kosmologs Einsteins Kosmos

Was ist Licht?

07. August 2010, 15:58

Ein Blog ist vermutlich nicht das richtige Format, um einen Artikel mit epischen Ausmaßen zu  schreiben. Das Rätsel des Lichts gibt ganz sicher genug Stoff her, um damit ein Buch zu füllen. Nachfolgend nur ein paar lose Gedanken zum Licht, die zum weiteren Nachdenken anregen könnten – oberflächlich, blog-like. (weiter)

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Science Slam – Wissenschaft trifft Unterhaltung

02. Mai 2010, 17:33

Stand-up Comedy trifft Wissenschaft – so könnte man knapp erklären, was mit „Science Slam“ gemeint ist. Es ist eine recht neue Kommunikationsform, um Wissenschaft unterhaltsam und witzig im Rahmen eines Vortragswettbewerbs zu präsentieren.

Wurzeln im Poetry Slam

Hervorgegangen ist es aus dem „Poetry Slam“, einem Dichterwettstreit, bei dem Nachwuchsliteraten auf einer Bühne in nur zehn Minuten ihre selbst geschriebenen, literarisch-poetischen Werke vortragen. Schon 1986 gab es den ersten Poetry Slam in Chicago, USA.

Beim Science Slam treten pfiffige Nachwuchswissenschaftler gegeneinander an und tragen etwas zu einem wissenschaftlichen Thema vor. Dabei können auch Powerpoint-Präsentationen zum Einsatz kommen oder der Slammer redet frei. Ziel ist es, die Gunst des Publikums zu erwerben.

Nach jeder Darbietung bewertet das Publikum, wie unterhaltsam, witzig und gleichermaßen lehrreich der Auftritt war. Die Notenskala geht wie beim Eiskunstlauf von 1 (schlecht) bis 10 (genial). Bei Überschreiten des Zeitlimits droht Punkteverlust. Der Slammer mit der höchsten Punktzahlt wird zum Slammer des Abends gekürt. Am wichtigsten ist jedoch, dass alle einen Riesenspaß und einen schönen Abend haben.

Deutsche Science-Slam-Städte

Der Science Slam in Deutschland begann 2008 in Braunschweig. Das „Haus der Wissenschaft“, direkt am Campus der TU Braunschweig gelegen, veranstaltete erstmals einen Science Slam in Deutschland. Einen guten Eindruck vermitteln die Mitschnitte der Science Slams in Braunschweig auf youtube. Seither tritt das erfolgreiche Unterhaltungsformat seinen Siegeszug an, und es gibt Science Slams in Berlin, Bayreuth, Bremerhaven, Dortmund, Frankfurt, Hamburg, Ilmenau, Kiel, Köln, Marburg, Münster und Oldenburg. In der Regel wird der Event von Studenten für ein junges Publikum organisiert.

Montag ist Science Slam in Berlin!

Wer jetzt Lust bekommen hat, sich bei einem Science Slam gut unterhalten zu lassen, sollte morgen zum Science Slam nach Berlin in das edelweiß kommen. Am Montag, dem 3. Mai 2010 um 20 Uhr geht‘s los! Eintritt kostet nur drei Euro und Marc Zeugner wird moderieren.

Ich werde mich auch zum ersten Mal als Slammer probieren und etwas über „Schwarze Löcher“ erzählen. Würde mich freuen, wenn wir uns in Berlin sehen würden!

Links:

Audio-Bericht von Radio Bremen zum Science Slam Berlin 3. Mai 2010



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Erste Sterne – Dunkle Sterne?

02. April 2010, 00:47

Eine verwegene Idee: Wurden die ersten Sterne gar nicht durch Verschmelzung von Atomkernen in ihrem Innern zum Leuchten gebracht, sondern durch Dunkle Materie? Diese exotische Variante der Sternentwicklung soll Thema dieses Blog-Artikels sein.

Das konventionelle Bild
Sterne gewinnen ihr Licht aus der thermonuklearen Fusion, manchmal auch etwas flapsig und eigentlich nicht ganz korrekt als "Sternenbrennen" bezeichnet. Die Atomkerne leichter bis mittelschwerer chemischer Elemente verschmelzen miteinander, wobei Energie frei wird. Das funktioniert mit Elementen wie Wasserstoff, Helium, Kohlenstoff, Sauerstoff, Silizium und endet bei Eisen, denn bei der Eisenfusion wird keine Energie mehr frei. Je massereicher ein Stern ist, um so näher kann er an die Herstellung von Eisen herankommen – die schwersten Sterne bilden dann Eisenkerne aus und explodieren als Supernova.

Dunkle Materie als Hitzequelle
Physiker rätseln schon seit längerem, ob es in der Natur eine weitere Art von Teilchen geben könnte. Sie nennen sie WIMPs, weakly interacting massive particles, und sie meinen damit schwere Teilchen, die nur schwach wechselwirken. Typische WIMP-Massen liegen zwischen 100 und 10.000 GeV – ein Proton hat dagegen nur 1 GeV Masse. WIMPs sind so etwas wie die übergewichtigen Brüder der Neutrinos. Auch Neutrinos wechselwirken schwach, was dazu führt, dass unser Daumennagel jede Sekunde von 60 Milliarden Neutrinos, die allein aus der Sonne kommen, durchlöchert wird, ohne dass wir etwas dabei spüren oder irgendetwas mit dem Daumennagel passiert.
Die Grundidee ist nun, dass die schweren WIMPs von der Gravitation der Sterne aufgesammelt werden und sich so im Sternkern anhäufen. Außerdem sollen die WIMPs ihre eigenen Antiteilchen sein. Sowas nennt man Majorana-Teilchen (nicht zu verwechseln mit Marihuana-Teilchen, die kennt Canna bis her). Die Konsequenz: Stoßen zwei WIMPs zusammen, dann zerstrahlen sie zu energiereicher Gammastrahlung, die gerade die Energie der beiden Ruhemassen der Teilchen hat. Somit heizen diese zerstrahlenden WIMPs den Sternkern und übernehmen anstelle der Kernfusion die Speisung der Hitzequelle. Diese Ressource kann lange halten: Millionen bis Milliarden Jahre.
Wichtig: Das "dunkel" bei den Dunklen Sternen bezieht sich nicht auf ein dunkles Aussehen – das ist bei weitem nicht der Fall - sondern auf die Dunkle Materie als Ressource, um Strahlung freizusetzen. Bitte die Dunklen Sternen auch nicht mit mit den Schwarzen Sternen verwechseln. (Bild: Künstlerische Darstellung erster Sterne; WMAP/NASA)

Vom Wachstum Dunkler Sterne
Der Weltraum – wir befinden uns in einer fernen Vergangenheit - oder so. Die ersten Sterne sollen schon 200 Millionen Jahre nach dem Urknall existiert haben – das deckt sich auch mit aktuellen Beobachtungen, z.B. ferner Sternexplosionen wie dem GRB 090423. Ausgedrückt in kosmologischen Rotverschiebungen z entspricht das einer Ära von z = 10-50.
Die ersten Sterne mussten nehmen, was sie kriegen konnten, und in dieser frühen Phase gab es nur 75% Wasserstoff und 25% Helium. Schwere Elemente gab es noch nicht, weil diese ja erst durch Kernfusion in Sternen bzw. Sternexplosionen entstehen.
Die Frage ist noch, ob die ersten Sterne angetrieben wurden durch Kernfusion oder durch Dunkle Materie. Wir betrachten hier die exotische, zweite Variante. Gemäß dem favorisierten Modell, waren die ersten Dunklen Sterne mit nur ungefähr einer Sonnenmasse noch massearm  und bestanden zu nur etwa 0,1% aus Dunkler Materie. Ihre Oberflächentemperatur liegt unterhalb von 10.000 Kelvin und ist damit vergleichbar mit unserer Sonne (6000 Kelvin); allerdings waren sie mit 10 Astronomischen Einheiten Durchmesser deutlich größer als die Sonne (1,4 Millionen Kilometer Durchmesser) und mit einer Million Sonnenleuchtkräften auch viel leuchtkräftiger. Säße ein derartiger Dunkler Stern im Sonnensystem, würde er bis gut über die Saturnbahn reichen!

Supermassereiche Dunkle Sterne
Die anfangs noch leichten Dunklen Sterne können durch Verschlingen von Materie aus der Umgebung zu supermassereichen Dunklen Sternen (engl. supermassive dark stars) anwachsen, die enorme 100.000 bis 10 Millionen Sonnenmassen haben! (Zum Vergleich: Die beobachteten, massereichsten Einzelsterne in der Milchstraße haben sowas wie 200 Sonnenmassen.) Über die Existenz derartiger Riesensterne wurde schon von den Pionieren der theoretischen Stellarphysik spekuliert (Hoyle & Fowler 1963). Sie hätten verhältnismäßig geringe Oberflächentemperaturen von 50.000 Kelvin und gigantische Leuchtkräfte zwischen einer Milliarde und 100 Milliarden Sonnenleuchtkräften.  Diese Leuchtkräfte sind vergleichbar mit ganzen Galaxien!

Das geht nicht lange gut
Solange genügend Treibstoff in Form von Dunkler Materie im Stern vorhanden ist, wird die Hitzequelle befeuert. Bleibt der Nachschub an Dunkler Materie aus, so versiegt die Hitzequelle. Der Dunkle Stern wandelt sich dann in einen schweren Hauptreihenstern um, der seine Hitzequelle klassisch mit Fusion speist. Die schweren Hauptreihensterne wiederum kollabieren zu Schwarzen Löchern, die das "Saatgut" der lokal beobachteten supermassereichen Schwarzen Löcher mit Millionen bis Milliarden Sonnenmassen sein könnten. Mit klassischen ersten Sternen, die mit Fusion laufen, wäre das nicht so plausibel zu erklären. Das macht das Modell mit Dunklen Sternen so attraktiv.
Bislang wurden Dunkle Sterne nicht beobachtet, aber die Chancen stehen gut, dass Teleskope der nächsten Generation das leisten könnten.

Quelle: Freese et al. 2010, arXiv preprint 1002.223



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Heute, 13:00 Uhr: Erste Kollisionen am LHC bei 7 TeV

30. März 2010, 15:30

Den Physikern, Technikern und Ingenieuren am Large Hadron Collider (LHC) am CERN bei Genf gelang es heute am Di., 30.03.10 gegen 13 Uhr erstmals Protonen bei einer neuen Rekordenergie zusammenstoßen zu lassen. Herzlichen Glückwunsch an alle Beteiligten!

Der Teilchenbeschleuniger LHC
Der LHC ist der zurzeit leistungsstärkste Teilchenbeschleuniger der Welt. In ihm werden Protonen in einem 27 Kilometer umfassenden Ring mithilfe von elektrischen und magnetischen Feldern fast auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt. Der LHC ist ein Collider, d.h. Teilchen werden zum Zusammenstoß gebracht: Eine Gruppe von etwa 10 Milliarden Protonen bewegt sich die eine Richtung und eine weitere Gruppe in die entgegengesetzte Richtung. Ist die Maximalgeschwindigkeit erreicht, die der Beschleuniger hergibt, zurzeit 3,5 TeV pro Strahl, werden die Teilchenbündel zur Kollision gebracht. In dem Feuerball steckt eine für Teilchen gewaltige Energie von 7 TeV – genug Energie, um Myriaden neuer Teilchen entstehen zu lassen, die mit einer Armada von Messgeräten nachgewiesen werden. Die Physiker hoffen dabei vollkommen neue Teilchen zu erzeugen, allen voran das Higgs-Teilchen oder vielleicht auch supersymmetrische Teilchen. Das Higgs-Teilchen wird in der Teilchenphysik benötigt, um die beobachteten, endlichen Massen aller anderen Teilchen zu erklären. Die supersymmetrischen Teilchen sind eine Erweiterung des Standardmodells der Teilchenphysik und sehen für jedes bekannte Teilchen eine Art "supersymmetrischen Zwilling" vor, also vollkommen neue Teilchen. Beide Entdeckungen wären von großer Bedeutung für die Physik und Astronomie. 

Warum Hadronen-Kollider?
Protonen gehören zur Familie der Hadronen; so bezeichnet man generell diejenigen Teilchen, die aus Quarks aufgebaut werden. Baryonen bestehen aus drei Quarks und Mesonen aus zwei Quarks. Die Protonen bestehen aus zwei up-Quarks und einem down-Quarks. Weil Quarks drittelzahlige Ladungen haben (up: +2/3, down: -1/3), resultiert daraus ein Proton mit ganzzahliger, positiver Elementarladung.

Was ist ein TeV?
Das Elektronenvolt (Einheitensymbol: eV) ist die Energieeinheit der mikroskopischen Welt. Es ist definiert als diejenige Energie, die ein Elektron erhält, wenn es eine Spannungsdifferenz von einem Volt durchläuft. Teilchenphysiker drücken auch die Teilchenmassen in Elektronenvolt aus. Dabei wenden Sie nichts anderes an, als Einsteins berühmte Gleichung E = mc^2 – Energie ist äquivalent zu einer Masse m; die unterschieden sich nur um das Quadrat der Vakuumlichtgeschwindigkeit c. Weil das eine gewaltige Zahl ist, steckt schon in einem Gramm Materie eine riesige Energie. Ein Elektron, ein negativ geladenes Elementarteilchen, das um einen Atomkern kreist, hat eine Masse von 511.000 Elektronenvolt oder kurz geschrieben 511 keV (eigentlich 511 keV/c^2). Ein Proton hingegen ist ungefähr 2000fach massereicher und hat eine Masse von 1.000.000.000 Elektronenvolt, einer Milliarde Elektronenvolt oder kurz 1 GeV (G steht für Giga).
Die Energie, die in dem heute am LHC erzeugten Feuerball steckt, hat satte 7.000.000.000.000 Elektronenvolt, also sieben Billionen Elektronenvolt oder kurz 7 TeV (T steht für Tera). Das entspricht rein rechnerisch 7000 Protonenmassen. In der mikroskopischen Welt ist das eine gewaltige Energie, was man daran sieht, wenn man die Energie auf die makroskopische Welt überträgt: 7 TeV ist ungefähr die Bewegungsenergie, die ein Moskito im Flug hat. Das klingt nicht sehr aufregend, aber man muss bedenken, in wie vielen Teilchen die Energie steckt: Beim Moskito steckt die Energie in ungefähr 10^24 Teilchen; beim LHC steckt die Energie in "nur" 10^10 Protonen. Es ist eine gewaltige Leistung in so wenig Teilchen, so viel Energie hineinstecken zu können.
Diese Energie lässt sich freisetzen, wenn man so hoch beschleunigte Teilchen zum Zusammenstoß bringt. Aus der Energie entsteht etwas Neues, nämlich neue Teilchen. Mit dem LHC kommen wir zu so hohen Energien, wie sie Teilchen kurz nach dem Urknall hatten. Deshalb ist der LHC ein "Guckloch" in den frühsten Kosmos.

Was passierte jetzt am LHC?
Am LHC gibt es vier Großexperimente, die sich an vier Kollisionspunkten der Protonenbündel befinden. Die Experimente heißen ATLAS, CMS, Alice und LHC-b und wurden bereits knapp in meinem Blog vorgestellt
Die Physiker werden mit den Detektoren an diesen vier Experimenten Messdaten sammeln. Ein Beispiel von heute Mittag zeigt das mit dem Experiment CMS aufgenommene Kollisionsereignis (Bild, Credit: Marzena Lapka, CERN). Wie man sich leicht vorstellen kann, ist allein das sehr schwierig, denn der LHC produziert pro Sekunde Unmengen an Daten. Die Daten werden in den nächsten Wochen und Monaten mit raffinierten Methoden analysiert und hoffentlich finden die Forscher dabei neue Teilchen bzw. neue Physik.
Die Teilchenphysiker am CERN könnten – sehr optimistisch betrachtet - vielleicht schon in diesem Jahr eine Aussage treffen, ob es supersymmetrische Teilchen gibt. Beim Higgs-Teilchen werden wir auf jeden Fall mehr Geduld haben müssen- vielleicht drei  Jahre, weil hierbei zunächst eine größere Datenmenge aufgesammelt werden muss, um daraus eine statistisch handfeste Aussage machen zu können.   

Zum weiteren Zeitplan
Der LHC soll nun für die nächsten 18-24 Monate bei einer Kollisionsenergie von 7 TeV laufen und Daten sammeln. Das soll nur von einem Technikcheck Ende 2010 unterbrochen werden. Nach Ablauf von spätestens 24 Monaten wird es eine längere Pause geben, um dann den LHC auf seine "Design-Energie" von 14 TeV hochzufahren. Drücken wir die Daumen!

Quelle:
CERN-Pressemitteilung 30.03.10

Medienecho:
ZDF,
tagesschau,
BILD,
Spiegel
 



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Teilchenbeschleuniger LHC wieder eingeschaltet

21. November 2009, 13:33

Freitag, 20. November 2009, 22:00 Uhr – Am LHC kreisen die Protonen wieder! Der 27 Kilometer umfassende Beschleunigerring wurde gestern, am späten Freitag Abend, wieder durchlaufen.

Am 10. September 2008 gelang es, die Protonen erstmals kreisen zu lassen. Dann kam der folgenschwere Defekt und der vorübergehende, einjährige Stillstand der größten Entdeckungsmaschine der Welt.

Der Teilchenbeschleuniger Large Hadron Collider (LHC) am Forschungszentrum CERN bei Genf ist wieder bereit, um die physikalische Grundlagenforschung entscheidend voranzubringen. Der zurzeit potenteste Teilchenbeschleuniger der Welt im Herzen Europas beschleunigt elektrisch positiv geladene Teilchen – Protonen, die zusammen mit Neutronen einen Atomkern aufbauen –  fast auf Lichtgeschwindigkeit und bringt sie zum Zusammenstoß. In dem winzigen Feuerball konzentriert sich eine gewaltige Energie, die - so die Erwartung - neue Teilchen freisetzen wird. Die Teilchenphysiker möchten mit dieser Maschine das Higgs-Boson, supersymmetrische Teilchen und neue Physik entdecken. Vielleicht finden sie auch neue Raumdimensionen neben Länge, Breite und Höhe – wer weiß? Vor Schwarzen Mini-Löchern oder anderen exotischen Gefahren werden wir uns nicht fürchten müssen.

In etwa einer Woche sollen die ersten Teilchenkollisionen im LHC stattfinden. Die Teilchenphysiker werden zunächst mit kleinen Teilchenenergien starten. Dabei sollen die Gerätschaften und insbesondere die Detektoren kalibriert werden.

Ab 2010 werden die Teilchenstrahlen auf höhere Energien bis 3,5 TeV (entsprechend einer Kollisionsenergie von 7 TeV) beschleunigt werden.  Dann beginnt die eigentliche wissenschaftliche Arbeit mit dem LHC. In den vier Großexperimenten ATLAS, CMS, ALICE und LHC-b, die sich auf dem Beschleunigerring befinden, werden dann Petabyte an Messdaten gesammelt werden.

Hier befinden sich einige Fotos zum Neustart des LHC: http://cdsweb.cern.ch/record/1223350

Am kommenden Montag, 23.11.09 um 14:00 Uhr gibt es eine Pressekonferenz, die per Webcast übertragen wird: http://webcast.cern.ch/

Stay tuned!

Quelle: CERN-Pressemitteilung vom 20.11.09



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Hawking räumt den Lucasischen Stuhl, Theoretiker-Thron geht an Green

28. Oktober 2009, 22:03

Der Lucasische Lehrstuhl für Mathematik ist wohl der berühmteste Lehrstuhl der Welt. Dieses Amt an der Universität Cambridge in Groß-Britannien hatte schon Sir Isaac Newton (1643 - 1727) inne, der die Gravitation auf ein solides, mathematisches Fundament stellte: die Newton'sche Gravitationstheorie(weiter)

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Kanadas Riesensternschnuppe

11. Oktober 2009, 04:01

Schon mal 'ne richtig fette Sternschnuppe gesehen? Falls nicht, hier gibt es einen Film eines Prachtexemplars!

Mit knapp 78.500 km/h drang ein mehrere Kilogramm schwerer Himmelskörper am 25. September 2009 um 21:03 Uhr Ortszeit in den Himmel über der kanadischen Provinz Ontario ein. Es war keine normale Sternschnuppe, sondern eine der hellsten: 100mal heller als der Vollmond! Das entspricht einer scheinbaren Helligkeit von etwa -17 mag. (weiter)

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Konkret: Schulfächer und ihr Bezug zur Astronomie

01. Oktober 2009, 12:29

Die Astronomie ist eine interdisziplinäre Wissenschaft – insbesondere ist sie mehr als nur Physik. Um das konkret zu belegen, möchte ich im Folgenden anhand von Schulfächern darstellen, welchen Bezug sie zur Astronomie haben. Das kann von Nutzen sein, um beispielsweise im Rahmen der Woche der Schulastronomie vom 9. bis 13. November 2009 im jeweiligen Schulfach die Brücke zur Astronomie zu schlagen.
Ich beschränke mich dabei auf Themen, die Schülern adäquat vermittelt werden können und die einen Bezug zum aktuellen (bayerischen) Lehrplan haben können. In Klammern dahinter vermerke ich die Jahrgangsstufe (Jgst.) und den offiziellen Titel im Lehrplan.

Physik
Klar, die Gesetze des Himmels sind vor allem Gesetze der unbelebten Natur. Die Physik ist die zentrale Naturwissenschaft, um die Abläufe im Kosmos zu beschreiben. Hier eine Auswahl astronomischer Themen mit Bezug zur Schulphysik: 

  • Das Sonnensystem und die Planeten. Hand anlegen: Herstellung eines maßstabsgetreuen Modells (PDF zum Ausdrucken und Basteln) (Grundschule, 2. Klasse)
  • Der Herr der Unterwelt Pluto wird zum "Unterplaneten" (Grundschule, 2. Klasse)
  • Erde und Mond: Entstehung des Monds, Gezeiten, Finsternisse (Grundschule, 2. Klasse)
  • Ekliptik, Jahreszeiten und Tierkreiszeichen. Experimente mit Lampen und Kugeln (Grundschule, 3. Klasse)
  • Vom Kepler-Fernrohr zum modernen Teleskop (Jgst. 7 "Licht und Schatten")
  • Die Phasen des Mondes und der inneren Planeten  (Jgst. 7 "Bilder bei Spiegeln und Linsen")
  • Das elektromagnetische Spektrum von Radiowellen bis TeV-Photonen (Jgst. 7 "Farben")
  • Das Licht der Sterne: Grüne, rote und blaue Sterne (Jgst. 7 "Farben")
  • Ausblick auf Quarks und Leptonen (Jgst. 8 "Teilchenmodell der Materie")
  • Von Sternplasmen zu exotischen Materiezuständen: Ultradichte Neutronensternmaterie und Quark-Gluon-Plasma (Jgst. 8 "Gase, Flüssigkeiten, feste Körper"). Dazu ein Rechenbeispiel (Aufg. 1 im PDF) aus unserer Lehrerfortbildung 2009.
  • Der Urknall – Die höchsten Temperaturen im Universum und die Zahlenwerte der Planck-Skala (Jgst. 8 "Temperatur und Teilchenbewegung")
  • Absorptions- und Emissionslinien  (Jgst. 9 "Energiestufen und Photonen")
  • Neutronenstern: Neutronisierung der Materie im inversen Betazerfall (Jgst. 9 "Radioaktivität und einfache Kernreaktionen")
  • Neutrinos: Geisterteilchen aus dem Innern der Sonne (Jgst. 9 "Radioaktivität und einfache Kernreaktionen")
  • Modelle von Licht 1: Lichtstrahlen. Experiment: Demonstration des Photo-Effekts (Jgst. 10 "Wellen- und Teilchencharakter von Licht")
  • Modelle von Licht 2: Lichtwellen. Experiment: Demonstration des Poisson-Flecks hinter einer Kugel (Jgst. 10 "Wellen- und Teilchencharakter von Licht")
  • Das erste Licht: Ursprung der kosmischen Hintergrundstrahlung vor 13,69 Mrd. Jahren (Jgst. 10 "Wellen- und Teilchencharakter von Licht")
  • Gravitation: Dominierende Kraft, die die größten Strukturen schafft. Vom Sonnensystem über die Milchstraße zu Galaxienhaufen und Superhaufen (Jgst. 10 "Die Newton’schen Gesetze im allgemeinen Fall")
  • Relativität von Länge und Zeit (Jgst. 11 "Relativitätstheorie")
  • Der relativistische Kosmos: Ein Leben in einer gekrümmten Raumzeit (Jgst. 11 "Relativitätstheorie")
  • Das Noether-Theorem: Erhaltungsgrößen und Symmetrien (Jgst. 11 "Energie und Impuls")
  • Kosmologie: Dunkle Energie, Dunkle Materie und die Zusammensetzung des Kosmos (Jgst. 12 "Atomaufbau und Elementarteilchen")

Im bayerischen G8-Lehrplan heißt es: "Technische Entwicklungen und naturwissenschaftliche Erkenntnisse sind wesentliche Elemente der menschlichen Kulturgeschichte und deshalb unverzichtbarer Teil der Allgemeinbildung." Ganz genau! Also lassen Sie uns doch bitte im Schulunterricht die Zeit nehmen, das zu verstehen.

Mathematik
Keine Naturwissenschaft ohne Zahlen. Die Mathematik liefert die wesentlichen Sätze und Methoden, um naturwissenschaftliche Berechnungen durchzuführen.

  • Die Platonischen Körper. Geometrische Ursprünge der Astronomie (Jgst. 5 "geometrische Grundbegriffe")
  • Strahlensatz und Berechnung des Erdumfangs (Jgst. 8 "Strahlensatz")
  • Die scheinbare Größe der Himmelsobjekte. Definition der Parallaxensekunde pc (Jgst. 9 "Trigonometrie im rechtwinkligen Dreieck")
  • Die Kegelschnitte und Bahnen von Himmelskörpern: Kreis, Ellipse, Parabel, Hyperbel (Jgst. 9 "Kegel")
  • Kepler-Gesetze und Newton‘sche Gravitation: Berechnung der Sonnenmasse (Jgst.10 "trigonometrische Funktionen")
  • Koordinatensysteme: Globus, Himmelskoordinaten, Karten und Mollweide-Projektion (Jgst. 11/12 "Koordinatengeometrie im Raum")
  • Entfernungsmodul, scheinbare und absolute Helligkeit (Jgst. 11/12 "Logarithmusfunktion")
  • Grundlagen von Schwarzen Löchern: Ereignishorizont, marginal stabile Bahn, Akkretion (Jgst. 11/12 "Wurzelfunktion")

Chemie
Auch die Chemie hat viel mit Astronomie zu tun, kommen doch alle chemischen Elemente vom Urknall, aus den Sternen und Sternexplosionen.

Biologie
Die Naturwissenschaft vom Leben hat auch etwas mit dem Kosmos zu tun. Was ist überhaupt Leben und welche Bedingungen müssen für Leben herrschen? Gibt es außerirdisches Leben?

  • Fremde Welten: Extrasolare Planeten wie 51 Peg & Co, Entdeckungsmethoden, Suche nach Leben mit Beispiel SETI-Projekt (Jgst. 8 "Leben auf der Erde")
  • Die Kohlenstoffchemie des Lebens (Jgst. 8 "Evolutionstheorie")
  • Die Erdatmosphäre als Motor des Lebens (Jgst. 8 "Evolutionstheorie")
  • Miller-Experiment (Jgst. 9 "Genetik")

Geschichte
Naturwissenschaftliches Wissen beeinflusst die technologische und kulturelle Entwicklung der Gesellschaft. Umgekehrt ermöglicht erst ein gewisses Maß an Hochkultur naturwissenschaftlichen Kenntnisdrang. Die Geschichte ist reich an Beispielen, die dieses Wechselspiel abbilden.

  • Ursprung der Astronomie im Zweistromland/Babylonien (Jgst. 6 "Frühe Hochkulturen")
  • Kultur und Wissenschaft der Maya, Ägypter (Jgst. 6 "Ägypten")
  • Mythologien der Sternbilder (Jgst. 6 "antikes Griechenland")
  • Zeitalter der Aufklärung im 17. und 18. Jahrhundert: Rationalismus; Bezug zum Liberalismus und aufkommenden demokratischen Selbstverständnis; Revolutionen in Europa (Jgst. 7+8 Übergang vom "Absolutismus" zum "Europa des 19. Jahrhunderts")
  • Raumfahrt und Mondlandung (Jgst. 9 "Ost-West-Konflikt" und "Kalter Krieg")
  • Globale, multinationale Kooperation am Beispiel der Internationalen Raumstation ISS (Jgst. 10 "Ende des Ost-West-Konflikts")

Religion
Gibt es ein übergeordnetes, vielleicht sogar transzendentes Wesen, das die Ursache von allem ist? Oder benötigen die Menschen einen solchen Schöpfer gar nicht? Schließen sich Religion und Naturwissenschaften aus?

  • Gottesbilder vor dem Hintergrund moderner Naturwissenschaften (katholische Religionslehre Jgst. 5 "Wie Menschen sich Gott vorstellen")
  • Der Urknall und der Ursprung von Allem (katholische Religionslehre Jgst. 8 "Gottes Schöpfung"; evangelische Religionslehre Jgst. 8 "Leben in Gottes Schöpfung")
  • Lässt die Naturwissenschaft Raum für Religion und Gott? (katholische Religionslehre Jgst. 11/12 "Glaube und Vernunft in geschichtlichen und heutigen Kontexten"; evangelische Religionslehre Jgst. 11/12 "Die Frage nach Gott")

Deutsch
Die Sprachen bieten ein weites Feld, um sich diskursiv mit einem Thema zu befassen – auch mit Themen aus der Astronomie.

  • Mythologien der Sternbilder (Jgst. 6 "Stoffe der Antike")
  • Referate zu astronomischen Themen (Jgst. 7+8 "Kurzreferat")
  • Science-Fiction-Aufsätze (Jgst. 11/12 "Arbeiten am eigenen Stil" und "Gedanklich anspruchsvolle Texte")

Philosophie (nicht auf dem bay. Lehrplan)
Wie funktionieren Naturwissenschaften überhaupt und wie sicher ist all das erworbene Wissen? Gibt es Wissenssprünge in den Kulturen und falls ja, unter welchen Voraussetzungen?

  • Die wissenschaftliche Methodik:  Verifikation oder Falsifikation von Hypothesen (Popper’sche Wissenschaftstheorie)
  • Theorie und Experiment/Beobachtung
  • Theoriebildung in den Naturwissenschaften
  • Paradigmenwechsel und wissenschaftliche Revolutionen
  • Was ist Zeit?

Die Breite der Astronomie: Verstreuen oder bündeln?
Diese vielfältige Auswahl belegt nicht nur die Interdisziplinarität der Astronomie, sondern zeigt einen unmittelbaren Ansatzpunkt für Lehrerinnen und Lehrer, um Astro-Themen im ohnehin vorgeschriebenen Lehrplan zu integrieren - und das für alle Jahrgangsstufen! Ein Test würde sich in der Schulwoche der Astronomie vom 9.-13. November anbieten. (Für Münchner Schulen: Falls Sie einen kommunikativen Wissenschaftler zu einem speziellen Astro-Thema einladen möchten, kontaktieren Sie bitte den Exzellenzcluster Universe der TU München. Wir vermitteln gerne. Für Schulen außerhalb Münchens: Nutzen Sie die IYA-Referentensuchmaschine, um Wissenschaftler für Ihr Wunschthema zu finden und kontaktieren zu können.)
Umgekehrt könnte man all diese Themen in einem Schulfach Astronomie unterrichten. Wie der Lehrplan aussehen könnte, zeigen die Beispiele in den östlichen Bundesländern, in denen es das Schulfach Astronomie gab bzw. gibt, z.B. in Brandenburg (PDF Seit 35) bzw. Mecklenburg-Vorpommern (PDF Seite 21-28) und Thüringen.

Nicht nur Theorie, auch Praxis zählt
Ein Highlight wäre es, auch einen praktischen, astronomischen Unterricht zu vermitteln, d.h. mit Teleskopen zu beobachten. Das wäre sowohl tagsüber, als auch nachts möglich. Eine Orientierung am Sternenhimmel ist nicht nur praktisch im Alltag, sondern macht auch Spaß. Der Besuch eines Planetariums, einer Sternwarte oder einer wissenschaftlichen Institution mit Forschungsschwerpunkt Astronomie rundet das Angebot ab.

Links auf weitere Blog-Artikel:

 



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Schul-Lehrpläne und Astronomie

17. September 2009, 15:06

Im Internationalen Jahr der Astronomie 2009 wurde erneut der Wunsch artikuliert ein Mehr an Astronomie in der Schule zu haben. Die Astronomie bietet als moderne, interdisziplinäre Naturwissenschaft große Chancen, um einen für Schüler attraktiven, naturwissenschaftlichen Unterricht zu gestalten. Aber wie sollte man das konkret umsetzen? (weiter)

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Die 12 größten Durchbrüche in der Astronomie

24. August 2009, 17:33

Ich habe darüber nachgedacht, was die zwölf größten wissenschaftlichen Leistungen in der Astronomie gewesen sein könnten. Wie sich zeigen wird, gibt es dabei ein paar interessante Lehrstücke zur historical correctness. Hier kommt meine natürlich subjektive Liste in chronologischer Reihenfolge:

DURCHBRUCH (1)
1609 Der Pionier der beobachtenden Astronomie

Der Naturforscher Galileo Galilei (1564 - 1642) begründete die moderne Astronomie, indem er das holländische Fernrohr, erfunden von Hans Lipperhey, verbesserte und erstmals an den Himmel richtete, um Himmelsobjekte zu erforschen. Er entdeckte Sonnensysteme im Mini-Format wie Jupiter mit seinen Galilei'schen Monden und die Phasen der Venus. Er fand, dass die Milchstraße aus Sternen zusammengesetzt ist und erforschte die Mondkrater. Galilei war der Entdecker neuer Welten und neuer Weltbilder. Denn seine Beobachtungen stützen das Kopernikanische Weltbild, nämlich dass nicht die Erde, sondern die Sonne im Zentrum des Planetensystems steht. Dies brachte ihn in den 1630er Jahren in Konflikt mit der katholischen Kirche, die ihn 1992 rehabilitierte.
Galilei kann als Pionier der modernen Naturforschung, insbesondere den empirischen Naturwissenschaften angesehen werden. Seinetwegen feiern wir das Jahr 2009, 400 Jahre nach seinem Durchbruch, das Internationale Jahr der Astronomie.

DURCHBRUCH (2)
1687 Die Beschreibung der Schwerkraft

Der Universalgelehrte Sir Isaac Newton (1643 - 1727) schuf eine Gravitationstheorie, die sowohl die Wirkung der Schwerkraft auf der Erde, als auch im Himmel hervorragend erklärte. Nach Newtons Gravitationsgesetz ist die Schwerkraft proportional zur Masse der beteiligten Körper, zwischen denen die Kraft wirkt und sie fällt mit dem Quadrat des Abstands der Körper ab. Auf diese Weise konnte Newton die empirisch gewonnen Kepler-Gesetze mathematisch erklären. Ein Aspekt dieser Leistung ist, dass er gleichsam die Gesetze von der Erde an den Himmel versetzte – ein Umstand, der wissenschaftshistorisch als die erste Unifikation bezeichnet wird.
1687 veröffentlichte Newton seine bahnbrechenden Erkenntnisse in seinem Werk "Philosophiae naturalis principia mathematica".

DURCHBRUCH (3)
1916 Ein neues Verständnis von Raum, Zeit, Materie und Energie

Der berühmteste Naturwissenschaftler Albert Einstein (1879 – 1955, siehe Foto) publizierte 1916 die Allgemeine Relativitätstheorie, kurz ART. Diese Erweiterung seiner Speziellen Relativitätstheorie von 1905 ist eine Gravitationstheorie, die unser Verständnis von Raum, Zeit und Energie in völlig neuem Licht erscheinen ließ. Die Relativitätstheorien vereinen Raum und Zeit zur Raumzeit. Nach der ART wird dieses vierdimensionale Gebilde durch Energieformen wie Masse gekrümmt. Die Erscheinung Gravitation resultiert aus gekrümmter Raumzeit.
Mathematisch lässt sich dies in der Einsteinschen Feldgleichung ausdrücken. Dies ist ein komplexes System aus zehn partiellen, nichtlinearen Differentialgleichungen, das sich recht kompakt mithilfe von Tensoren schreiben lässt. Einsteins Leistung bestand darin, diese Gleichung zu finden und physikalisch zu deuten. Die Feldgleichung ist das zentrale Element der ART. Bis heute sind nicht alle Lösungen der Feldgleichung bekannt. Ihre Lösungen sind zum Beispiel ganze Universen (Friedmann-Lösungen) oder Schwarze Löcher (z.B. Schwarzschild- oder Kerr-Lösung). Einsteins Theorie war damit ein Durchbruch zur modernen Kosmologie und Astrophysik. Auch heute noch profitiert die Wissenschaft von Einsteins Theorien und längst sind nicht alle Forschungsfragen der Relativitätstheorien  geklärt.

DURCHBRUCH (4)
1925 Die Welt außerhalb der Milchstraße

Der US-amerikanische Astronom Edwin Hubble (1889 - 1953) beobachtete in den 1920er Jahren "Nebel" mit dem damals größten Teleskop der Welt auf dem Mount Palomar – einem 100 Inch-Spiegel, also mit 2,5m Durchmesser. Damals nannten die Astronomen die Galaxien noch "Nebel" (engl. nebulae), weil sie als nebulöse, wolkenartige Gebilde im Teleskop zu erkennen waren. Hubble benutzte Sterne, die ihre Helligkeit periodisch verändern (die Cepheiden), um aus dem der Differenz von scheinbarer und absoluter Helligkeit (dem Entfernungsmodul) die Distanz zu bestimmen. So fand er 1925 heraus, dass sich die zwei "Spiralnebel" M31 und M33 außerhalb der Milchstraße befinden müssen (Publikation: E. P. Hubble, Cepheids in spiral nebluae, The Observatory 48, 139-142, 1925). Er maß damals 285.000 Parsec, rund eine Million Lichtjahre. Heute weiß man, dass die Andromedagalaxie M31 (siehe optische Fotografie von John Lanoue) sogar etwa 2,2 Millionen Lichtjahre von uns entfernt ist. Hubble begründete damit die extragalaktische Astronomie - ein Durchbruch.

DURCHBRUCH (5)
1927 Das Weltall dehnt sich aus

Dem soeben erwähnten Hubble wird die Entdeckung zugeschrieben, dass die entfernten Galaxien sich von uns wegbewegen. Tatsächlich gab es seinerzeit viele Astronomen, die wichtige Entdeckungen in der extragalaktischen Astronomie machten:
Der US-Astronom Milton Humason (1891 - 1972) bestimmte die Rotverschiebungen vieler Galaxien, die ein Maß für ihre Entfernungen ist. Als Assistent von Hubble lieferte Humason diese Daten, die später zur Bestimmung der Hubble-Konstanten verwendet wurden. (Bitte besuchen Sie unbedingt den Wiki-LINK mit Humasons sehr lesenswerter Lebensgeschichte. Vielleicht kam er sogar Hubbles Entdeckung unter Durchbruch 4 zuvor!)
Der deutsche Astronom Carl Wilhelm Wirtz (1876 - 1939) untersuchte in den 1920er Jahren ebenfalls "Nebel" (= Galaxien) an der Kieler Sternwarte. Schon 1924 entdeckte er dabei eine Beziehung zwischen Helligkeit und Radialgeschwindigkeit der Galaxien und damit eine Art Vorversion des Hubble-Gesetzes. Qualitativ stützten diese Beobachtungen das de-Sitter-Universum, eine Variante von expandierenden Universen.
Interessanterweise war es aber ein Priester und Kenner der Allgemeinen Relativitätstheorie, der Belgier George Lemaitre (1894 - 1966), dem 1927 der Durchbruch gelang. Alle weit entfernten Galaxien zeigen eine Rotverschiebung, was als Fluchtbewegung interpretiert werden kann. Der Grund: Die Raumzeit des Universums dehnt sich aus wie ein aufgeblasener Luftballon (siehe Skizze). Die im Kosmos befindlichen Objekte, Galaxien, Galaxienhaufen, aber auch Strahlung, müssen dieser Ausdehnung des Raums folgen. Als Konsequenz nehmen Abstände zwischen weit entfernten Galaxien mit der Zeit zu und Strahlung wird ebenfalls in die Länge gezogen. Dieser Effekt ist die kosmologische Rotverschiebung.
Wenn aber das Weltall expandiert, so muss es in der Vergangenheit kleiner gewesen sein. Lemaitre zog daraus den Schluss, dass es in der Vergangenheit die "Geburt des Raumes" gegeben haben muss.  Letztendlich meinte Lemaitre damit nichts anderes als den Urknall – so nennen wir es heute. Der Begriff Urknall oder Big Bang ist allerdings erst 60 Jahre alt. Erfunden wurde er von dem englischen Physiker Sir Fred Hoyle im Jahr 1949. Als Gegner der Urknalltheorie führte Hoyle "Big Bang" eigentlich als Schimpfwort ein.
Was lernen wir: Hubble verdanken wir die Messung der Hubble-Konstanten im ebenfalls nach ihm benannten Hubble-Gesetz – eine Gesetzmäßigkeit, die Wirtz im Prinzip vorwegnahm. Lemaitre ist im Prinzip der "Vater der Urknalltheorie", und es war nicht Hubble, dem wir die Entdeckung der Expansion verdanken.

DURCHBRUCH (6)
1932 Eine neue dunkle Materieform

Jan Hendrik Oort (1900 - 1992) ist ein niederländischer Astronom, den wir eher mit der Oort'schen Wolke in Verbindung bringen. So heißt die Heimstätte der (langperiodischen) Kometen, die in ca. 10.000 AU Entfernung ihr Dasein fristet. Es war auch Oort der erstmals den Ort des Milchstraßenzentrums in etwa 30.000 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Schütze lokalisierte. Oort war darüber hinaus in dritter Hinsicht ein Pionier: Er kann als Entdecker der Dunklen Materie bezeichnet werden. Wie kam er dazu?
Oort untersuchte Galaxien an der Sternwarte Leiden, u.a. auch die Rotation der Milchstraße. Dabei stellte er verblüfft fest, dass die Rotationsgeschwindigkeiten der Sterne um das Zentrum der Milchstraße viel höher sind, als man es aus der Theorie erwarten würde. Die Theorie, das sind die Kepler-Gesetze, die die Sterngeschwindigkeiten in Bezug setzen zur Massenverteilung in der Milchstraße. Nach Oorts Messungen lassen die Sternbewegungen auf viel mehr Masse schließen, als man beobachtet. Deshalb forderte er die Existenz einer "nebulösen, dunklen Materie" (Publikation: J. H. Oort, Bulletin of the Astronomical Institutes of the Netherlands 6, 249, 1932).
1933 fand offenbar auch der schweizerische Astronom Fritz Zwicky (1898 – 1974) Gefallen an der Hypothese der Dunklen Materie. Er betrachtete jedoch größere Systeme: Galaxienhaufen. Die Dynamik der Galaxien in einer Ansammlung von Galaxien wird von der Gravitation bestimmt. Auch hier bewegten sich die Galaxien im Haufen viel schneller, als man es vom Anteil der sichtbaren Materie erwarten würde. Die zusätzliche Dunkle Materie erklärte sehr elegant die Beobachtungen  der Galaxienhaufen (Publikation: Zwicky, Fritz, Helv. Phys. Acta 110, 6, 1933).
Neben Galaxien und Galaxienhaufen spricht auch die allgegenwärtige, kosmische  Hintergrundstrahlung für die Existenz der Dunklen Materie. Es ist sogar möglich den Anteil der verschiedenen Materie- und Energieformen im Kosmos in verschiedenen Epochen zu bestimmen, weil sie sich in der Art unterscheiden, wie sie sich mit der kosmischen Expansion ausdünnen. Aktuell besagen die Daten von dem Satelliten WMAP, dass wir und die normale Materie eine Ausnahmeerscheinung sind: Gewöhnliche, oder wie der Fachmann sagt, baryonische Materie macht 4,6% im lokalen Universum aus. Dunkle Materie gibt es anteilig mehr: 23,3%. Und dominiert wird der entwickelte Kosmos von der Dunklen Energie, einer mysteriösen Energieform mit noch seltsamerer Zustandsgleichung: Sie stellt 72,1%. Somit sind ca. 95% im Kosmos aus rätselhaftem, neuem Stoff, den wir auf der Erde nicht kennen.
Was verbirgt sich hinter der Dunklen Materie? Wir wissen es nicht, aber es gibt ein paar gute Ideen. Nach der vielversprechendsten Hypothese besteht Dunkle Materie aus neuen Teilchen, z.B. supersymmetrische Teilchen. Sie zu finden, ist eine der zentralen Aufgaben des Large Hadron Colliders am CERN.

DURCHBRUCH (7)
1965 Das Nachglühen des Urknalls

Arno Penzias (* 1933) und Robert Wilson (* 1936) entdeckten 1965 mit einer hausgroßen Hornantenne (Foto rechts; Credit: Bell Labs, USA) eine Strahlungsform, die uns aus allen Himmelsrichtungen erreicht. Sie entdeckten die kosmische Hintergrundstrahlung. Es ist eine thermische Strahlungsform und das Älteste, was Menschen überhaupt messen können: Die Hintergrundstrahlung hat sich vor 13,69 Mrd. Jahren bzw. 380.000 Jahre nach dem Urknall auf den Weg gemacht. Damals gab es noch keine Sterne, keine Galaxien, keine Planeten – es gab nur ein Gas, das im Wesentlichen aus 75% Wasserstoff und 25% Helium bestand und das ein paar tausend Grad Temperatur hat. Dadurch strahlte es und dieses "Glühen" beobachten die Astronomen heute noch. Penzias und Wilson wurden für diese Entdeckung 1978 mit dem Nobelpreis für Physik belohnt. Vorhergesagt hatte diese Strahlung schon der Russe George Gamow (1904 - 1968) - Er ging bei der noblen Prämierung leer aus, weil er leider bereits 1968 verstarb.

DURCHBRUCH (8)
1992 Unregelmäßigkeiten in der Hintergrundstrahlung

Die kosmische Hintergrundstrahlung enthält eine Fülle von Informationen über das Weltall, und für sie gab es einen weiteren Nobelpreis für Physik. Im Jahr 2006 erhielten ihn die beiden Leiter des COBE-Teams, John Mather (geb. 1946) und George Smoot (geb. 1945), beide US-Astrophysiker. COBE steht für Cosmic Background Explorer und bezeichnet einen Satelliten, der die kosmische Hintergrundstrahlung im Bereich der Mikrowellen detektierte (Die Europäische Weltraumbehörde ESA schickte vor kurzem einen Nachfolger ins All. PLANCK soll die Hintergrundstrahlung in den nächsten Monaten noch viel genauer kartieren. In meinem Blog post zu PLANCK wird auch etwas mehr zur Messmethode erläutert).
Im Unterschied zur Radioantenne von Penzias und Wilson von Durchbruch 7, konnte mit COBE sehr genau das Spektrum der Hintergrundstrahlung gemessen werden. Ohne jeden Zweifel ist es thermische Strahlung, die durch eine Planck-Kurve beschrieben werden kann. Ihre Temperatur liegt bei nur 2,7 Kelvin – das bestätigte hervorragend Gamows Prognose.
Der eigentliche Hammer der neuen Hintergrundkarte von COBE waren jedoch richtungsabhängige Unregelmäßigkeiten, so genannte Anisotropien (siehe Foto). Zieht man alle Störquellen ab, so bleibt eine schwache Schwankung der Temperatur der kosmischen Hintergrundstrahlung im Bereich von nur 10^-5 Kelvin. Ist das Detektorrauschen oder ein Messfehler? Nein, weder noch; es ist ein Abbild der ersten Dichteverteilung im frühen Universum! Diese frühesten Materieverdichtungen zogen mit ihrer Gravitation an dem ersten Licht, das der Kosmos kannte. So prägten die Materieverdichtungen hier und da einen unverwechselbaren Abdruck in die kosmische Hintergrundstrahlung – und dieses Muster ist 13,69 Mrd. Jahre später von COBE aufgespürt worden! COBE erzählte uns damit zum ersten Mal bebildert die Geschichte des Universums fast vom Anfang bis heute. Der berühmte Physiker und Kosmologe Stephen Hawking nannte deshalb diese Entdeckung die größte, wissenschaftliche Errungenschaft des Jahrhunderts – vielleicht sogar aller Zeiten.

DURCHBRUCH (9)
1993 Gravitationswellen muss es geben

Die Astronomen Russel Hulse (geb. 1950) und Joseph Taylor (geb. 1941) investierten viel Zeit, um ein besonderes Sternenpaar zu beobachten. Es handelt sich dabei um einen Doppelpulsar, also zwei Neutronensterne, die sich umkreisen. Neutronensterne sind kompakte Sternüberbleibsel, die nach der Sternexplosion eines massereichen Sterns übrig bleiben. Ihr Durchmesser ist so groß wie eine Großstadt und ihre Masse ist so groß wie die Sonnenmasse!
Beobachtet man über Jahre den Tanz der Neutronensterne, so erkennt man, dass ihre Pulse in immer schnellerer Folge kommen, d.h. sich immer mehr annähern. Offenbar verliert das Doppelsternsystem beim Tanz Energie. Hulse und Taylor konnten quantitativ zeigen, dass dieser Energieverlust genau zur abgestrahlten Energie passt, die Gravitationswellen forttragen. Kompakte Sterne, die sich umkreisen, bringen die Raumzeit sozusagen in Wallung. Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie erklärt diesen Effekt, denn die Raumzeit gerät bei der Beschleunigung von Massen in Schwingungen. Doppelpulsare sind sehr effektive Gravitationswellenemitter.
Für Ihren indirekten Nachweis der Gravitationswellen erhielten Hulse und Taylor den Nobelpreis für Physik im Jahr 1993. Derzeit läuft eine angestrengte Suche (u.a. mit LIGO und Geo 600), um Gravitationswellen direkt zu messen. Es muss sie geben. Ausgerechnet hat die Wellen ausgerechnet Durchbrecher Nr. 6, Albert Einstein, und zwar schon 1916.

DURCHBRUCH (10)
1995 Fremde Welten entdeckt

Im Oktober 1995 gaben Astronomen aus der Schweiz, Michel Mayor und Didier Queloz, die erste Entdeckung eines Planeten außerhalb des Sonnensystems benannt. Dieser so genannte extrasolare Planet hört auf den Namen 51 Pegasi b, hat eine halbe Jupitermasse und rotiert in Atem beraubenden 4,2 Tagen einmal um sein Heimatgestirn 51 Pegasi. Der Abstand zu seiner Sonne beträgt nur 0,04 AU (Erde zur Sonne: 1 AU), also sechs Millionen Kilometer. Unsere Sonne würde als Vollkugel nur viermal zwischen 51 Pegasi und den Exoplaneten passen.
Mittlerweile wurden zwischen 1995 und 2009 ungefähr 334 extrasolare Planeten gefunden, deren Massen zwischen 0,01 und 20 Jupitermassen liegen. Wir wissen von hunderten anderer Welten - Exoplaneten sind offenbar recht zahlreich. 2007 wurde sogar eine "Supererde" gefunden, die nur fünfmal schwerer ist, als die Erde (Gliese 581).
Die Astronomen suchen natürlich auch nach Leben auf diesen Exoplaneten. Das soll die Aufgabe der DARWIN-Mission und bei Erfolg ein weiterer Durchbruch werden.

DURCHBRUCH (11)
1998 Das Universum dehnt sich beschleunigt aus

Zwei Gruppen, das Supernovae Cosmology Project (SCP, um S. Permutter, LBL California) und High-z Supernovae Search Team (HZSNS, um B. Schmidt, Harvard) beschäftigten sich seinerzeit mit der Beobachtung bestimmter Sternexplosionen. Es handelte sich dabei um Supernova vom Typ Ia.  Kompakte Sternüberreste, nämlich Weiße Zwerge, sammeln Materie auf, überschreiten eine kritische Grenze (Chandrasekhar-Masse) und explodieren daraufhin. Supernovae Ia haben mehr oder weniger immer dieselbe Ausgangssituation vor der Explosion und sind daher immer ungefähr gleich hell. Diese Kenntnis machen sich Astronomen zunutze, um Entfernungen zu bestimmen. Sie folgt direkt aus scheinbarer und absoluter Helligkeit.
Entfernungsmarken wie die SN Ia kann man daher ausnutzen, um Distanzen zu messen. Daraus lassen sich Rückschlüsse auf die Expansion des Kosmos ziehen. Wie bereits Lemaitre 1927 entdeckte, expandiert es (Durchbruch 5). Seit 1998 wissen wir, dass es sogar beschleunigt expandiert.
Nun kommt wieder Einsteins ART von 1916 ins Spiel: Die beschleunigte Expansion ist nur mit einer ganz merkwürdigen Energieform erklärbar, nämlich mit der Dunkle Energie. Was das ist, wissen die Astrophysiker nicht – hier lauert schon der nächste Durchbruch.

DURCHBRUCH (12)
2001 Beobachtung Schwarzer Löcher

Gibt es Schwarze Löcher? Einsteins Feldgleichung der ART von 1916 offenbart kuriose Lösungen: punktförmige Massen, die eine so starke Gravitation haben, dass ihnen nicht einmal das Licht entkommen kann. Diese Schwarzen Löcher können statisch und kugelsymmetrisch sein (Schwarzschild-Lösung) oder rotieren (Kerr-Lösung). Erlaubt die Natur die Existenz dieser seltsamen Objekte?
Die Forschergruppe um Reinhard Genzel, Professor für Astronomie und Direktor am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik  (MPE), beobachtet seit vielen Jahren das Zentrum der Milchstraße. Durch Staub und Sterne in der Milchstraßenebene ist die Sicht in das 26.000 Lichtjahre entfernte Zentrum unserer Heimatgalaxie optisch verwehrt. Den MPE-Astronomen ist es gelungen, mit immer subtileren Beobachtungstechniken das Herz der Milchstraße im Infraroten zu beobachten. Dabei fanden Sie Erstaunliches: Die Sterne im innersten Kern der Milchstraße tanzen mit atemberaubenden Geschwindigkeiten von einigen tausend Kilometern pro Sekunde um das Zentrum der Milchstraße. Was veranlasst sie zu so einer wilden Bewegung?
Über die Jahre zeigte sich, dass sich die innersten Sterne auf kreis- und ellipsenförmigen Bahnen bewegen –  genauso wie die Planeten um die Sonne kreisen. Es sind auch dieselben Gesetze am Werke, nämlich die Kepler-Gesetze, die mathematisch mit Newtons Theorie von 1687 (Durchbruch 2) abgeleitet werden können. Das dritte Kepler-Gesetz setzt die Umlaufzeit eines Sterns und den Durchmesser seiner Bahn in Bezug zur zentralen Masse, um die er kreist. Umlaufzeit und Bahndurchmesser kann man beobachten und die Masse ausrechnen. Und es muss eine wahrhaft mächtige Sternschleuder sein: Die Masse innerhalb eines nur wenig größeren Bereichs als unser Sonnensystem ist so groß wie vier Millionen Sonnen!
So kompakt sind nicht viele Himmelskörper und nach sorgfältiger Betrachtung kommt man zu der Einsicht, dass im Zentrum unserer Heimatgalaxie ein supermassereiches Schwarzes Loch sitzen muss. Es ist bislang der beste Kandidat dafür im ganzen Kosmos.

Epilog

Ist es nicht fantastisch, wie die Durchbrüche miteinander verwoben sind? Mit Erstaunen habe ich außerdem festgestellt, dass zwischen Durchbruch 2 und 3 fast 250 Jahre liegen. Die 1960er Jahre werden gerne als das goldene Zeitalter der Astronomie bezeichnet. In diesem Jahrzehnt wurde die kosmische Hintergrundstrahlung entdeckt (Durchbruch 7), aber auch die Natur der aktiven Galaxien wie Quasare wurde enthüllt. Ebenfalls in den 1960er Jahren fand Roy Kerr die Lösung, die rotierende Schwarze Löcher beschreibt. 1967 wurden mit den VELA-Satelliten durch Zufall die Gammaastrahlenausbrüche entdeckt - Himmelsobjekte, die derzeit den astronomischen Entfernungsrekord halten. Und im gleichen Jahr prägte John Wheeler den Begriff "Schwarzes Loch". Das waren alles große Leistungen. Blicke ich nun auf meine persönliche Top12, so waren die 1990er Jahre offenbar noch umwälzender für die Astronomie: Es gab hier gleich vier Durchbrüche, nämlich 8, 9, 10, und 11 - das ist gar nicht so lange her!

Was werden die nächsten Jahre und Jahrzehnte bringen? Jedenfalls ist es grandios in diesen aufregenden Zeiten zu leben.



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