Einstein-Widerleger und Co
Die deutschsprachige physikbezogene Bloggerwelt konzentriert sich seit vorgestern fast nur auf eins: Österreich kündigt seine Mitgliedschaft beim CERN auf, auch Jan Hattenbach hat das Thema in den Himmelslichtern angesprochen. Am lebendigsten wird die Diskussion in Florian Freistetters Astrodictum Simplex geführt, eine ganze Schar von Kommentatoren hat dort Ablehnung und Unverständnis für die Entscheidung des österreichischen Wissenschaftsministers geäußert. Und dann ist da auch noch "Fred". Fred ist der Meinung, daß am CERN eh nur unnütz Geld verschwendet würde, die Wissenschaftler dort seien allesamt auf dem Holzweg, und eigentlich seien Raum und Zeit und natürlich auch der Urknall nichts weiter als eine Illusion.
Jeder der in Astronomie und Physik irgendeiner Form mit Öffentlichkeitsarbeit zu tun hat, der kennt solche Leute. Zum Beispiel "den Philosophen". Der Philosoph sitzt bei jedem unserer Abendvorträge in der ersten Reihe und hört aufmerksam zu. Dem Vortragenden drückt er im Anschluß an die Veranstaltung ein etwa 20 Seiten starkes Manuskript in die Hand: "Meine eigenen Gedanken zur Entstehung des Universums. Es wäre schön, wenn sie sich das einmal anschauen könnten." Trifft er sein Opfer bei einer anderen Veranstaltung wieder, dann möchte er wissen, ob er seinen Gegenüber denn auch von seiner Theorie überzeugen konnte oder ob es noch weiteren Infomaterials bedarf. Er gebe ja zu, er sei kein Fachmann und habe nie Physik studiert, aber das bräuchte man ja auch eigentlich nicht, um solche einfachen Dinge wie den Ursprung des Universums zu verstehen.
Nun ist der Philosoph ein älterer Herr, der sein Manuskript noch mit der Schreibmaschine abgetippt hat. Artverwandte Denker jüngerer Generationen nutzen mit Vorliebe die Möglichkeiten des Internets. Webseiten zu Themen wie "Einstein widerlegt!", unter denen Hobby-Physiker ihre Ideen und Theorien präsentieren, finden sich in den unendlichen Weiten des WWW zuhauf. Einstein und seine Relativitätstheorie sind in dieser Hinsicht besonders beliebt, dichtauf gefolgt von kosmologischen Themen wie dem Urknall oder der Dunklen Materie.
Der Fortschritt in den Naturwissenschaften lebt von neuen Denkansätzen. Aaaaber, solche Überlegungen müssen auch Hand und Fuß haben, also eine solide Basis aus mathematisch-physikalischen Grundlagen. Und hier fangen die Probleme dann an, denn während einem Einfälle ja sprichwörtlich im Schlaf kommen können, ist es für den Laien-Wissenschaftler oft nicht mehr so einfach, die Physik, die hinter ihrem Konzept steht, nachzuvollziehen. Aktuelle wissenschaftliche Forschung kann hoch komplex sein und erfordert oft Vorkenntnisse und Erfahrungen, die nur das dazugehörige Studium plus tägliche Arbeit in der Forschung liefert. So schleichen sich dann leicht Irrtümer und Mißverständnisse ein, die einem Profi schnell auffallen.
Soweit so gut. Leider ist die Spezies Amateur-Physiker zwar immer gut dabei wenn es darum geht zu versuchen andere von seinen Vorstellungen zu überzeugen, aber nur selten ist er an echten Diskussionen und Kritik interessiert. Was also tun, wenn jemand, der seine Ideen beispielsweise in einem Internetforum vorstellt, sich von den aufgedeckten Widersprüchen partout nicht überzeugen läßt und auf der Richtigkeit seiner Theorie beharrt? Der argumentierende Profi darf sich dann nämlich auch noch schnell vorwerfen lassen, daß seine Denkweise zu sehr in festen Bahnen läuft, zu sehr geprägt ist von dem Respekt vor großen Namen und dem was man im Studium "als Tatsache" gelernt hat. Natürlich hat der studierte Astronom, Physiker, Chemiker etc. bei allgemein akzeptierten Theorien und Gesetzmäßigkeiten festeren Boden unter den Füßen als auf dem unbekannten Terrain neuer Ansätze. Ihm aber deshalb Ignoranz und Beschränktheit vorzuwerfen, zeigt, daß man ganz grundsätzlich die Arbeitsweise in der Naturwissenschaft nicht verstanden hat. Physiker nutzen Theorien und Gesetzmäßigkeiten (basierend auf der hohen Kunst der Mathematik...), um vorhandene Beobachtungen zu erklären und die Ergebnisse zukünftiger Experimente vorherzusagen. Schlägt das fehl, so bedeutet dies, daß der entsprechende Ansatz widerlegt wurde und verworfen werden muß oder zumindest eine "Nachbesserung" erforderlich ist. Andersrum gibt es aber keine Möglichkeit, eine Theorie endgültig zu beweisen. Hinzu kommt, der Gültigkeitsbereich praktisch jeder Theorie ist begrenzt - für den Laien ist eine der größten Stolperfallen bei wissenschaftlichen Theorien, die Grenzen ihrer Anwendbarkeit zu überblicken.
Und die ultimative Lösung im Umgang mit solchen Querdenkern? Es gibt keine. Leider. Im Diskussionsforum von astronews.com beispielsweise werden "Diskussionen über so genannte alternative Theorien oder über Kritik an allgemein anerkannten physikalischen Konzepten" resolut in das speziell dafür eingerichtete Unterforum "Gegen den Mainstream" verbannt und damit mehr oder weniger schon im Vorwege in ein Kuriositätenkabinett einsortiert. Verstöße gegen dieses Prinzip werden mit Verwarnungen geahndet. Ob das angebracht ist, sei mal dahingestellt. Zwar werden solche Diskussionen so in vernünftige Bahnen gelenkt, aber zumindest im Umgang mit Unbeteiligten, die beispielsweise im Internet über solche Themen gestolpert sind und einfach nur wissen wollen ob da wirklich was dran sein könnte, steht man dann schonmal gleich in aggressiver Abwehrhaltung da, kein guter Anfang wenn es darum geht jemanden vom Gegenteil zu überzeugen. Bei wirklich interessierten Leuten funktioniert das ja auch meistens - solange die Fachleute es ihnen freundlich, auf verständlichem Niveau und ohne in hochtrabende Fachsprache zu verfallen erklären können.
Der Hobby-Wissenschaftler dagegen... Auch die Nerven der geduldigsten Wissenschaftler sind irgendwann einmal überstrapaziert, wenn Argumente ignoriert werden, auf Fragen mit Gegenfragen geantwortet und Unwissenheit mit einem Wirrwarr von Fachausdrücken kaschiert wird. Schließlich und endlich muß sich unser Querdenker dann ein simples "Schuster, bleib bei deinen Leisten" gefallen lassen. Schnell hinterläßt seine Einstellung, daß ausgerechnet er selber dazu auserkoren ist, die gesicherten Erkenntnisse etablierter Fachleute vom Thron zu stürzen, einfach nur den faden Nachgeschmack einer Neigung zur Selbstdarstellung. Nicht selten steigert sich das dann auch zu handfesten finanziellen Interessen: Angefangen bei Werbebannern auf Webseiten mit entsprechend reißerischen Schlagzeilen bis hin zu Aufforderungen a la "Kauft mein Buch, da steht das alles ganz genau drin!"
Durch polarisierende Statements reißt jemand wie Fred natürlich sofort jede Diskussion an sich. Versuche mit ihm zu auf sachlicher Ebene zu debattieren schlagen naturgemäß fehl, aber er hat Aufmerksamkeit, hat ein Publikum gewonnen, das ist es was er will. Da hilft dann oft nur ignorieren. Leider geben Leute wie Fred selten wirklich auf. Sie ziehen weiter zum nächsten Opfer, zum nächsten Internetforum oder Blog, und verbreiten ihre abstrusen Ideen unter einem neuen Publikum...
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Hallo Jocelyne Lopez,
Man kann also etwas Wahres und etwas Falsches mathematisch korrekt beschreiben, etwas Reales und etwas Fiktives.
Ja, genau so ist es.
Es ist einfach so, dass einige Gleichungen einige dazu passende Naturvorgänge abbilden können.
Es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit aber auch so, dass diese Naturvorgänge nicht die geringste Ahnunung von diesen Gleichungen haben.
2 mal 3 ist 6 passt eben gut auf unser Universum, und
2 mal 3 ist 7 passt eben nicht auf unser Universum,
und das, obwohl unser Universum nicht einmal wirklich denken kann.
Natürlich würden nun alle Leser gerne wissen, wie unser Universum eine solche Auswahl treffen kann.
Sobald ich es weiss, werde ich es ganz laut verkünden (versprochen).
Mit freundlichen Grüssen,
Karl Bednarik.
Völlig off topic erzähle ich nun hier von Dingen, die es eigentlich gar nicht gibt.
Imaginäre Teile der Kreislinie:
http://members.chello.at/....bednarik/IMAGKRE3.jpg
Imaginäre Kreise in der Raumzeit:
http://members.chello.at/....bednarik/IMAGKRE2.jpg
Hinweis:
Die Zeit selbst geht in die Lorentzinvarianz als imaginäre Raumdimension ein.
"Karl Bednarik: Wenn man die auf die Quantenmechanik passenden Gleichungen verwendet, dann kann man alle quantenmechanischen Vorgänge genau vorhersagen, auch wenn man sie überhaupt nicht versteht.
Hier hat die menschliche Mathematik den menschlichen Hausverstand ein gutes Stück hinter sich gelassen. "
Wobei schon die alten Griechen die Sophisten als Contra - Mathematik und Logik hatten.
Einstein-Kritiker erinnern oft an die die Sophisten.
Und Sophisten haben ihre Tradition aus der Rechtsgelehrtensicht ermitteln was durchaus erklärt dass z.B. bei GOM Juristen so begeister von dem Krempel sind.
War aber alles schon da - vor 2.500 Jahre.
Einstein ist da nur Opfer nur 17.256 seit Platon ...
Ralf L. K.. wer interessiert sich denn für GOM?
Dieser geifernde politische Agitator geht doch allen am Allerwertesten vorbei:
http://anonym.to?http://ekkehard-friebe.de/...elt/
Kann unser Universum denken, oder zumindest irgendwie Informationen verarbeiten?
Denkende Materie, selbst gebaut:
http://www.youtube.com/watch?v=wIKah9aVlm4
Konrad Zuse, Rechnender Raum:
ftp://ftp.idsia.ch/pub/juergen/zuse67scan.pdf
Stephen Wolfram, Is the Universe a Computer?
http://www.nybooks.com/articles/15762
Bild:
http://members.chello.at/karl.bednarik/EIDU-9.jpg
Wie dieses Bild entstand:
http://members.chello.at/karl.bednarik/EIDU-4.txt
*****
Die Raumzeit ist nicht euklidisch, weil das Quadrat der Zeit mit umgekehrtem Vorzeichen in die Metrik eingeht, weil die Zeit einer imaginären Raumdimension entspricht, was aus der Lorentzinvarianz hervor geht.
ds^2 = dx^2 + dy^2 + dz^2 - dt^2 * c^2
( i * c * t )^2 = - c^2 * t^2
i = imaginäre Einheit
i^2 = - 1
c = Lichtgeschwindigkeit
t = Zeit
Wenn man die Zeit als imaginäre Raumdimension verwendet, dann kann man die Feynmanschen Pfadintegrale besonders einfach berechnen.
Wieder ist es so, dass etwas schwer vorstellbares, wie die Zeit als imaginäre Raumdimension, mathematisch ausreichend genau auf das Verhalten der Materie passt.
*****
In den Feynman-Diagrammen hat die normale Materie eine positive Zeitrichtung, Antimaterie eine negative Zeitrichtung, und Photonen haben gar keine Zeitrichtung.
Positronen sind also nach Richard P. Feynman Elektronen, die in der Zeit zurücklaufen.
Wie man die Lotto-Zahlen aus der Zukunft bekommt:
http://www.e-stories.de/...geschichten.phtml?23786
@ Karl Bednarik:
"Denkende Materie, selbst gebaut":
http://www.youtube.com/watch?v=wIKah9aVlm4
Sehr hübsch, und verblüffend!
Kann man es aber nicht so erklären, dass der ursprüngliche Impuls (die Kugel wird von einem Mensch losgelassen) jedes Mal geringfügig verschieden ist? Oder dass die Kugeln geringfügig anders geformt sind?
Es gibt ja in der Natur keine 2 absolut gleiche Objekte und keine 2 absolut gleiche Impulse, ergo keine 2 absolut gleiche Ereignisse (actio=reactio). Action und reaction passiert nur einmal im Universum, für alle Ewigkeit.
Die absolute Einmaligkeit eines Ereignisses im Universum zwingt uns meistens zu einer statistischen Auswertung von einer Vielzahl von verschiedenen Ereignissen. Bei der Quantenmechanik ist es noch viel extremer geprägt, sie besteht ja nur aus statistischen Auswertungen von einer Vielzahl von Ereignissen, man kann kein einzelnes Ereignis beobachten, weil die Messung eines einzelnen Ereignisses in der Quantendimension nicht möglich ist (die Messung stört und zerstört ja die gemessenen Objekte).
Viele Grüße
Jocelyne Lopez
Das ist ja eine in ihren Prozessen wirklich interessante, in Teilen aber auch gespenstische Diskussion. Falls sich jemand fragen sollte, warum gerade Einstein und die Relativitätstheorie(n) solche massiven, emotionalen Reaktionen hervor riefen (und immer noch rufen...), dem kann ich "Einstein on the Beach. Der Physiker als Phänomen" empfehlen (Hrsg. Michael Hagner).
http://www.perlentaucher.de/buch/21773.html
Besonders interessant ist dazu Carsten Könnekers "Katastrophal für bürgerliche Hirne - Relativitätstheorie und völkische Propaganda in der Weimarer Republik". Hier zeigt Carsten (in den Wissenslogs die "Gute Stube" betreibend) auf, dass es auch schon damals weltanschaulich-politisch, manchmal sicher auch biografisch-psychologisch motivierte Widerstände gegen die Relativitätsheorie gab.
Heute erleben Biologen und Religionswissenschaftler solche Dinge freilich auch, das geht bis zu obskuren Verschwörungstheorien, Stalking und blankem Hass. Offenbar fällt es uns Menschen schwer, Wissenschaft sachlich zu rezipieren - nicht selten werden sie als Angriffe auf Weltanschauungen, Biografien und Alltagserfahrungen mißverstanden. Schade, eigentlich.
Der im Kommentar erwähnte Sammelband ist ja leider im Buchhandel nicht mehr erhältlich.
Können Sie uns vielleicht in einigen Sätzen zusammenfassen, was die zentralen Thesen des von Ihnen empfohlenen Artikels sind?
Hallo Jocelyne Lopez,
ja, das ist völlig richtig, alle Kugeln haben andere Geschwindigkeiten, Richtungen, Massen, Impulse, und Formen.
Das wesentliche an diesen Kugelspielen ist aber, dass alle diese Kugeln so langsam sind, dass sie nicht aus ihrer Rinne hüpfen können (das hier ist eben nicht Golf oder Eishockey ( Canada + Alaska = Blutbad ( he, Schiedsrichter, der da hat meinen Stock geschluckt ) ) ), und dass sie auch weiterhin brav in ihrer Rinne bleiben werden.
Ein einfacher Kugelcomputer:
http://www.youtube.com/watch?v=wIKah9aVlm4
Warum bleiben die Kugeln eigentlich brav in ihrer Rinne?
Die kinetische Energie der Kugeln reicht nicht aus, um über den Rand der Rinne zu hüpfen.
Die Seitenwände der Rinne reflektieren alle seitlichen Bewegungen.
Diesen Channelling-Effekt, oder auch Gitterführungseffekt genannt, gibt es auch bei Ionenstrahlen in Monokristallen.
Die Reibung dämpft alle seitlichen Bewegungen (das funktioniert aber nicht immer bei Monokristallen).
Als Vortriebskraft wirkt dann immer noch die Abwärtsneigung der Rinne.
Man darf also von einer Kanalisierung der Bewegung der Kugeln sprechen.
*****
Wirklich bedeutend für die Funktion des Kugelcomputers ist aber die völlig unsichtbare Reibung an den Lagern der gelben Kugelweichen (weil man leider nicht im Infrarotbereich sehen kann).
Wenn diese Reibung nicht vorhanden wäre, dann würden diese gelben Kugelweichen ständig hin- und hertanzen, und alles was bisher geschehen ist, einfach wieder vergessen.
Offenbar gibt es einen Zusammenhang zwischen Reibung, Wärme, und Entropie und dem Vorgang des Vergessens.
Das Landauer-Prinzip:
http://de.wikipedia.org/wiki/Landauer-Prinzip
Natürlich liess der Gegenzug der Techniker nicht lange auf sich warten:
Two Types of Mechanical Reversible Logic:
http://www.zyvex.com/nanotech/mechano.html
Das bedeutet in Klartext:
So lange eine logische Schaltung keine Informationen löschen muss, solange kann sie auch ohne jede Zunahme der Entropie arbeiten.
Noch einige Gleichungen dieser Art, und ich gehe in den Ruhestand.
Inzwischen aber untersuche ich die Katakomben von Schloß Schönbrunn:
http://www.e-stories.de/...geschichten.phtml?18750
Da drinnen kann man sich so schön zerkugeln.
Mit freundlichen Grüssen,
Karl Bednarik.
Was kann man mit einem solchen Gerät berechnen?
Hallo Thilo,
das wirklich Schlimme an solchen Systemen ist eben, dass man absolut alles damit berechnen kann.
Sobald man bereit ist, noch einige Verzweigungen mehr einzubauen, und noch ausserdem dazu bereit ist, die Bremsungen einiger weiteren Kugelweichen in Kauf zu nehmen, dann kann man praktisch alles damit berechnen.
Abgesehen davon, funktionieren unsere Computer ja bereits nach diesen Prinzipien.
Das wirkliche, entropische Kunststück wäre es aber, dass man alle Informationen einkassiert, und dann nach der Rückführung aller Entropie-Erzeugenden Vorgänge in seine Eigenzeit zurück gelangt, so als wäre niemals irgend etwas geschehen.
Rein theoretisch wäre so etwas so gar machbar.
Als Techniker befällt mich allerdings immer ein leises Unbehagen, wenn jemand sagt: "Das wäre rein theoretisch machbar".
Mit freundlichen Grüssen,
Karl Bednarik.
@ Karl Bednarik:
Noch einige Gleichungen dieser Art, und ich gehe in den Ruhestand.
Inzwischen aber untersuche ich die Katakomben von Schloß Schönbrunn:
http://www.e-stories.de/...geschichten.phtml?18750
Da drinnen kann man sich so schön zerkugeln.
Ich kannte schon von früher Ihre Neigung für Science-Fiction-Geschichte, Herr Bednarik. ;-)
Die Geschichte macht einen sehr physikalischen Eindruck, alle Kausalitäten schön vorhanden, die Logik bleibt stets unangetastet - zumindest für Laien, die die technischen Details nicht nachvollziehen können, so wie ich – aber ich gehe bei Ihnen stark davon aus, dass sie auch wissenschaftlich haltbar sind. Nur der Schluß… hmm… das ist nicht mehr Physik, Herr Bednarik, ewig grüßt das Murmelspiel ;-)
Viele Grüße
Jocelyne Lopez
Hallo Michael!
"Offenbar fällt es uns Menschen schwer, Wissenschaft sachlich zu rezipieren - nicht selten werden sie als Angriffe auf Weltanschauungen, Biografien und Alltagserfahrungen mißverstanden. Schade, eigentlich."
Tut mir leid, aber das ist ein Platzhalter, der an Beliebigkeit kaum zu übertreffen ist. Sofern Menschen wissenschaftsaffin sind, überwiegt in der Regel das Vertrauen und auch eine Begeisterung. Es ist eine Binsenweisheit, dass sich populäre wissenschaftliche Magazine dann am besten verkaufen, wenn ein astronomischer Beitrag auf seiner Titelseite angekündigt ist. Das Hubble wurde zuletzt nochmal instand gesetzt, nicht nur weil die beteiligten Astronomen Druck gemacht haben, sondern auch weil dieses legendäre Teleskop eine Mittlerfunktion zu den Träumen vieler Menschen einnehmen konnte.
Wissenschaftsferne und Wissenschaftsfeindlichkeit werden dagegen durch vorgelagerte Prozesse erzeugt, die eine Rezeption von Wissenschaft ganz blockieren oder filtern. Neben esoterischen Selbstfestlegungen treten hier gut organisierte Interessengruppen auf, die "uns" Menschen Wissenschaft vorenthalten wollen oder sie in ideologischer Prägung verfremdet darstellen. Je weicher die Wissenschaft, umso größer ist deren Erfolg. Die Medizin, eine halbe Naturwissenschaft, nicht ganz eine halbe Ingenieurwissenschaft ist dafür prädestiniert und seit Jahrhunderten im Visier von "Kurpfuschern". Die Evolutionsbiologie steht in direkter Konkurrenz mit religiösen Fundamentalisten, die letztlich sogar den Amtskirchen entglitten sind. Recht unberührt ist die Chemie, da heute ein Alchemist kaum noch Gehör finden wird. Wo es da Widerspruch gibt, kommt er aus den ökologischen Reihen, und der ist dann meist konstruktiv. Wo von Physik und Astronomie "Angriffe auf Weltanschauungen, Biografien und Alltagserfahrungen" ausgehen sollten, ist erstmal nicht nachvollziehbar. Abgesehen vom kosmologischen Standardmodell, das Rivalitäten mit religiösen Schöpfungsmythen provozieren könnte, gibt es an sich keine Reibungsfläche. Die Physik ist wie die Chemie seit mehr als hundert Jahren ein treibender Faktor "unserer" technologischen Entwicklung und Garant "unserer" Unabhängigkeit von den Launen "höherer Gewalt". Wer das im Grundsatz nicht anerkennt, jammert auf hohem Niveau. Und das muss man im Einzelfall auch klar benennen, anstatt es in einem nebulösen "uns" zu verschweigen!
LG
Cecilia
Hallo Thilo!
Wie prophezeit
http://www.jocelyne-lopez.de/...rzte-und-biologen/
LG
Cecilia
@ Michael Blume:
“Offenbar fällt es uns Menschen schwer, Wissenschaft sachlich zu rezipieren - nicht selten werden sie als Angriffe auf Weltanschauungen, Biografien und Alltagserfahrungen mißverstanden.“
Aus der Physiker-Seite wird diese Problematik auch immer aktueller ersichtlich, siehe zum Beispiel in meinem Blog:
Eric J. Lerner: Urknalltheorie als kreationistische Philosophie und Verwischung der Trennlinie zwischen Wissenschaft und Science-Fiction
http://www.jocelyne-lopez.de/...d-science-fiction/
Robert Laughlin: Der Urknall ist nur Marketing
http://www.jocelyne-lopez.de/...ist-nur-marketing/
sogar auch aus der Atheisten-Seite:
Bund fuer Geistesfreiheit: Hoffnung, dass auch in Deutschland die Zeiten von Dogmatismus und Zensur in der Kosmologie zu Ende gehen
http://www.jocelyne-lopez.de/...gie-zu-ende-gehen/
Viele Grüße
Jocelyne Lopez
Urknall = Endknall.
Was würde geschehen, wenn man die Keine-Grenzen-Hypothese nicht nur auf den Raum, sondern auch auf die Zeit anwenden würde?
Eine endlose, aber nicht unendlich lange Zeit:
http://members.chello.at/karl.bednarik/ZYKUNI.jpg
Vorsicht! Gefährliche Science Fiction!
Seine Erhabenheit, Lord Admiral Graf Frederik von Hombug hat das alles schon längst persönlich getestet.
Sehr langes Blutbad:
Die nicht ganz so lange Reise der R. P. Feynman (na, ja, auch die Zeit ist relativ):
http://www.e-stories.de/...geschichten.phtml?18757
Mittleres Blutbad (ist aber immer sehr erfrischend):
Kommentar:
Seine Erhabenheit, Lord Admiral Graf Frederik von Hombug und die werte Prinzessin Stella von Solaria passen so gut zusammen, wie die Faust auf das Auge.
Operation Magix:
http://www.e-stories.de/...geschichten.phtml?22464
Ein sehr kurzes Blutbad:
Die Sternkarte der Quaronen:
http://www.e-stories.de/...geschichten.phtml?18643
Irgend jemand scheint hier vergessen zu haben, dass die Physik nur ein Teilgebiet der Science Fiction ist.
Hallo Karl!
"Irgend jemand scheint hier vergessen zu haben, dass die Physik nur ein Teilgebiet der Science Fiction ist."
Wer denn? Oder ist das nur ein weiterer Schub Deiner "künstlerischen" Aneignung von Wissenschaft?
LG
Cecilia
Hallo an alle,
die erste Regel sollte sein, dass Humor nicht schädlich ist.
Um der Physik ein wenig Tribut zu zollen, habe ich einige meiner schwersten Fehler in den Anmerkungen zur Kurzgeschichte "Die nicht ganz so lange Reise der R. P. Feynman, Teil 2" erwähnt.
http://www.e-stories.de/...geschichten.phtml?18766
*****
Man stelle sich vor, ein quasi neo-viktorianischer Held in schneeweisser Admiralsuniform steht vor einem zehn Meter breiten Panoramabildschirm, und sagt: "Hypertriebwerk aktivieren".
Da bleibt kein Auge trocken.
Sicherheitshalber gibt es noch zwei Bilder dazu:
Dopplereffekt und Aberration:
http://members.chello.at/....bednarik/DOPPLER8.PNG
Graf Hombug, gezeichnet von W.A.R.:
http://members.chello.at/karl.bednarik/FB01.jpg
*****
Gelegentlich kann es mir passieren, dass ich auch von Tatsachen spreche (nobody is perfect).
Viele Techniker und Naturwissenschaftler wurden durch die Science Fiction zu ihrer beruflichen Laufbahn motiviert, und einige Techniker und Naturwissenschaftler schreiben sogar wieder Science Fiction (das ging mir auch so).
Jesco von Puttkamer (NASA und "Das Zeitmanuskript"),
Kurt Mahr, Pseudonym von Klaus Mahn, (Pratt & Whitney und "Krieg der Milchstraßen")
Karl-Herbert Scheer (Marineingenieur und "Expedition")
*****
1964 postulierte Murray Gell-Mann die Existenz der Quarks.
1961 postulierte Karl-Herbert Scheer in seinem Roman "Expedition" das Inproton oder Intotron als Kern des Protons.
Inproton-Waffen sind natürlich viel wirksamer als gewöhnliche Atomwaffen.
*****
Jede gute Science-Fiction-Geschichte muß mindestens eine Karl-Herbert-Scheer-mäßige Vernichtungs-Orgie enthalten.
Dass man aber eine zusätzliche Stützmassen-Einspritzung (vorzugsweise Wismut) in die Fusionstriebwerke benötigt, um die Lichtmauer zu durchbrechen, das halte ich für ein wenig übertrieben.
Streng genommen wäre das das genaue Gegenteil des Oberth-Effektes, der auf einem Wasserstoff-Überschuss beruht.
Der "Lichtmauer" wäre das aber ohnehin egal.
*****
Wer hat gesagt, dass ein Antigrav-Schacht physikalisch unmöglich ist?
The Frog That Learned to Fly:
http://www.hfml.ru.nl/froglev.html
Mit freundlichen Grüssen,
Karl Bednarik.
Nicht von mir, und dennoch gut (unglaublich).
Das Treffen der Serien:
http://www.stories.proc.org/...fen_der_serien.html
*****
Atombomben als Antrieb? (kein Scherz, aber ebenfalls nicht von mir)
Das Orion-Projekt:
http://de.wikipedia.org/wiki/Orion-Projekt
Künstlerische Interpretation:
http://www.tukult.de/...anguage=germ&fileid=27
Video:
http://www.youtube.com/watch?v=V1vKMTYa40A
*****
Ein nukleares Staustrahltriebwerk zum Transport von Kernwaffen.
Das Projekt Pluto:
http://de.wikipedia.org/..._(Marschflugk%C3%B6rper)
*****
Auch die Physik kann ganz unterhaltsam sein.