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KOSMOlogs – wohin?

von Stefan Oldenburg, 25. März 2009, 12:12

Anderthalb Jahre nach Start der KOSMOlogs und wenige Tage vor dem zweiten SciLogs-Wochenende bietet es sich an, kurz innezuhalten, einen Schritt zurück zu treten und den Blick aufs Ganze zu schärfen: Wohin geht die Reise der KOSMOlogs, wohin soll sie gehen?

Ehe wir darüber in Deidesheim diskutieren werden, einige Gedanken:

Wir brauchen weitere Blogger, um mehr Leser zu erreichen.

Die beiden Listen "Meistgelesen" und "Meistkommentiert" sind ohne Erkenntniswert und sollten ersetzt werden durch drei neue Listen:
Erstens "Jüngste Blog-Beiträge" sowie
zweitens eine überschaubare Liste, die inhaltliche Rubriken mit den dazu passenden (letzten zwei bis drei) Blog-Beiträgen aufführt, z.B.: Aktuelles aus der Forschung, Aktuelles am Sternhimmel, Aktuelles aus der Raumfahrt, Amateurastronomie, Technik, Rezensionen, Meinung, etc.
Und drittens um eine Liste der aktuellen Kommentare. So wie in diesem Blog. Kommentare unter älteren Blog-Beiträgen bleiben ansonsten verborgen.

Die KOSMOlogs sind kein reines Newsportal und übrigens auch keine Werbeplattform. Der Schwerpunkt sollte immer auch den Schreiber der Blog-Beiträge und seine Persönlichkeit erkennen lassen, ganz im ursprünglichen Sinne von Weblogs als öffentlich geführten Tagebüchern.

Warum schreibe ich das nun nicht in einer Rundmail, sondern hier? Ich würde mich freuen, wenn auch Leser der KOSMOlogs ihre Wünsche äußerten und dazu die Kommentarfunktion nutzen.

Wir sprechen uns! :-)

CS, Stefan Oldenburg


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Kommentare

  1. Fischer Die Sache mit der Beitragsfrequenz
    26.03.2009 | 11:45

    ist natürlich ein ganz wesentlicher Punkt. Zehn Beiträge am Tag ziehen einfach deutlich mehr Visits als einer. Nur: Solche Einträge, wie sie hier die Norm sind, schreibt man nicht am Fließband runter, das ist ziemlich illusorisch.

    Gemessen an der Zahl der Beiträge stehen die Kosmologs jedenfalls m.E. ganz gut da. Was mich seit langem sehr wundert ist dass die Amateurastronomen so wenig im Internet vertreten sind. Ich hätte gedacht, die wären aktiver.

  2. Stefan @Fischer
    26.03.2009 | 12:37

    Du schreibst: "Was mich seit langem sehr wundert ist dass die Amateurastronomen so wenig im Internet vertreten sind."
    Diese Aussage kann ich jetzt überhaupt nicht nachvollziehen. Gibt es eine aktivere Amateurszene im Internet als die Amateurastronomie? Vielleicht ist diese Plattform hier einfach nicht sonderlich interessant für Amateure.

  3. Fischer Den Amateur-Verschwörungstheoretikern...
    26.03.2009 | 15:59

    ...kann im Internet niemand das Wasser reichen. ;-)

    Ernsthaft, ich hatte zum Beispiel beim Blog-Teleskop mit wesentlich mehr Amateurastronomie gerechnet. Möglicherweise spielt sich die Szene ja überwiegend in Foren etc. ab.

  4. Michael Khan Zahl der Leser
    26.03.2009 | 18:37

    Die Zahl der Leser ist wirklich gering. Pro Artikel werden's gerade mal ein paar Hundert. Ganz selten mal Tausend oder mehr, wenn's wirklich mal ein Knallerthema ist.

    Ich könnte mir schon vorstellen, dass das auch Autoren abschreckt. Wenn man wirklich einen ausführlichen, recherchierten Artikel schreibt, dann sind, inklusive Literaturrecherche, Bildmaterialsuche. Korrekturlesen usw. schnell mal ein paar Stunden weg. Manche Blogger schreiben immer frei von der Leber weg, was ihnen durch den Kopf geht. Das mag zwar schnell gehen, ist aber auch eher seicht.

    Irgendwann ist man unweigerlich an einem Punkt angelangt, an dem man sich überlegt, ob man diese Zeit investiert oder doch etwas anderes macht, wenn man feststellt, dass es eh kaum einen interessiert.

    Das, obwohl die Kosmologs doch eigentlich gut in die Scilogs eingebunden sind und auch aktiv beworben werden.

    Natürlich haben wir hier auch eine Art von Henne-Ei-Problem. Ohne kompetente, bekannte Autoren keine Leser. Aber ein Blog ohne Leser ist auch nicht besonders attraktiv für solche Autoren.

  5. Tobias Für die Leser schreiben
    26.03.2009 | 19:53

    Während sich der Artikel und die Kommentare hier weitgehend auf technische Details und dem Wunsch nach mehr und regelmäßigen Posts beschränken, wird der - meiner Meinung nach - wichtigste Aspekt vergessen: Gelesen wird, wer für die Leser schreibt.

    Qualitativ habt ihr sicher kein Problem, aber manches ist einfach langweilig. Wer sich beim Schreiben ab und zu mal fragt, warum die eigenen Ergüsse denn in Gottes Namen überhaupt jemand lesen sollte, ist auf dem richtigen Weg, denke ich.

    Aktuelles, persönliches, kontroverses heißt nicht automatisch "seicht". Ich sehe die Gefahr, dass ihr am eigenen Qualitätsanspruch erstickt.

    Die ScienceBlogs, gerade die Astronomen, sind da erfolgreicher.

  6. Michael Khan Kontroverses
    26.03.2009 | 20:36

    Also, man hat mir ja schoen so manches vorgeworfen, aber dass ich einer Kontroverse aus dem Weg gehe, nun wahrlich noch nicht. :-)

    Das mit der in diesem Blog mangelnden Kurzweiligkeit ist allerdings manchmal schon zutreffend. Seitenlange, staubtrockene Abhandlungen lese ich auch ungern. (Spontane Beschreibungen des eigenen Gefühlszustands interessieren mich aber auch nicht)

    Aber ... liegt's nur daran?

  7. Lars-C. Depka Kosmologs wohin?
    26.03.2009 | 20:58

    Ohne die geschätzten Fachkollegen oder deren Beiträge werten zu wollen, so danke ich doch Tobias für seinen Beitrag, der die „Problematik“ aus meiner Sicht absolut folgerichtig beschreibt. Wer ein wenig meinen Hintergrund kennt, weiß, dass ich stark im Amateurbereich verwurzelt bin und im Rahmen dessen unmittelbar mit den Enthusiasten zu tun habe, die man gemeinhin wohl als Basis bezeichnet, und um die es sicherlich auch ein Stück weit in dieser Diskussion geht. Und was ich dort, sozusagen im täglichen Umgang erlebe, will ich an dieser Stelle kurz einmal völlig unaufgeregt und wertneutral wiedergeben, denn sowohl das Printprodukt Sterne und Weltraum, wie auch ein nicht unwesentlicher Teil der Beiträge in den Logs, wird von der Basis anders wahrgenommen als vielleicht beabsichtigt. Denn weder die Logs, noch das Magazin gelten dort als Medien oder Plattform auch für Amateure, sondern eher als eine Art Fach- und Meinungsorgan von Profis für Profis. Nach meinem Erleben gelten in diesem speziellen und doch etwas diffusen (weil sehr subjektiv geprägten) Punkt Mitbewerber als weitaus kompetenter. Die Aura eines Forums oder auch Formats, in dem nicht nur Meinungen gemacht werden, sondern das in der Außenwahrnehmung ein wenig wie ein Elitezirkel wahrgenommen wird, mag Markenstrategisch durchaus noch seine Vorteile haben, ist aber meiner Auffassung nach nicht zielführend, wenn es darum gehen soll, eine breite Masse – und das sind nun einmal bestenfalls Interessierte, die es gilt, in ihrem Interesse anzufeuern und zu unterstützen – für sich zu begeistern. Das klappt in den wenigsten Fällen ausschließlich mit hoch technisierten und detaillierten Fachberichten, die in fast allen Fällen fachlich brillant und hochkompetent recherchiert worden sind, aber eben (fast) alle der interessierten Laien schlicht und ergreifend überfordern. (Oder gar langweilen, wie es Tobias schreibt) So jedenfalls lautet der Tenor dessen, was ich in meinen täglichen Kontakten wahrnehme. Wie alles im Leben gilt es auch hier, den so oft beschworenen Goldenen Mittelweg zu finden, denn es besteht durchaus das publizistische Dilemma, als eine Art Nature-Journal wahrgenommen zu werden, was durchaus höchste fachliche Anerkennung und Meriten genießt, aber (und das wirklich mal mit Verlaub gesagt) von keiner Sau außerhalb eines Kreises absoluter Spezialisten der jeweiligen Fachdisziplinen wahrgenommen, bzw. gelesen wird. Da hilft es meiner Ansicht nach auch nicht, pauschalisiert alles als „seicht“ (ab)zuqualifizieren, was ein wenig mehr den Informationscharakter, als den fachspezifischen Aspekt betont, jedoch glaube ich, dass diese inhaltliche Diskussion besser und kraftschlüssiger bei schon erwähntem Bloggertreffen aufgehoben ist.

  8. Martin Huhn @ Khan
    26.03.2009 | 21:23

    Wenn Ihnen ein paar hundert Leser pro Beitrag zu wenig sind, was für eine Größenordnung stellen Sie sich vor?

  9. Michael Khan Antwort auf Martin Huhn
    27.03.2009 | 08:43

    Ich habe keine klare Zielvorgabe fuer die Anzahl von Lesern, auch geht es gar nicht um meine Artikel.

    Aber die Anzahl der "meistgelesenen" Artikel ist schon aussagekraeftig. Wenn da unter den jeweils 15 meistgelesenen Artikeln Leserzahlen von unter 400 auftauchen, dann ist das nun einmal objektiv gesehen sehr wenig.

    Ist einfach mal so.

  10. Michael Khan Antwort an Lars Depka
    27.03.2009 | 08:58

    Mich interessiert beispielsweise herzlich wenig die Meinung der Blogger zum Einsturz des Archivs in Koeln, zu den Leistungen der Athleten bei der Olympiade oder zu ihrem Nervenflattern vor Interviews. Das meine ich mit "seicht", es ist keine Abqualifikation, sondern eine Beschreibung dessen, wie so etwas bei mir ankommt. Zuviel davon und ich klicke schon gar nicht mehr da hin.

    Man kann nicht Blog-Artikel "bestellen", Leute schreiben so, wie sie schreiben. Wenn es hier ein Anliegen ist, Information zu transportieren, dann kann man das keinem verbieten. Sicher kann - und soll - man die Autoren bitten, darauf zu achten, dass das, was sie schreiben, auch Laien verstaendlich ist.

    Aber im Endeffekt bleibt es doch dabei, dass, wenn man ein Forum fuer Amateurastronomen schaffen will, hier dafuer nichtder richtige Autorenstamm ist. Man muesste sie schon durch mehr in der Amateurastronomenszene verwurzelte Leute ersetzen - dann aber waeren die Kosmologs nicht mehr die Kosmologs, sondern ein weiteres Amateurastronomenforum unter vielen.

    Waere ja auch OK, so man das denn will. Ich waere dann wohl nicht mehr dabei, aber das muss ja kein Verlust fuer die Blogszene sein.

    Ich denke aber: auch fuer einen Blog hoeheren Anspruchs sollte ein Platz sein, so wie auch fuer eine Zeitschrift wie SuW, die auch dem einen oder anderen zu schwierig erscheinen mag, ein Platz dasein sollte.

    Wir sollten nach meinem Dafuerhalten eher mal ueberlegen, wie man dem Anspruch, den die Autoren offenbar an ihre Arbeit stellen und trotzdem eine breitere leserschaft gewinnt - wobei man die Leserzahlen typischer Astronomie-Fanforen sicher nicht erreichen kann.

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