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Teilchenbeschleuniger LHC wieder eingeschaltet

von Andreas Müller, 21. November 2009, 13:33

Freitag, 20. November 2009, 22:00 Uhr – Am LHC kreisen die Protonen wieder! Der 27 Kilometer umfassende Beschleunigerring wurde gestern, am späten Freitag Abend, wieder durchlaufen.

Am 10. September 2008 gelang es, die Protonen erstmals kreisen zu lassen. Dann kam der folgenschwere Defekt und der vorübergehende, einjährige Stillstand der größten Entdeckungsmaschine der Welt.

Der Teilchenbeschleuniger Large Hadron Collider (LHC) am Forschungszentrum CERN bei Genf ist wieder bereit, um die physikalische Grundlagenforschung entscheidend voranzubringen. Der zurzeit potenteste Teilchenbeschleuniger der Welt im Herzen Europas beschleunigt elektrisch positiv geladene Teilchen – Protonen, die zusammen mit Neutronen einen Atomkern aufbauen –  fast auf Lichtgeschwindigkeit und bringt sie zum Zusammenstoß. In dem winzigen Feuerball konzentriert sich eine gewaltige Energie, die - so die Erwartung - neue Teilchen freisetzen wird. Die Teilchenphysiker möchten mit dieser Maschine das Higgs-Boson, supersymmetrische Teilchen und neue Physik entdecken. Vielleicht finden sie auch neue Raumdimensionen neben Länge, Breite und Höhe – wer weiß? Vor Schwarzen Mini-Löchern oder anderen exotischen Gefahren werden wir uns nicht fürchten müssen.

In etwa einer Woche sollen die ersten Teilchenkollisionen im LHC stattfinden. Die Teilchenphysiker werden zunächst mit kleinen Teilchenenergien starten. Dabei sollen die Gerätschaften und insbesondere die Detektoren kalibriert werden.

Ab 2010 werden die Teilchenstrahlen auf höhere Energien bis 3,5 TeV (entsprechend einer Kollisionsenergie von 7 TeV) beschleunigt werden.  Dann beginnt die eigentliche wissenschaftliche Arbeit mit dem LHC. In den vier Großexperimenten ATLAS, CMS, ALICE und LHC-b, die sich auf dem Beschleunigerring befinden, werden dann Petabyte an Messdaten gesammelt werden.

Hier befinden sich einige Fotos zum Neustart des LHC: http://cdsweb.cern.ch/record/1223350

Am kommenden Montag, 23.11.09 um 14:00 Uhr gibt es eine Pressekonferenz, die per Webcast übertragen wird: http://webcast.cern.ch/

Stay tuned!

Quelle: CERN-Pressemitteilung vom 20.11.09



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Go for Launch: Eilantrag gegen LHC abgewiesen

Kommentare

  1. Jan Hattenbach kein Betreff
    10.12.2009 | 09:26

    [Sarkasmus ein]

    If you can't stand the heat, stay out of the kitchen.

    [Sarksamus aus]

    Ich bin gegen eine Löschung. Diese ganze Diskussion hier ist nicht nur amüsant sondern auch sehr aufschlussreich. Man lernt nämlich einiges über die Verfasser mancher Kommentare, und wie man am besten damit umgeht. Und solange die Beleidigungen nicht anonym vorgebracht werden, geben sie dem Beleidigten immerhin die Möglichkeit, rechtlich gegen den Verfasser der Angriffe vorzugehen. Wenn der Beleidigte überhaupt die Muße hat, sich mit so einem unterbelichteten Müll zu befassen.

    Lieber Michael, du arbeitest dich jetzt seit mehr als zwei Wochen daran ab, hier Leuten ein wenig mehr Licht in ihrem Oberstübchen zu verschaffen, deren einziges Ziel ist, sich durch solche "Diskussionen" (die es ja im Grunde gar nicht sind) in der Öffentlichkeit zu profilieren. Dabei nutzen sie ganz bewusst ein Blogportal wie dieses ganz bewusst, um mit dem Namen "Spektrum" hausieren zu können. Merkst du denn nicht, wie du hier deine Zeit und Energie verschwendest? Ich finde es ja lobenswert, dass du dich um Aufklärung bemühst. Ein böser Mensch (der ich nicht bin) könnte das aber schlicht Naivität nennen.

    Wenn man in dem Mist, den manche Kommentatoren hier ablassen, auch noch weiter herumstochert, wird er dadurch nicht zu Gold. Es lockt nur Fliegen an.

  2. Jan Hattenbach kein Betreff
    10.12.2009 | 09:28

    Hm, jetzt sehe ich, dass Michaels letzter Kommentar nicht mehr da ist. Auf diesen bezog ich mich aber. Wenn Michaels Kommentar gelöscht wurde, bitte ich auch um Löschung von meinem, der sonst keinen Sinn ergibt!

  3. Michael Khan @Jan: The Heat
    10.12.2009 | 09:39

    Ob ich die Hitze vertragen kann, steht nicht zur Debatte. Mit Beleidigungen meiner Person komme ich ganz gut zurecht und habe auch kein Broblem, bei Bedarf angemessen auszuteilen.

    Hier geht (oder ging), da die betreffende beleidigende Aeußerung entfernt wurde) es aber um Beleidigung unbeteiligter Dritter.

  4. Jan Hattenbach kein Betreff
    10.12.2009 | 09:48

    Mein Zitat (Heat, Kitchen) bitte ich im Gesamtkontext meines Kommentars zu sehen, und nicht reduziert auf den Punkt der inzwischen gelöschten Beleidigung.

    Im übrigen dikuttiert es sich ziemlich schwierig, wenn ganze Kommentare aus dem laufenden Thread gelöscht werden. Das geht im "realen Leben" auch nicht.

  5. 10.12.2009 | 10:54

    Ich habe schon immer bedauert, dass das reale Leben nicht menügesteuert ist.

    Zumindest sollte das Leben eine mehrstufige Undo-Funktion aufweisen.

  6. Rudolf Uebbing Was eigentlich schnell auffällt
    10.12.2009 | 21:13

    Was in Teilen am LSAG-Report, insbesondere an der Arbeit von Giddings und Mangano, auffällt
    oder was mir sich als ein Dokumentationsmangel
    darstellt, sehe ich wie folgt:
    Für eine wissenschaftliche Untersuchung,
    die ein Globalrisiko ausschließen soll,
    ist das Auslassen von einigen Angaben
    zu den implizit gegebenen Standardabweichungen
    und auch zu den zugrundeliegenden Signifikanzniveaus
    an sich schon als ein systematischer Mangel anzusehen,
    d.h. bestimmte, quantifizierende Verlässlichkeitsangaben
    spielen in dem wissenschaftlichen Text kaum eine Rolle;
    ich hebe dabei insbesondere auf die Arbeit von Giddings und Mangano ab.

    Der Leser ihres Fachpapieres muss sich die o.g. Werte wie
    Vertrauensbereiche und Werte von mittl. Fehlern denken(!)-
    und dies angesichts eines auszuschließenden Globalrisikos.

    Dem professionellen Risikoforscher Dr. Mark LEGGETT muss man bereits aus Sicht eines Nicht-Physikers zustimmen, wenn im LSAG-Report oder in angeschlossenen
    Fachgutachten einige Daten zu Verlässlichkeitswerten nicht nachgewiesen sind
    und er das Ergebnis des LSAG-Prozesses
    als n i c h t zeitgemäß einstuft.

    Die o.g. Verlässlichkeitsangaben gehören nachgewiesen
    u n d zugleich dokumentiert -
    und nicht nur nebenläufig als selbstverständlich vorausgesetzt;
    so entsteht leider der Anschein einer unkritischen Einstellung.

    Wo sind also die Verlässlichkeitsangaben, z.B. die Angaben zu Signifikanzniveaus bei G&M ?

    Eine Sicherheitsbetrachtung (LSAG-Report 2008), die Abschätzungen hin zur so genannten "sicheren Seite" unter Nutzung physikalischer Analysen vornimmt, beruht auf Einzelschritten, die im vorliegenden Fall auf Schlussfolgerungsketten, welche selbst wiederum

    a) teilweise auf hypothetischen (nicht immer beobachtend oder nicht immer experimentiell nachgewiesenen) Annahmen,

    b) auf Parametrisierungen, die einer Standardabweichung (mittl. Fehler) unterliegen,

    c) und auf logisch-wertigen Aussagen, die mit einem Zuverlässigkeitswert (Signifikanzniveau) verknüpft sind,

    basieren.

    Die Auswirkung der unter a) bis c) aufgeführten Merkmale
    v e r m i n d e r t eine Zutreffenswahrscheinlichkeit
    von 1 - vermindert also eine Verlässlichkeit auf unter "100 Prozent".

    Auf welchen Seiten im LSAG-Report 2008
    werden Verlässlichkeitsuntersuchungen zu
    den Sichheitsbetrachtungen quantifiziert nachgewiesen ?

  7. ralfkannenberg nicht referenzierte Parallel-Diskussion
    11.12.2009 | 09:47

    Sehr geehrter Herr Uebbing,

    diese Fragen wurden Ihnen bereits auf der NZZ beantwortet. Ich verstehe nicht, warum Sie sie ohne Referenz auf die bereits erteilten Antworten hier erneut thematisieren.

    Freundliche Grüsse, Ralf Kannenberg

  8. Michael Khan Mehr Phantasie!
    11.12.2009 | 10:42

    Was ist denn los mit da Katastrophentheoretikern? Da erscheinen über Nord-Norwegen leuchtende Kringel am Himmel und selbst zwei Tage danach hat noch keiner einen Zusammenhang zum LHC konstruiert? Ich bin schwer enttäuscht.

  9. anton waldkircher ein klarer beweis!
    11.12.2009 | 11:39

    doch herr kahn, da bin ich schneller wie sie denken zur stelle auch wenn ich über die löschung gestern noch sauer bin und ich nicht will das sie sich lustig über wissenschaftler wie mich machen!

    in den kringeln ist zu sehen dass schwarze löcher vom lhc in den nordhimmel schwirren und damit auch ufos sichtbar machen die eigentlich in einer ganz anderen dimension sind. Vielleicht in der siebten, aber auch in der zwölften dimension! das alles sagte auch der bekannte ufo-forscher und privatgelehrte klaus deistung voraus der ufos auch vor dem lhc immer schon gesehen hat vor allem nachts wenn alle schlafen! er schrieb in einer seiner veröffentlichungen "Die Völker haben schon vor Jahrtausenden eine Menge Fluggeräte gesehen und überliefert, besonders in Sumer, Indien (Vimana) aber auch in Mexiko. Ja selbst in der Bibel werden sowohl Technik als auch Flüge beschrieben! Vor über 100 Jahren gab es einen ersten (mittlerweile wieder bekannten) Versuch des Baues und Fluges eines nach Ezechiel (Ez 1,4-28) gebauten Fluggerätes durch Referent Burrell Cannon"

    die raumschiffe von vorgestern das waren nicht die russen sondern schwarze löcher aus dem lhc und sonst unsichtbare aliens, wahrscheinlich welche von wega. der zusammenhang zum lhc ist klar. das sind subtertiale spirulenzien, von denen auch die wissenschaftler vom A.A.S. schon sprachen die es geben würde.

  10. Rudolf Uebbing Verantwortungswahrnehmung / Physik
    14.12.2009 | 00:35

    Verantwortungswahrnehmung damals und heute im Zuge der Physikgeschichte

    Hier zum Thema Verantwortung 1942
    in der 'Kriegsphysik' in den USA und heute / LHC - eine Ergänzung zu meinem Beitrag vom 09.12.2009 | 01:08:
    Arthur H. COMPTON (Physik-Nobelpreis 1927) berichtet in "Die Atombombe und ich" (deutsche Übersetzung 1958
    von "Atomic Quest", 1956) zu der historischen Erstherbeiführung einer kontrollierten atomaren Kettenreaktion,
    einem 1942 gelungenen Experiment unter FERMI, auf den Seiten 195 ff.
    Erläuterung: Es ging seinerzeit darum,
    neben dem angereicherten Uran 235
    auch Plutonium für die Atombombenherstellung zu gewinnen und dies mittels eines Atomreaktors auf Uranbasis. - Wohl wissend, dass man
    auch unbekannte kritische Einzeleffekte
    hätte übersehen können, hatte man zunächst eine Aufstellung des Versuchsreaktors deutlich ausserhalb Chicagos vorgesehen; das dazu vorgesehene Gebäude wurde jedoch nicht rechtzeitig fertig erstellt, so dass Compton entscheiden musste, das Experiment im Universitätsgelände von
    Chicago durchzuführen.

    Die Gefahr bestand darin, dass ein
    übersehener Einzeleffekt die Kettenreaktion unerwartet ausser Kontrolle hätte geraten lassen
    und nach einer Kernschmelze zur radioaktiven Verseuchung der Großstadt Chicago hätte führen können.

    Compton schreibt:
    "Das Ergebnis des Experiments konnte also von großem Einfluß auf das Geschick der Stadt sein.

    Als verantwortlicher Beamter der University of Chicago hatte ich nach deren Statuten die Pflicht, die Angelegenheit meinem Vorgesetzten zu unterbreiten.

    Aber das wäre in diesem besonderen Falle unfair gewesen.

    Rektor Hutchins war nicht in der Lage,
    sich ein unabhängiges Bild über die Risiken zu bilden. ...

    ... hätte er nur eine einzige Antwort
    geben können - nein. Und diese Antwort wäre falsch gewesen.

    Deshalb übernahm ich selbst
    die Verantwortung. ..."
    Von den informierten Verantwortlichen
    (S1-Ausschuss in Washington) wurde das Risiko als "Kriegsgefahr" hingenommen. Es wurde Compton nicht aufgetragen, das Experiment einzustellen.
    Anmerkung: Die Chicagoer Bevölkerung wurde nicht informiert (gem. weiterer Quelle, sh. bei P. Strathern).
    Auf Seite 202 in dem persönlichen Erlebnisbericht von Compton wird die Experimentiermannschaft von 1942
    scherzhaft mit "Selbstmordtruppe" bezeichnet.

    Mit diesen Zitaten ist hier nicht eine persönliche Beurteilung der damals Beteiligten verbunden, sondern eher zu
    dem systemischen Druck unter dem Zwang der Ereignisse, der damals darin mündete, dass 1945 ca. 300 Jahre Physikentwicklung in dem Höhepunkt der Entwicklung einer Massenvernichtungswaffe
    mündeten.
    Zurück zur Gegenwart:
    In einem deutschen Wochenmagazin aus 2009
    kann nachgelesen werden, dass CERN-Wissenschaftler selbst das LHC-Experiment, darin den Kollisionspunkt, scherzhaft mit dem Terminus "Apokalyptischen Reiter" benennen.

    Die Frage ist zulässig, welchen Hintergrund diese Wortwahl hat,
    wenn das von CERN öffentlich bekanntgemachte Risiko als nullwertig dargestellt ist? Welche
    unerkannten, undiskutierten Parallelen zwischen damals und heute mag es geben?

    Wie damals - 1942 - gehört das aktuelle Experiment nicht vor eine Haustür mit Bewohnerschaft, sondern ggf. weit davon weg durchgeführt - jedenfalls dann, wenn die Voruntersuchungen nicht angemessen ausgedehnt werden - wie viele andere und ich meinen.
    Die alte RUTHERFORDsche Befürchtung vom
    Beginn des letzten Jahrhundertes, welche
    ein übergroßes Laborrisiko betraf, sollte
    ihren Stellenwert im Bewusstsein der
    Agierenden erhalten.

  11. Rudolf Uebbing KORRIGENDA: "Turnier" richtig
    18.12.2009 | 08:01

    KORRIGENDA: "Turnier" richtig
    Korrigenda: Artikelüberschrift in WiWo
    zu einem LHC-Bericht - dort
    nicht "Reiter", sondern "Turnier".

    Ich gestehe, dass ich untröstlich bin,
    die CERN-Scherzäusserung in meinen
    früheren Beiträgen unkorrekt
    wiedergegeben zu haben.

    Nein, es ist nicht vom
    "Apokalyptischen Reiter",
    sondern vom "Apokalyptischen Turnier"
    die Rede.
    Sinngemäß passt "Turnier" besser,
    da es mehrere, vier größere Experimente gibt, die
    in den Vordergrund gestellt werden:
    ATLAS, ALICE, LHCb und CMS, weniger ist
    die Rede von LHCf und TOTEM. Mit "Turnier"
    ist gut die Vorstellung verbunden, dass
    mittelalterliche Ritter reitend aufeinander
    lospreschen, sich treffen, sich dabei
    vom Sattel hauen und dies
    gleichzeitig an vier Kollisionspunkten -
    etwa wie im LHC. Was liegt dem Leser näher dabei
    als der Gedanke an die vier biblischen
    Reiter (sh. Offb 6,1-8), ein Sinnbild für eine
    apokalyptische Situation.
    Sh. Zeitschrift Wirtschaftswoche
    v. 20.07.2009, Nr. 30, S. 70:
    Artikelüberschrift:
    "Apokalyptisches Turnier"
    Dort auf S. 71, Zitat:
    "Die Hochleistungspumpen stecken
    auch im Atlas, nahe der Stelle, an der das
    'apokalyptische Turnier' stattfindet.
    So nennen Cern-Forscher jenen Punkt,
    an dem die Protonen aufeinanderprallen,
    die in den Ringen gegeneinanderlaufen."
    Am Ende des Artikels, S. 71, werden
    die denkbaren, kleinen künstlichen Schwarzen Löcher
    mit einem Zitat von Physiker Edgar Mahner wie folgt
    beurteilt:
    (mBH)"'...sind, wenn sie überhaupt entstehen,
    so winzig, dass sie keinen Schaden
    anrichten', verspricht Physiker Mahner.

    Bleibt zu hoffen, dass er recht hat."
    Unterschrieben ist der WiWo-Artikel mit
    einer email-Adresse:
    wolfgang.kempkens@wiwo.de
    Hier noch ein Rückblick auf eine ältere historische
    Warnung -
    Walther Hermann NERNST (Nobelpreis 1920) -
    eine frühe Befürchtung aus dem Jahre 1921:
    Der Wissenschaftsautor Robert Jungk gibt in
    "Heller als tausend Sonnen"
    eine Äusserung von NERNST, dieses Physikers und
    Chemikers, aus dem Jahre 1921 wieder, die der RUTHERFORDschen Befürchtung aus dem Jahre 1903 in etwa gleich kommt, nämlich dass aus einem physikalischen Labor heraus tatsächlich eine globale Gefahr entstehen könne.
    (Rutherford: Nobelpreis 1908)

    Sh. bei R. JUNGK, "Heller als tausend Sonnen", Bern,
    1956, S. 16:
    "'Wir leben sozusagen auf einer Insel aus
    Schießbaumwolle' schrieb 1921 der deutsche Physiker
    und Nobelpreisträger Walter NERNST,
    als er versuchte, die neuesten Ergebnisse der Forschung
    Rutherfords einer größeren Öffentlichkeit verständlich
    zu machen. Aber zur Beruhigung hing er gleich einen
    Nebensatz an: '... für die wir Gott sei Dank das
    anzündende Streichholz noch nicht gefunden haben.'"
    Wie etlichen aufmerksamen Bürger aufgefallen ist,
    entspricht die Qualität und der Umfang der
    Voruntersuchungen (Sicherheitsanalysen / LSAG-Report 2008 des CERN) nicht der Bedeutung dessen, dass ein LHC tatsächlich dieses "anzündende Streichholz" hergeben könnte.
    Leider geht dazu nicht unwidersprochen mit einher,
    dass in dem o.g. deutschen Wochenmagazin im Sommer 2009
    berichtet wurde, dass von CERN-Forschern scherzhaft
    der Kollisionspunkt im LHC als "Apokalyptisches
    Turnier" bezeichnet wurde. Eine Rücknahme dieser
    Scherzäusserung ist hier nicht bekannt.

  12. Michael Khan @R. Uebbing
    19.12.2009 | 11:35

    Schon gut, Herr Uebbing, der Tiefe und Bedeutungsschwere Ihrer Argumentation kann man wahrlich nichts entgegensetzen.

    Andere Frage (nur aus Interesse): Warum erscheinen die Zeilen in Ihren Texten immer so merkwürdig abgehackt?

  13. Rudolf Uebbing Tiefgang des LSAG-Reportes 2008
    20.12.2009 | 12:46

    LSAG-Report 2008 angemessen tiefgehend ?

    Als wichtigste Expertise, auf die sich der
    LSAG-Report 2008 stützt, muß das
    Fachpapier von Giddings u. Mangano
    (G&M:"Astrophysikalische Implikationen...",
    2008, z.Z. nur englischsprachig bekannt)
    angesehen werden.
    Dortiges Ergebnis:
    Die Abschätzungen - zunächst aus der reinen Teilchenphysik
    abgeleitet - führen in ersten Analysenschritten dazu,
    dass in relativ kurzen Zeiträumen ein Schaden durch wachsende
    mBH (mikroskopische Schwarze Löcher) nicht
    ausgeschlossen werden kann, nämlich dann,
    wenn bestimmte Zusatzdimensionen oder ihre
    Aufrollgrade (sh. "Warping") berücksichtigt
    werden. Daher untersuchen G&M zusätzlich kompakte
    stellare Objekte, wobei von G&M u.a. gesagt
    wird, dass primordiale schwarze Löcher
    (ca. 10**15 Gramm schwer, also
    viele Größenordnungen schwerer
    als z.B. die mit
    2000-Protonen-Äquivalenzmasse bemessbaren
    künstlichen, theoretisch angedachten mBH)
    innerhalb von 300000 Jahre Neutronensterne
    und innerhalb von 1,8 Milliarden Jahren
    Weisse Zwergsterne akkretieren können.

    Mit der Existenzaussage über
    alte Neutronensterne und
    alte Weisse Zwergsterne wird die abschliessende
    Entwarnung von G&M erteilt.

    Leider kann ich zu der G&M-Expertise nicht erkennen,

    a)dass einige ungeklärte Beobachtungen aus Teilchenphysik und
    Astronomie angesprochen und mitberücksichtigt werden,

    b)dass alle zu berücksichtigenden Modelle
    anderer Physiker in die Sicherheitsanalyse eingeflossen sind,

    c) dass bestimmte statistische Hilfsmittel herangezogen
    werden, um die getroffenen Aussage zu untermauern,

    d) dass Altersbestimmungen kompakter stellarer Objekte
    auf ihre Verlässlichkeit angemessen untersucht werden,

    e) dass Beobachtungsauswahleffekte,
    z.B. verknüpft mit den derzeitigen
    Instrumentenempfindlichkeiten,
    diskutiert werden,

    f) dass ganz grundsätzlich in der G&M-Expertise
    die sonst in der Wissenschaft so übliche Termini wie
    mittlerer Fehler, Standardabweichungen, Signifikanzniveau,
    Vertrauensintervall, Irrtumswahrscheinlichkeiten ,
    also Verlässlichkeitsangaben,
    kaum oder nicht benutzt werden,
    d.h. sie werden an entscheidender Stelle
    nicht quantifiziert, so dass bei G&M
    als Endresultat lediglich eine
    Ja- oder Neinaussage zum Tragen kommt
    (Experiment ist sicher.)

    Hier gerät schon für Nicht-Physiker sichtbar
    eine Sicherheitsanalyse ins Stocken.

    Ein erfolgreiches Bemühen, eine Irrtumsmöglichkeit angemessen
    tiefgehend und konkret zu quantifizieren, ist nicht erkennbar -
    man darf, ja man muss dies als Mangel ansehen -
    und dies bei einer Frage von ganz wesentlicher,
    übergreifender Bedeutung. - Man vergleiche einmal mit
    der "Deutschen Risikostudie Kernkraftwerke".

    Die Unvollständigkeiten der Untersuchungsmethodiken
    im LSAG-Report 2008 und den angeschlossenen Expertisen
    ist mit ein Grund für die drei erhobenen Klagen
    (vor dem Bundesverfassungsgericht in D., vor dem
    EGMR 2008 und vor der UN 2009).

    Eine andere von A.KENT kritisierte Facharbeit
    (von BOSTROM et. al), die auch
    eine Gefahrenabschätzung vorgenommen hatte,
    kam aus einer spezifizierten astronomischen
    Sicht zu dem Ergebnis, dass unter bestimmten
    Bedingungen eine Obergrenze
    von 1: 1000 Milliarden
    j ä h r l i c h e s Risiko bei Kolliderexperimenten zu beschreiben ist.
    (Der LHC ist z.B. für mind. 10-Jahre Betrieb konzipiert.)

    Eine weitere Ausarbeitung, eine genauere
    Quantifizierung, hätte dazu im Zuge des LSAG-Reportes
    erfolgen können - leider Fehlanzeige.

    Dass beim grenzüberschreitenden Betreten von experimentiellen
    Neuland ("uncharted waters")
    ganz grundsätzlich Überraschungen möglich sind, mit denen
    auch offiziell gerechnet wird, sollte zu einem eigenen
    Kapitel (Teil einer Risikostudie)
    in der CERN-Sicherheitsanalysen führen können. -

    Die Komponenten des Unbekannten führten dazu, dass
    ein Risiko aus wissenschaftlichem Mund mit z.B. 50 oder
    mit etwa 16 Prozent "mit Fragezeichen" gesehen oder
    beschrieben wurden. Besonders berücksichtigungswürdig
    erscheint der Umstand, dass die sog. "Dunkle Materie"
    die uns gewohnte Materie um das Mehrfache an Masse
    überbietet - auf was lässt man sich da ein?
    Mit welcher Wahrscheinlichkeit wird die
    Erzeugung autokatalysatorischer Teilchen ausgeschlossen?

    Als von CERN nicht hinreichend beantwortet muss auch ein
    astronomisch nicht nachweisbares Gefährdungssituation
    (Szenario 3), zuerst in 2008 beschrieben von einem deutschen
    Astrophysiker, und im Sept. d. J. erneuert, angesehen
    werden.

    Zudem wären noch an anderer Stelle der Physikforschung
    ganz andere Szenarien diskutierbar, z.B. Ausuferung einer
    Miniaturexplosion in einem Bose-Einstein-Konzentrat;
    ist hier z.B. eine zugehörige Diskussion in
    angemessener Weise bereits zu Ende geführt ?

    Der notwendige Gedanke ergibt sich,
    dass - wie in der Biologie schon
    lange üblich - sich auch die Physik einem Ethikrat
    (Gesetz zur Einrichtung des Deutschen Ethikrats;
    Ethikratgesetz - EthRG, 2007) anvertrauen sollte.

    Die Vergangenheit demonstriert zudem die ethische Bedeutung
    der Physik ganz deutlich,
    als drei Jahrhunderte Physikforschung im Jahre 1945 in den Höhepunkt
    der Entwicklung einer Massenvernichtungswaffe mündeten.

  14. ralfkannenberg physikalische Herleitung
    22.12.2009 | 09:48

    Sehr geehrter Herr Uebbing,

    bedauerlicherweise vergleichen Sie physikalische Herleitungen und Abschätzungen zur sicheren Seite hin als "Risikoanalyse" und verweisen dann auf Standards von Risikoanlysen in anderen Fachgebieten, beispielsweise im Gebiet der Atomkraftwerke oder in der Biologie. Ein solcher Vergleich ist aber irreführend: beispielsweise sind die physikalischen Grundlagen von Atomkraftwerken schon sehr lange verstanden und auch nicht sonderlich schwierig, doch die Probleme ergeben sich bei der technologischen Umsetzung und bei der sauberen Entsorgung. Dies gilt noch mehr für die Kernfusion - auch deren physikalischen Grundlagen sind wohl verstanden, und auch die Sonne macht uns jeden Tag sichtbar vor, dass es geht; dennoch ist die technologischen Umsetzung zur friedlichen Energienutzung bis heute nicht gelungen.

    Es bringt in der Sicherheitsdiskussion um den neuen Teilchenbeschleuniger nichts, wenn man Begriffe vergleicht, die nichts miteinander zu tun haben; insbesondere erhöht es die Sicherheitsaussagen nicht, wenn man die themenfremden Begriffsbildungen mit Beispielen untermauert; mit solchen Methodiken werden nur Zweifel gesäht, wo keine sind und eine Leserschaft, die nicht über die Fachkenntnis verfügt, das selber beurteilen zu können, in die Irre geführt.

    Zu ihrem Einwand d): Dies können Sie in den Fach-Publikationen der konkreten stellaren Objekte selber nachlesen; ich selber habe Ihnen dazu Links genannt, z.B. http://www.achtphasen.net/...s_bislang_gedach#c633 und http://www.achtphasen.net/...ht_sich_gemachl#c632.

    Zu Ihrem Einwand e): Wenn Sie ein konkretes Gegenbeispiel haben, benötigen Sie keinen "Beobachterauswahleffekt". Den benötigen Sie nur, wenn Sie statistische Aussagen machen wollen.

    Auch Ihr Einwand f) wurde schon mehrfach angesprochen: Bei Abschätzungen zur sicheren Seite hin benötigen Sie die von Ihnen aufgelisteten statistischen Grössen nicht; solche Begriffe benötigt man, wenn die Datenlage bzw. die Abschätzung "schlecht" ist, d.h. in der gleichen Grössenordnung wie der Fehler liegt.

    Freundliche Grüsse, Ralf Kannenberg

  15. Rudolf Uebbing Aussagenverträglichkeiten (CERN)
    08.01.2010 | 13:41

    Aussagenverträglichkeiten
    (LSAG-Report und CMS-Experten/LHC)

    Aussage A (beteiligt CMS/LHC-Experten, CMS-Collaboration):
    „Because of the much larger mass number,
    Pb-Pb events can be expected
    to show e x o t i c phenomena
    that is b e y o n d the reach of cosmic rays.“

    Sh. dazu, Titelseite aus:
    http://omega.physics.uiowa.edu/...s/CR2007_013.pdf :
    “Exotic Physics at the LHC with CASTOR in CMS” von
    E. Norbeck and Y. Onel
    Department of Physics and Astronomy,
    The University of Iowa, 203 Van Allen Hall, Iowa City IA, 52242, USA
    E. Gladysz-Dziadu´s
    Institute of Nuclear Physics, Krakow, Poland
    A. D. Panagiotou and P. Katsas
    University of Athens, Athens, Greece
    (for the CMS Collaboration)

    Aussage B:
    - aus dem LSAG-Report 2008:
    "We recall the rates for the
    collisions of cosmic rays with the Earth, Sun, neutron stars, white dwarfs
    and other astronomical bodies
    at energies higher than the LHC."

    Oder, etwas präzisierend - sh. www.cern.de resp.:

    "Cosmic rays are particles produced
    in outer space, some of which are accelerated
    to energies far exceeding those of the LHC. ... ... ...
    This means [6] that Nature has already conducted the equivalent
    of about a hundred thousand LHC experimental programmes on Earth
    already – and the planet still exists"

    Aus Aussage A folgt, dass die Kosmische
    Strahlung offensichtlich für die LHC-Experimente
    (CMS, Bleikernkollisionen) n i c h t als Sicherheitsargument herangezogen werden kann (wg. "b e y o n d the reach of cosmic rays").

    (Sperrschrift im Zitat von mir.)

  16. ralfkannenberg kein Betreff
    11.01.2010 | 15:45

    Sehr geehrter Herr Uebbing,

    diese Fragestellung wurde u.a. bereits hier diskutiert: http://www.achtphasen.net/...php/2009/10/21/p1358, ab 2.November 2009, 13:11 Uhr.

    Freundliche Grüsse, Ralf Kannenberg

  17. Michael Khan BVG schmettert Klage ab
    09.03.2010 | 13:42

    Somit ist eine Klage weniger anhängig.

    http://www.heute.de/...t/25/0,3672,8048089,00.html

  18. Andreas @Michael
    09.03.2010 | 14:08

    Vielen Dank für die Hinweis, Michael. Das wäre doch einen eigenen Blog post wert.

    Mich verwundert, dass die Klägerin trotz ihrer Ängste vor den Toren des CERN lebt...

    Beste Grüße,
    Andreas

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