuellen Längenkontraktion von bewegten Objekten erklärt werden, man entgleist dann hoffnungslos in Esoterik und Irrationalität:

    Ein Objekt verändert ja seine materielle Länge bei Bewegung nicht, egal welche Länge unendlich viel mögliche Beobachter für dieses Objekt zu messen glauben und berechnen. Das leuchtet jedem ein.

    Wäre es so, dass die materielle Länge eines bewegten Objekts sich aus der Sicht von unendlich viele Beobachtern verändern würde, stoßt man auf unlösbare Widersprüche und Paradoxien:

    - Welche wäre die Kausalität dieser Verkürzung? Welche physikalische Kraft würde diese Verkürzung verursachen? Ich kann ja durch die bloße Beobachtung eines Objekts nicht bewirken, dass dieses Objekt sich verändert, ich besitze keine übernatürlichen Fähigkeiten, die Relativisten auch nicht. Das ist reine Esoterik.

    - Welche materielle Länge sollte das bewegte Objekt annehmen, wenn es gleichzeitig von unendlich viele Beobachtern beobachtet (gemessen) wird?

    - Zum Beispiel bei einem Zusammenstoß von zwei bewegten Objekten: am welchen Ort und zu welchem Zeitpunkt soll dieses Ereignis in der Natur stattfinden? Wenn man annimmt, dass die materielle Länge sich je nach Beobachter des Ereignisses ändert, hat es zur Folge, dass ein und dasselbe Ereignis sich mehrmals an verschiedene Orte und zu verschiedenen Zeitpunkten ereignet. Das ist reine Esoterik. Ein Ereignis findet in der Natur einmalig statt, zu einem einmaligen Zeitpunkt, an einem einmaligen Ort, unter Berücksichtung einer einmaligen materiellen Länge des Objektes.

    Das sind alle Einwände und Argumente, die seit der Aufstellung der Theorie bis heute noch von den Kritikern vorgebracht werden (und zwar von fachlich hoch qualifizierten Wissenschaftlern, nicht von Laien), die jedoch von den Anhängern der Relativitätstheorie nie argumentativ ausgeräumt wurden, sowie nicht nur ignoriert – sie gehen darauf nie ein -, sondern mit allen Mitteln bekämpft werden, hauptsächlich durch schwere Verletzung der persönlichen Integrität der Privatperson der Kritiker. Das alles hat mit Wissenschaft nichts mehr zu tun.

    mfg
    Jocelyne Lopez

  8. Dr. Stephan Kaula Einstein
    20.06.2009 | 15:31

    Sehr geehrte Frau Liefke,

    Vielen Dank für die Ausführungen. Insbesondere Ihre Ansicht, dass das Bewußtsein, die Seele des Menschen intellektuell nicht erfassbar ist, kann ich nur unterstützen.

    Lassen Sie mich aber einmal heftig in die Rolle von Fred schlüpfen. Ich bitte im vornherein um Nachsicht. Wie sollte man folgendes Problem lösen:

    Interstellare Reisen sind angesichts der enormen Entfernungen und der sich aus der begrenzten Höchstgeschwindigkeit von c und enormen Energien um überhaupt irgendwie in die Nähe von c zu gelangen kaum sinnvoll.

    Nun behaupten eine Menge glaubwürdiger Leute, angefangen von Dr, Edgar Mitchel (6. Astronaut auf dem Mond), Gordon Cooper und im sog. -disclosure project- (auf you tube zu sehen), Leute aus der NASA, dem Militär, CIA und andere, dass sie wissen, dass eine große Zahl ETs die Erde ständig besuchen, das aber vor allem durch ihre eigene Regierung (USA)vertuscht werde. Das sind oft Rentner, die eine erfolgreiche militärische Laufbahn hinter sich hatten und sagen, sie können die Bürde der Geheimhaltung gegenüber der Öffentlichkeit nicht mehr ertragen und treten deshalb (im disclosure project geschlossen) an die Öffentlichkeit.

    Wie würden oder gehen sie damit um? Ist ihre Diskussion um die Längenverkürzung dagegen nicht eine Bagatelle?

    Sind diese Leute alle Freds, verwirrt, unbelehrbar? Sollte man sich damit gar nicht befassen, weil das grundlegenden physikalischen Gesetzen widerspricht und pauschal als absurd ablehnen? Oder muss man einen Schritt zurücktreten und das eigene Weltbild, auch das eigene physikalische Weltbild hinterfragen? Quasi also noch mal von vorne anfangen und fragen was wir Menschen denn überhaupt wissen?

    Mit freundlichem Gruß

  9. Dietmar Hilsebein @Dr. Stephan Kaula
    20.06.2009 | 16:22

    "Oder muss man einen Schritt zurücktreten und das eigene Weltbild, auch das eigene physikalische Weltbild hinterfragen? Quasi also noch mal von vorne anfangen und fragen was wir Menschen denn überhaupt wissen?"

    Hinterfragen ist immer gut! Doch gleichzeitig muß auch hinterfragt werden, ob Menschen, die von ET träumen, die Schlechtweggekommenen sind, die in die Öffentlichkeit treten (disclosure project), da sie sonst in der Bedeutungslosigkeit versinken.

    ..."was wir Menschen denn überhaupt wissen?"

    Kantsche Frage! Solange ET Ihnen nicht die Hand geschüttelt hat, solange müssen Sie sich keinen Kopf zerbrechen. Und gesetzt, er schüttelte Ihnen die Hand, so müssen Sie sich fragen: gebrochener Löffel im Wasserglas?

  10. Dietmar Hilsebein Nachtrag ET oder was auch immer...
    20.06.2009 | 17:48

    "Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meine Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, so glaube ich nicht." Vor Kant gut geschrieben. Heute, nach Kant muß es heißen: ...so kann ich nichts WISSEN!

  11. Dr. Stephan Kaula Nägel und ihre Spuren
    21.06.2009 | 09:37

    Sehr geehrter Herr Hilsebein,

    Fred würde wohl sagen: -Ich bin auch davon überzeugt, dass es die Niagarafälle gibt, obwohl ich noch nie da war. Es gibt Fotos davon und ich habe Leute gehört, die davon berichteten, dass sie da waren.-

    Wieviel von dem was wir als Realität ohne Zweifel annehmen, auch Physiker als physikalische Realität, haben wir mit eigenen Händen und Augen selbst erfahren?

    Ich schätze einmal, dass dies nicht mehr als 1% sind. 99% sind eine stille Übereinkunft, die man nie hinterfragt hat, ja von der man sich gar nicht bewußt ist, dass man sie nie mit "objektiven Mitteln" hinterfragt hat. Und wo hat man dies her? Man hat sich verlassen, auf Eltern, Erwachsene, Lehrer, Bücher, etabliertes kollektives "Wissen" und einfach zu dem eigenen Weltbild hinzugefügt.

    Wir Menschen haben einen enormen (unbewußten) Drang nach Konformität. Wir wollen und müssen dazugehören. Die Psychologie hat herausgefunden, dass wir weit über 90% unserer Zeit damit verbringen, uns gegenseitig auf das abzustimmen, was wir gemeinsam als unser Weltbild "glauben". Und Leute oder Gruppen die es wagen, dieses Weltbild in Frage zu stellen, werden recht massiv emotional ausgegrenzt, sanktioniert, oft lächerlich gemacht. "Wie kann man nur!"

    Wenn wir Wirklichkeit als die Menge definierten, was Menschen alles erleben und erlebt haben, und wenn wir dabei Widersprüche mit einem versöhnlichen "Oder" zuließen, dann wäre das so etwas wie die maximale Summe an kollektiver subjektiver Realität.

    Ein kleiner Teil davon ist die individuelle subjektive Realität.

    Etabliertes Naturwissenschaftliches Wissen, das den Grundaxiomen der Objektiviät, Wiederholbarkeit genügt, wäre so etwas wie ein strenger kleinster gemeinsamer Nenner, eine recht kleine Untermenge gegenüber der riesigen maximalen kollektiven subjektiven Realität.

    Dieses kleinste Kind unserer Kultur, das -etablierte Naturwissenschaftliche Wissen- wird kontinuierlich durch die größeren Realitäten genährt. Das erfordert aber Offenheit. Vielleicht ist im Moment ein solcher Schritt angesagt?

    Ich denke es ist gut sich vor Augen zu halten, dass dieses etablierte Naturwissenschaftliche Wissen nur einen klitzekleinen Teil der Welt darstellt und dazu ständig im Wandel ist.

    Zentrum des eigene Universums ist immer noch das Ich, der Schmerz in der Wunde oder das Glück, eine Ganzheit zu erfahren und nicht der Nagel oder das Wundmal. Zentrum ist immer noch das Subjekt und nicht das Objekt, wie in den Naturwissenschaften.

    Mit freundlichem Gruß S. Kaula

  12. Dietmar Hilsebein @ Dr. Stephan Kaula
    21.06.2009 | 10:16

    "Es gibt Fotos davon und ich habe Leute gehört, die davon berichteten, dass sie da waren."

    Das mag sein, doch sie müssen denen vertrauen, die die Bilder aufgenommen haben. Sie müssen darauf vertrauen, daß die Bilder nicht manipuliert worden sind. Zu guter Letzt: Sie müssen darauf vertrauen, daß die Sinne der anderen und ihre eigenen sie nicht täuschten. Über die "Niagarafälle" können sie für sich also gar nichts wissen. In der Regel ist es so, daß uns die "Niagarafälle" nichts angehen. Würden wir alles überprüfen müssen, was uns nichts angeht, dann würde ein Menschenleben wohl nicht ausreichen. Gesetzt aber, die "Niagarafälle" gehen uns etwas an, dann reicht es nicht, an Autoritäten zu glauben. Dann muß geprüft und gebohrt werden, und das kann ein ganzes Leben in Anspruch nehmen. Viele kommen zu früh, Manche zu spät -kaum einer zur rechten Zeit. Man muß, wenn man gebären will, vorher schwanger gehen!

  13. Jocelyne Lopez Träumen kann ich selbst
    21.06.2009 | 12:32

    @ Dietmar Hilsebein

    Über die "Niagarafälle" können sie für sich also gar nichts wissen. In der Regel ist es so, daß uns die "Niagarafälle" nichts angehen. Würden wir alles überprüfen müssen, was uns nichts angeht, dann würde ein Menschenleben wohl nicht ausreichen. Gesetzt aber, die "Niagarafälle" gehen uns etwas an, dann reicht es nicht, an Autoritäten zu glauben. Dann muß geprüft und gebohrt werden, und das kann ein ganzes Leben in Anspruch nehmen.

    Wenn die Niagarafälle mich angehen würden und ihre Existenz strittig wäre, dann würde ich mir schon die Mühe geben, dorthin zu reisen und selbst zu prüfen, ob sie dort existieren. Ich würde mich aber nicht einmal die Mühe geben, dorthin zu reisen, wenn man mir erzählt, die Niagarafälle laufen montags rückwärts. Auch nicht wenn Mathematiker als Nachweis mir eine als einwandfrei korrekt geprüfte Modellierung dieses Phänomens vorlegen.

    Da wäre für mich Schluß mit der Glaubwürdigkeit der Physik und der Mathematik. Weil dies meine Erfahrung der Natur und die Erfahrung aller Individuen meiner Spezies gründlich widerspricht, wodurch meine Spezies über Millionen von Jahren überleben konnte. Es ist sogar anzunehmen, dass das Grundverständnis der Naturphänomene bei einer bestimmten Spezies sogar vor der Erfahrung schon besteht. Ich habe z.B. irgendwo gelesen, dass man es bei Experimenten mit Säuglingen von nur ein paar Monaten einigermaßen aussagekräftig nachgeprüft hätte. Man hat zum Beispiel Säuglinge auf einem Bildschirm beobachten lassen, wie ein Kaninchen von links nach rechts läuft, dann hinter einem Hindernis kurz verschwindet und … ein Elefant läuft weiter. Die Säuglinge haben durch ihr Saugverhalten verraten, dass sie verdutzt waren: Sie haben wohl ein Kaninchen nach dem Hindernis erwartet, und kein Elefant.

    Die Erfahrung (was man auch hier den "gesunden Menschenverstand" nennen könnte, wenn dieser Begriff in der modernen Physik - speziell in der Relativitätstheorie - nicht verpönt wäre), steht jedem Mensch zur Verfügung - auch Physiklaien - und steht vor allen Aussagen und Theorien vorne weg, und erst recht vor allen mathematischen Modellierungen.

    Ich kann aber mit der Erfahrung Einsteins über die "Längenkontraktion" und natürlich auch mit ihrem Pendant „Zeitdilatation“ absolut nichts anfangen:

    Zitat Albert Einstein:

    Wenn wir z.B. einen lebenden Organismus in eine Schachtel hineinbrächten und ihn dieselbe Hin- und Herbewegung ausführen lassen wie vorher die Uhr, so könnte man es erreichen, dass dieser Organismus nach einem beliebig langen Fluge beliebig wenig geändert wieder an seinen ursprünglichen Ort zurückkehrt, während ganz entsprechend beschaffene Organismen, welche an den ursprünglichen Orten ruhend geblieben sind, bereits längst neuen Generationen Platz gemacht haben. Dies ist eine unabweisbare Konsequenz der von uns zugrundegelegten Prinzipien, die die Erfahrung uns aufdrängt.
    A. Einstein: Die Relativitätstheorie. In: Naturforschende Gesellschaft in Zürich. Vierteljahrsschrift.56. 1911, H. 1/2, S. 1-14; darin: S. 12.

    Wenn man also das Gedankenexperiment Einsteins wirklich durchführt und z.B. ein paar Käfer in einer Schachtel zusammen mit einer Uhr beliebig lange hin-und her schüttelt, dann altern die Käfer nicht, die sind unsterblich.
    Wo, wann, wie, in welcher Welt hat Albert Einstein diese „Prinzipien“ beobachtet und die Erfahrung gemacht, die „sich ihm aufgedrängt hat????? Ganz abgesehen davon, dass es klar ist, dass es sich hier nur um virtuelle Phänomene handelt, die sich physikalisch in der Realität sowieso nicht abspielen.

    Ich werde doch nicht die Fantastereien und Träumereien eines Menschen für die Realität nehmen! Auch wenn er als Genie des Jahrhunderts oder gar der Geschichte der Menschheit hochstilisiert wurde. Träumen kann ich selbst. Und Mathematiker können alles formal korrekt modellieren, etwas Wahres und etwas Falsches, auch kein Problem.

    Viele Grüße
    Jocelyne Lopez

  14. Carolin Liefke Allwissen?
    21.06.2009 | 12:57

    Liebe Jocelyne,

    ich finde diese Einstellung ziemlich vermessen. Dieses oder jenes widerspricht meinem Verständnis dessen was real sein kann, also stimmt es nicht. Wer oder was sagt dir, daß der Mensch nicht einfach nur ein begrenztes Vorstellungsvermögen hat, unser Universum und damit die Wirklichkeit aber viel mehr zu bieten hat, als das was wir für "normal" halten?

    All das hat nichts mit der Mathematik als Sprache der Physik oder den physikalischen Grundlagen zu tun, die du im konkreten Fall immernoch ignorierst. Der Naturwissenschaftler, egal welcher Disziplin versucht diese Grenzen zu überschreiten, indem er auch Dinge beschreibt, die unserer Erfahrung widersprechen, die aber trotzdem real sind. Wenn dem nicht so wäre, wäre Naturwissenschaft keine Naturwissenschaft. Naturwissenschaft erforscht das Unbekannte.

  15. Jocelyne Lopez Naturwissenschaft und Parawissenschaft
    21.06.2009 | 13:28

    @ Carolin Liefke

    "Der Naturwissenschaftler, egal welcher Disziplin versucht diese Grenzen zu überschreiten, indem er auch Dinge beschreibt, die unserer Erfahrung widersprechen, die aber trotzdem real sind. "

    Das ist hier m.E. eine Beschreibung für Parawissenschaften, nicht aber für Naturwissenschaften.

    Und es wurde schon geklärt und offiziell bestätigt (Dr. Markus Pössel vom Max Planck Institut für Gravitationsphysik, Albert Einstein Institut), dass die Längenkontraktion ein Scheineffekt (virtuell) ist und nicht real im Sinne eines physikalischen, materielles Ereignisses. Wir befinden uns also mit diesen beiden Phänomenen Längenkontraktion und Zeitdilatation nicht mehr im Bereich der Naturwissenschaft, sondern der Parawissenschaft oder vielleicht eher der Psychologie.

    Auch das sind Einwände und Argumente der Kritiker seit Aufstellung der Theorie bis heute noch, worauf nie sachlich und argumentativ eingegangen wird.

    mfg
    Jocelyne Lopez

  16. Dietmar Hilsebein @ Jocelyne Lopez
    21.06.2009 | 13:45

    Was wir erfahren, hängt vom Stand unserer Erkenntnis ab und umgekehrt. So mag die Idee jene Blüte sein, die am Ende als reife Frucht zu einer Anwendung gelangt. So mag ein Forscher bisweilen sich träumend der Wirklichkeit nähern... Und Goethe wäre nicht Goethe, wenn er das nicht gewußt hätte:

    "Mephistopheles
    Fürwahr! er dient Euch auf besondre Weise.
    Nicht irdisch ist des Toren Trank noch Speise.

    Ihn treibt die Gärung in die Ferne,
    Er ist sich seiner Tollheit halb bewußt;
    Vom Himmel fordert er die schönsten Sterne
    Und von der Erde jede höchste Lust,
    Und alle Näh und alle Ferne
    Befriedigt nicht die tiefbewegte Brust.

    Der Herr
    Wenn er mir auch nur verworren dient,
    So werd ich ihn bald in die Klarheit führen.
    Weiß doch der Gärtner, wenn das Bäumchen grünt,
    Das Blüt und Frucht die künft'gen Jahre zieren."

  17. Dr. Stephan Kaula Zeitdilatation
    21.06.2009 | 14:02

    Sehr geehrte Frau Lopez,

    Sie schreiben:
    "Wo, wann, wie, in welcher Welt hat Albert Einstein diese „Prinzipien“ beobachtet und die Erfahrung gemacht, die „sich ihm aufgedrängt hat????? Ganz abgesehen davon, dass es klar ist, dass es sich hier nur um virtuelle Phänomene handelt, die sich physikalisch in der Realität sowieso nicht abspielen."
    Nun bezüglich der Zeitdilatiation hat man meines Wissens einen konkreten Versuch gemacht und ein Paar identischer Atomuhren genommen, eine davon mit üblichen Verkehrsmaschinen einige Tage um die Erde düsen lassen und dann deren Zeit mit der auf der Erde stationär gebliebenen Uhr verglichen. Es gab angeblich eine Abweichung, die der mittels der Relativitätstheorie vorhergesagten signifikant übereinstimmte.

    Dann gibt es doch den bekannten Versuch mittels Interferenzen eine Laufzeitdifferenz von Licht in Flugrichtung der Erde und 90 Grad dazu nachzuweisen, was die Äthertheorie widerlegt, da keine Differenz festzustellen ist.

    Auch die beobachtete Pheriphelverschiebung der Umflaufbahn, ich denke von Merkur, abweichend von einer rein ellipsenförmigen Umlaufbahn ist eine objektive Bestätigung der Einsteinschen Gleichungen.

    Laufzeitdifferenzen multipler Gravitationslinsenbilder entfernter Galaxien ebenfalls.

    Ich denke es ist schilcht so, dass das Einsteinsche Modell die meisten beobachteten Phänomene erklärt. Irgendwann wird eine Theorie, ein Modell als identisch wahr und in Übereinstimmung mit der Realität angenommen.

    Dennoch könnte das alles falsch sein, oder eben nicht völlig allgemeingültig, wie die Newtonschen Fallgesetze die eben durch Einstein ergänzt, erweitert wurden.

    Das grundsätzliche Problem scheint mit tiefgründiger zu sein. Die Frage: -was ist wahr- wird von der Naturwissenschaft ja an bestimmte Grundaxiome gebunden, wie eben Objektivität und Wiederholbarkeit. Damit werden aber zum Beispiel subjektive Erlebnisse, zum Beispiel spiritueller Natur quasi ausgeschlossen, -wahr sein- zu können.

    Die Naturwissenschaften mit ihren zugegeben erstaunlichen Entwicklungen haben diese Art der "Wahrheitsfindung" so verinnerlicht, dass sie nicht mehr zwischen wahr und naturwisschenschaftlich unterscheiden. So wähnen sie inzwischen den Menschen mit seiner lebendigen Seele eingebettet in einem objektiven materiellen Universum. Und diese Seele ist nicht naturwissenschaftlich objektivierbar, und deshalb ist sie entwertet worden. So hat die Naturwissenschaft Gott abgelöst und sich zum Maßstab der Werte erhoben. Kosmologen wollen den Ursprung von Allem erklären und Neurowissenschaftler sehen die Seele als ein Spiel von Neuronen und biochemischen Prozessen.

    Doch ist es genau anders herum. Im Zentrum jedes Erlebens ist die lebendige Seele. Die klitzekleine Naturwissenschaft ist eingebettet in das große lebendige Bewußtsein. Das Bewußtsein ist die Grundlage von Allem und nicht die Materie.

    Eine Gemeinschaft kann mehr sein als die Summe seiner Teile, wenn alle Beteiligten vertrauensvoll das Beste und Größte im Nächsten sehen.
    Heute steht allerdings leider Misstrauen im Vordergrund, so wie Herr Hilsebein Dr. Edgar Mitchel (und offenbar allen 400 Zeugen im disclosure project) nur egoistische Absichten unterstellt. Es ist das Wesen der Naturwissenschaft sich nur auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner zu treffen. Damit wird aber die Gemeinschaft, das Ganze nicht über die Summe seiner Teile hinauswachsen, eher weniger und dümmer sein.

    Ich denke, das ist das Problem der Naturwissenschaft. Sie ist im Ergebnis der kleinste gemeinsame Nenner, kalt, gottlos, sinnlos. Faszinierend ja, aber sie hat sich vom Menschen und den grundlegenden erhabenen Fragen des Daseins entfernt.

    Die Esoterik sagt übrigens, wir sind gerade dabei vom kosmischen Kindergarten in die erste Klasse aufgenommen zu werden. Und es ist strittig, ob wir das schaffen, denn es mangelt uns an Menschlichkeit. Wir sollten keine Sonden zu den Planeten schicken und Atome spalten, solange Kinder auf unserer Welt verhungern, Kriege und Gewalt herrschen und unser Planet auf die Katastrophe zurast.

    Mit freundlichem Gruß S. Kaula

  18. 21.06.2009 | 14:21

    Es ist schon eine Crux mit den lieben Wissenschaftlern... Da wollen die doch partout jene unendlichen Weiten erkunden, in denen das Raumschiff Enterprise herumfliegt, aber bitteschön ohne Science Fiction. Sie lassen sich einfach nicht davon abbringen, daß sie das trotzdem können, so eine Frechheit! Sie denken doch tatsächlich, sie dürften einfach so ihre seltsamen Methoden anwenden, die da heißen Theorie und Beobachtung, Vorhersage und Überprüfung, Bestätigung und Widerspruch.

    Jocelyne, den Bereich der Pseudowissenschaften überlasse ich dir gerne. Aber Zeitdilatation und Längenkontraktion behalte ich dann doch bei mir, in der Welt des meßbaren hier und jetzt.

    Viele Grüße,
    Carolin

  19. Jocelyne Lopez Magisches und Logisches Denken
    21.06.2009 | 15:08

    @ Dietmar Hilsebein

    “So mag die Idee jene Blüte sein, die am Ende als reife Frucht zu einer Anwendung gelangt. So mag ein Forscher bisweilen sich träumend der Wirklichkeit nähern... Und Goethe wäre nicht Goethe, wenn er das nicht gewußt hätte:
    Das stimme ich voll und ganz zu. Man kann sich sicherlich der Wirklichkeit auch träumend nähern, das tun die Kleinkinder auch quasi systematisch, wobei sie sich dabei auf der Beobachtung und der Erfahrung zwar stützen, jedoch beide Ebene Real und Imaginär vermischen. Hier erlaube ich mir z.B. auf eine lustige Erfahrung mit einem Kleinkind hinzuweisen:
    Erfinderisches
    http://www.jocelyne-lopez.de/...rfinderisches.html

    Sehr früh lernt aber ein Mensch sein magisches Denken von seinem logischen Denken zu trennen, was auch sein biologisches Überleben sichert. Die Naturwissenschaft, als ganz kleines Teil unseres Erkenntnisses, achtet sogar prinzipiell und ganz besonders auf diese Trennung, das wollte ich mit meinem vorherigen Beitrag ausdrücken.

    Viele Grüße
    Jocelyne Lopez

  20. Jocelyne Lopez Die Zeitdilatation ist auch nur virtuell
    21.06.2009 | 16:06

    @ Dr. Stephan Kaula

    “Nun bezüglich der Zeitdilatiation hat man meines Wissens einen konkreten Versuch gemacht und ein Paar identischer Atomuhren genommen, eine davon mit üblichen Verkehrsmaschinen einige Tage um die Erde düsen lassen und dann deren Zeit mit der auf der Erde stationär gebliebenen Uhr verglichen. Es gab angeblich eine Abweichung, die der mittels der Relativitätstheorie vorhergesagten signifikant übereinstimmte".

    Ungeachtet davon, dass dieses berühmte Experiment von Hafele & Keating 1972 seit Jahrzehnten weltweit unter starkem Verdacht der Datenmanipulation steht, sind bedeutende fachliche Einwände über die Methodologie und die Aussagekraft dieses Experiments erhoben worden, die wie üblich ignoriert werden - siehe zum Beispiel die Korrespondenz von Ekkehard Friebe mit der Deutschen Physikalischen Gesellschaft hier:
    http://www.jocelyne-lopez.de/...-vertrauenswurdig/

    Unabhängig von diesen Einwänden bleibt überdies der grundlegende Einwand der physikalischen Irrelevanz der Zeitdilatation bestehen, die genauso wie die Längenkontraktion keine physikalische Realität darstellt, sondern rein virtueller Natur ist. Es kann auch keine relativistische Zeitdilatation ohne relativistische Längenkontraktion geben, beide sind rechnerisch streng zueinander verknüpft. Und eine materielle Längenkontraktion gibt es eben nicht.

    Die physikalische Irrelevanz der Zeitdilatation in der Natur spiegelt sich auch in der Unhaltbarkeit der Annahme Einsteins, Veränderungen des Gangs von Uhren (die lediglich technisch- oder umweltbedingt erklärbar sind) könnten Veränderungen in der Biologie der Organismen, die mit diesen Uhren messen (Jungbleiben des reisenden Zwillings, geschüttelte Käfer, etc.). Es besteht jedoch absolut keinen Zusammenhang und kein Kausalität-Wirkung-Verhältnis zwischen der Geschwindigkeit des Ablaufs der biologischen Prozesse in meinem Organismus mit der Geschwindigkeit des Gangs der Uhr, die ich gerade trage. Auch wenn meine Uhr gerade langsamer läuft bleibe ich deshalb nicht jünger, genauso wenig wie ich schneller altere, wenn meine Uhr gerade schneller läuft. Die Zeitdilatation ist genauso irrational und esoterisch wie die Längenkontraktion, wenn man die rein virtuelle Natur dieser beiden Annahmen nicht anerkannt.

    Viele Grüße
    Jocelyne Lopez

szmtag