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Moderne Bildung mit einem Schulfach Astronomie

13. November 2009, 01:08


275 Wissenschaftler, Lehrer und Didaktiker fordern im Internationalen Jahr der Astronomie die bundesweite Einführung des Schulfachs Astronomie.

Mensch, Erde und Weltall – all das hat mehr miteinander zu tun, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Sonne, Mond und Sterne nehmen wir als selbstverständliches Himmelsschauspiel wahr – genauso wie die Existenz des Materiellen und unser eigenes Dasein.
Die Astronomie lehrt uns aber, dass das alles andere als selbstverständlich ist; die Existenz des Belebten und Unbelebten ist in höchstem Maße erstaunlich. Das moderne, naturwissenschaftliche Weltbild besagt in Kürze, dass vor knapp 14 Milliarden Jahren das Universum seinen Anfang im Urknall hatte. Aus diesem heißen und dichten Anfangszustand entstanden Elementarteilchen, Naturkräfte und die ersten Atome. Das fein verteilte Material klumpte hier und da zusammen und brachte schließlich die ersten Sterne und Galaxien hervor. Unsere Sonne ist ein solcher Stern einer späteren Generation, in dessen Umgebung sich Planeten bildeten – so auch die Erde. Im Jahr 2009 feiern wir diesen Erkenntnisgewinn im Internationalen Jahr der Astronomie. Der Anlass: Vor knapp 400 Jahren richtete der italienische Naturforscher Galileo Galilei zum ersten Mal ein Fernrohr an den Himmel und begründete damit die moderne Astronomie.

Das naturwissenschaftliche Wissen um das Entstehen der Welt blieb nicht folgenlos für die Menschheit, denn natürlich haben diese Erkenntnisse Konsequenzen für unser Selbstverständnis, für unsere Gesellschaft – kurzum für unsere Kultur.
Die Erkenntnisse um Anfang und Entwicklung der Welt verdanken wir den Naturwissenschaften – allen voran der Astronomie als älteste Naturwissenschaft. Das Besondere an der Astronomie ist, dass sie eine sehr interdisziplinäre Wissenschaft ist. Neben den klassischen Naturwissenschaften Physik, Chemie und Biologie sowie der Mathematik und Technik, haben auch die Geisteswissenschaften wie Philosophie, Geschichts- und Kulturwissenschaften sowie Theologie wesentliche Bezüge zur Astronomie. Die Astronomie vereint eine Vielzahl von Disziplinen auf eine einzigartige Weise. Aus diesem interdisziplinären, umfassenden Denkansatz entsteht etwas vollkommen Neues, das einen Mehrwert an Wissen darstellt. Dieses Wissen mündet mannigfach in praktische Anwendungen, die uns den Alltag erleichtern und der Gesellschaft nützen.

Ich meine, dass ein Schulfach Astronomie viele Probleme des Schulalltags lösen kann. Mithilfe der Astronomie kann man wieder die Begeisterung für Schule und Natur wecken. Außerdem beklagen sich Schüler und Lehrer in Zeiten von G8 über zu viel und zu schnelles Lernen. Ein interdisziplinäres Schulfach Astronomie kann es leisten Wissen wieder kompakt und effizient zu vermitteln. Ganz umsonst erhält der Schüler schließlich ein globales Verständnis unserer komplexen Welt.

Die besondere Rolle der Astronomie für unsere Bildungsgesellschaft ist evident. Das muss sich auch in unserem Bildungssystem widerspiegeln. Zu dieser Auffassung kamen nun mehr als 275 Organisationen und Einzelpersonen, die sich in einem Offenen Brief an die Vertreter aus der Politik wenden. Zu den Unterzeichnern des Briefs gehören Organisationen wie die Internationale Astronomische Union (IAU), die Europäische Astronomische Gesellschaft (EAS), der Deutsche Kulturrat und der Rat Deutscher Planetarien. Die unterzeichnenden Einzelpersonen sind u.a. Institutsdirektoren,  Professoren sowie Wissenschaftlern unterschiedlicher Fachrichtungen, deutsche Astronauten, Wissenschaftsmanager und –kommunikatoren sowie Didaktiker, Schulleiter und Lehrer. Sie alle fordern eine astronomische Grundbildung für alle, die in einem bundesweit eingeführten Schulfach Astronomie umgesetzt werden solle. Gute Vorbilder gibt es bei den östlichen Bundesländern, denn in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern gibt es das Schulfach Astronomie seit 1959.

Von 9. bis 13. November 2009 findet im Rahmen des Astronomiejahres die Woche der Schulastronomie statt. Sie belegt, welches Potential in einem Schulfach Astronomie steckt und dass die Schülerinnen und Schüler schon ab der Grundschule mit Begeisterung astronomische Unterrichtsinhalte aufnehmen. Die Astronomie bietet dabei auch die große Chance, dass naturwissenschaftliche Schulfächer und Mathematik in der Gunst der Schülerinnen und Schüler wieder steigen.
Natürlich erfordert eine astronomische Ausbildung geschultes Fachpersonal. Es gibt zwar in vielen Bundesländern Lehrerfortbildungen zur Astronomie, aber das kann eine Lehrerausbil-dung im Fach Astronomie nicht ersetzen. "Beispielsweise kann eine geführte nächtliche Himmelsbeobachtung zu den beeindruckendsten Ereignissen eines Schülerlebens avancieren, worüber die Teilnehmer noch nach Jahrzehnten sprechen", berichtet Lutz Clausnitzer aus sei-nen Unterrichtserfahrungen am Geschwister-Scholl-Gymnasium Löbau in Sachsen.
Ein Schulfach Astronomie bietet hervorragende Chancen für ein modernes Bildungskonzept, das dem enormen Wissenszuwachs mit einem interdisziplinären, schlanken Ansatz begegnet – zum Wohle unserer modernen Informationsgesellschaft. 
Der Offene Brief ist ein wichtiges Zeichen der Gesellschaft an die Politik, der eine spannende Diskussion anstößt.

Medienecho auf Schulfach Astronomie

ZDF online: heute.de

astronews.com

wissenschaft.de

spektrum.de 

SZ

heise.de / telepolis.de

KOSMOlogs: Susannes Blog "Uhura Uraniae"



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Science Café beim Tag der offenen Tür in Garching

23. Oktober 2009, 18:04

Morgen tobt der Bär in Garching! Im Rahmen der Galileiischen Nächte öffnen die wissenschaftlichen Institutionen am  Forschungscampus in Garching, nördlich von München, am morgigen Samstag, 24. Oktober 2009 ihre Pforten. Tausende von Besuchern werden auf dem Campus erwartet.

Das vollständige bunte Programm gibt es auf der Website http://www.forschung-garching.de/ . Die Aktivitäten unseres Exzellenzclusters Universe kann man ebenfalls nachlesen, u.a. ein mobiles Sternobservatorium, einige populärwissenschaftliche Vorträge und viele Experimente mit dem Wow- und Aha-Effekt.

Ich möchte dabei ein recht neues Kommunikationskonzept hervorheben, das wir erstmals bei unserem Science Café ausprobieren wollen: Wissenschaftler des Cluster treten dabei in direkten Kontakt mit der Öffentlichkeit. Bequem gepolstert plaudern wir morgen bei einer Tasse Kaffee über folgende Themen:

14:30-15:00 Dunkle Materie - die Suche nach dem unsichtbaren Gerüst des Universums (Tobias Lachenmaier)

15:00-15:30 Dunkle Energie: Was unser Universum antreibt (Stefan Hofmann)

15:30-16:00 Schwarze Löcher - hungrige Monster im Zentrum von Galaxien (Robert Dunn)

16:00-16:30 Von Menschen und Teilchen (Robert Münzer)

16:30-17:00 Der Urknall: Wie entstanden Raum, Zeit und Materie? (Andreas Müller)

17:00-18:00 Diskussion mit allen Wissenschaftlern

Wir sehen uns! 

 

 



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Pro Schulfach Astronomie

09. August 2009, 20:42

Physik und Mathematik sind Schulfächer, die relativ unsexy daher kommen. Trockene Zahlen, komplizierte Naturgesetze und Experimente, zu denen man ein Beobachtungsprotokoll schreiben soll. So habe ich in den 1980er Jahren das Schulfach Physik erlebt. Dreißig Jahre später, so höre ich, hat sich das nicht unbedingt verbessert – schlimmer noch: Schulphysik sei zu einem "Laberfach" verkommen, weil man sie ihrer Formeln beraubt habe. Hat das noch etwas mit einer naturwissenschaftlichen Grundausbildung zu tun?

Astronomie als Motivator
Das muss nicht sein. Vor allem nicht im internationalen Jahr der Astronomie, IYA. Ich wünsche mir, dass man im IYA begreift, dass die Astronomie hier einen attraktiven Ansatz bietet. Astronomie – das sind sternklare Beobachtungsnächte, Dimensionen am Rande des Vorstellbaren, Planeten mit neuen Welten, explodierende Sterne, Schwarze Löcher und der Anfang im Urknall. Astronomie ist auch Spekulatives wie Paralleluniversen, außerirdisches Leben und Wurmlöcher – ziemlich verrückte Geschichten eben.

Die Breite der Astronomie
Die Astronomie ist nicht nur Himmelskunde, nicht nur Sterne gucken – sie ist eine sehr interdisziplinäre Disziplin. Moderne Astronomie behandelt Fragen nach der Natur des Lebens und wie es sich auf Planeten entwickeln kann (Planetologie, Biophysik, Exobiologie); sie stellt die Frage nach dem Ursprung und der Entwicklung von Sternen und Galaxien (Stellar- und Galaxienphysik); aber sie widmet sich auch dem großen Ganzen, nämlich wie das Universum selbst entstand und welcher Dynamik es unterliegt (Kosmologie; Kosmogonie). Astronomie dringt von diesen Erscheinungen des Makrokosmos auch in den Mikrokosmos vor, nämlich dann, wenn sie das Licht der Gestirne zu beschreiben versucht (Spektroskopie, Photometrie, Strahlungsphysik) oder wenn es auf  die ganz frühen Phasen kosmologischer Entwicklung kommt. Dann behandelt Astronomie den Ursprung der chemischen Elemente (Kernphysik) und der Kräfte und Elementarteilchen (Teilchenphysik, Gravitationsphysik); sie dringt sogar an die Grenzen physikalischer Beschreibung in eine Ära der Planck-Physik vor (z.B. String- und Feldtheorien). Der Facettenreichtum der physikalischen Astronomie bietet sich in hervorragender Weise an, um in den Schulunterricht integriert zu werden. Im Prinzip gibt es kein physikalisches Konzept, das nicht in Bezug zu einem astronomischen Thema steht. Diesen Umstand sollten sich Physiklehrer zunutze machen, um im Deckmäntelchen der Astronomie physikalisches Wissen zu vermitteln: anschaulich, bebildert, verständlich, faszinierend, erstaunlich und sexy.

Dieser Bereich ist sicherlich sehr dominiert von der Physik, doch da ist noch mehr. Die Bedeutung der astronomischen Erkenntnisse führt uns auch zu den Geisteswissenschaften. Astronomie inspiriert uns darüber nachzudenken, was beispielsweise Raum, Zeit und Materie ist, was den Beobachter in der Physik auszeichnet und was Unteilbarkeit, Unendlichkeit und Punktförmigkeit auszeichnet. Hier nimmt die Astronomie Züge der Philosophie an. Und da die Astronomie von Menschen gemacht wird, berührt sie auch die Disziplinen Geschichte und Kulturwissenschaften, die uns z.B. den Wandel von naturwissenschaftlichen Weltbildern in einem sozio-kulturellen Kontext vorführen. Natürlich kommen wir auch auf Fragen nach der Schöpfung, so dass Astronomie und Theologie in einen spannenden Dialog kommen. Gibt es einen Gott? Oder kann man die Welt selbstkonsistent nur mit nüchternen Naturgesetzen erklären?

Astronomie in Schulen
An den gerade geschilderten Zusammenhängen erkennt man, dass es ein Verlust wäre, die Astronomie auf die Astrophysik zu reduzieren. Astronomie ist mehr und sie regt an, sich über viel mehr Gedanken zu machen. Die Beschäftigung mit der Astronomie erzieht dazu fächerübergreifend zu lernen und zu denken. Ist das nicht ein ganz zentrales Lernziel für unsere Kinder und Jugendliche? Sollen Heranwachsende zu Fachidioten erzogen werden oder wollen wir breit gebildete Alleskönner, die den Blick auf das große Ganze nicht verlieren und die selbstständig ihr Berufsleben in die Hand nehmen können?

Im Zuge dieser Fragestellung wurden Stimmen nach einem Schulfach Astronomie laut. Aber ist das in Zeiten von G8, von gekürzten Lehrplänen und von Lehrermangel nicht eine verwegene Forderung? Mag sein. Ich als ausgebildeter Astrophysiker, der nicht in den Genuss eines Schulfachs Astronomie kam (und sehr darunter litt), finde Gefallen an der Idee. Ich weiß aus Erfahrung, dass uns ein Schulfach Astronomie so viel mehr bringen kann, als ein doch sehr eingeschränkt bildendes Fach, von denen wir viele in der Schule haben. Astronomie bringt Breite und Tiefe.

Ich bin allerdings auch der Meinung, dass die Forderung nach einem Schulfach Astronomie an eine sehr sorgfältige und vollständige Überarbeitung der Lehrpläne in Schulen zu knüpfen ist. Ich weiß, dass sich Kultusministerien außerordentlich schwer mit der Einführung neuer Fächer tun. Das ist im Prinzip gut so, denn es sorgt für eine gewisse, jahrelange Kontinuität im Schulsystem und für Vergleichbarkeit der über Jahre erbrachten Leistungen von Schülern.

Es muss sichergestellt sein, dass die Schüler eine solide Grundausbildung in wichtigen Hauptfächern wie Deutsch, Englisch und Mathematik erfahren. Erst dann kann man sich darüber unterhalten, ob neue Schulfächer wie Astronomie eine Bereicherung darstellen. 

Lassen Sie uns doch bitte mit einem scharfen Blick diejenigen Bundesländer anschauen, die bereits das Schulfach Astronomie seit 1959 realisiert haben. Das sind Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Dagegen gibt es seit 1972 in den Oberstufen von Bayern und Baden-Württemberg eine paar Unterrichtsstunden Astronomie und Kosmologie. Lassen Sie uns in eine ganz offene Diskussion unter Schuldirektoren, Lehrern, Eltern, Schülern, Didaktikern, Physikern und Astronomen gehen, um herauszufinden, welche Ansätze unser Bildungssystem befruchten könnten. Ich meine, die Astronomie gehört dazu.

Im Rahmen des IYA findet von 9.-13.11.09 die Woche der Schulastronomie in ganz Deutschland statt. Wir sollten alle diese Woche nutzen, um uns vom Potenzial zu überzeugen, das in einem astronomischen Unterricht steckt. Auch der Exzellenzcluster Universe der TU München wird sich an diesen Aktivitäten beteiligen und kommunikative, qualifizierte Wissenschaftler an Schulen entsenden. Wäre schön, wenn Ihre Schule mitmacht!



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Bildergalerie zum Astronomietag im Deutschen Museum München

30. Mai 2009, 00:03

Am Sonntag, 24. Mai 2009 fand im Deutschen Museum in München ein Astronomietag statt - natürlich im Rahmen des IYA. Trotz nettem Wetters waren viele Besucher gekommen, um sich in Führungen von Physikern und Astronomen Wissen aus erster Hand servieren zu lassen oder einen Blick durch ein Teleskop zu wagen oder um zu basteln oder oder...

Die Veranstaltung wurde vom Deutschen Museum in Kooperation mit dem Exzellenzcluster Universe, der TU München und TUMlab organisiert. Mir persönlichen hat's großen Spaß gemacht! Vielen Dank und Gratulation an die Organisatoren Miriam Voß und Gerhard Hartl vom Deutschen Museum für diesen tollen Tag!

Für alle, die den Tag verpasst haben, gibt es hier ein paar Impressionen.



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100 Stunden Astronomie auf dem Münchner Odeonsplatz (Update 3.4.)

27. März 2009, 08:27

Ein fester Kalendertermin im Internationalen Jahr der Astronomie (IYA) sind die "100 Stunden Astronomie". Weltweit machen viele Sternwarten, Planetarien, Museen, Vereine etc. bei diesem astronomischen Beobachtungsevent für jedermann mit.

Und wo keine Sternwarte steht, wird einfach mal eine spontan aufgebaut, z.B. auf dem Odeonsplatz mitten in München – zwischen Marienplatz und Universität.

Bei diesem Side-Walk-Event vom 3.-5. April 2009 baut die Firma Baader Planetarium eine drei Meter durchmessende Kuppel auf. Der Exzellenzcluster Universe der TU München organisiert diese Veranstaltung und lädt Passanten ein, einmal einen Blick durch ein Teleskop zu riskieren und mit fachkundigen Amateur- und Profi-Astronomen über den Himmel zu plaudern.

Klar, ein bisschen verrückt ist es schon, sich gerade den hell erleuchteten Odeonsplatz als Beobachtungsstandort auszusuchen. Aber wir wollen damit gerade ein wenig auf das Thema Lichtverschmutzung aufmerksam machen. Vor allem aber wollen wir für das Thema Astronomie begeistern und bringen ein paar tolle Materialien und kommunikative und fachlich versierte Astrofans mit.

Wir sind da - Freitag ab 14 bis 22:30 Uhr, Samstag 10 bis 22:30 Uhr und Sonntag 10 bis 18:00 Uhr (also nicht ganz 100 Stunden...). Ich würde mich freuen, Sie dort zu sehen!

Update Freitag, 03.04.09:

Die Veranstaltung ist heute genial bei schönstem, sonnigen Frühlingswetter auf dem Odeonsplatz gestartet. Unglaublich viele Leute tummeln sich um unzählige Teleskope und eine besonders lange Schlange gab es beim großen Teleskop in der Kuppel. Unser Standpersonal war in viele Gespräche mit Passanten verwickelt und stand mit fachlichem Rat bei den Postern und Teleskopen zur Seite. Toll! Das so viel los sein würde, hätte ich nicht für möglich gehalten.

Liebe Besucher in München: Am morgigen Samstag und am Sonntag gibt es noch eine Chance auf dem Odeonsplatz die Sonne (mit derzeit wenig Sonnenflecken) und später den Mond zu beobachten sowie über die Astronomie zu plaudern. Ich werde auf jeden Fall am Sonntag von 16:00 bis 18:00 Uhr dort sein. Wir sehen uns! 



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IYA: Suchmaschine für Vorträge und Redner

09. Februar 2009, 21:07

Wie mittlerweile bekannt sein sollte, ist 2009 das Internationale Jahr der Astronomie (IYA). Im Rahmen der IYA-Aktivitäten in Deutschland wird auch eine Vielzahl von populärwissenschaftlichen Vorträgen zur Astronomie an Planetarien, Sternwarten, Museen, Schulen, Universitäten, Vereinen, Volkshochschulen, Fachhochschulen etc. angeboten. Viele Institutionen suchen nach faszinierenden Themen und fähigen Rednern. Woher nehmen?

Ganz einfach: Der Exzellenzcluster Universe der TU München stellt auf seiner Website eine Suchmaschine für Vorträge und Redner zur Verfügung. So geht’s: Einfach anfangen ein Stichwort zum Vortrag einzutippen und die Suchmaschine schlägt dynamisch eine Auswahl an Treffern mit möglichen Referenten vor. Mit den ebenfalls dargestellten Kontaktdaten können Veranstalter bequem Kontakt mit ihrem Wunschkandidaten aufnehmen und einen Vortragstermin vereinbaren. Die Suchmaschine eignet sich auch, um Experten zu einem astronomischen Thema zu finden und um Rat zu fragen.

Wer Interesse hat, als Redner in die Datenbank aufgenommen zu werden, möge sich auf der Cluster-Website mit einem Vortragsthema bewerben. Ein fachlich versiertes Auswahlkomitee prüft die Bewerber und entscheidet über die Aufnahme im Vortrags-Pool. Die nützliche Suchmaschine wird auch über das Jahr 2009 hinaus ein wertvolles Werkzeug sein!
Die Suchmaschine hat der Exzellenzcluster Universe in Zusammenarbeit mit der Astronomischen Gesellschaft (AG) und "State of Mind", der Agentur für digitale Kommunikation, produziert.



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Erfahrungen zum IYA-Auftakt in Paris

17. Januar 2009, 19:44

Ich bin heute aus Paris zurück gekommen und möchte ein bisschen davon erzählen, wie dort das Internationale Jahr der Astronomie (IYA) eröffnet wurde.

Schätzungsweise 600 (von den 900 registrierten) Teilnehmer waren am 15. und 16. Januar nach Paris gekommen, um den Beginn des IYAs zu feiern. Wir waren im Hauptgebäude der UNESCO (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization), nur wenige Meter vom Eiffelturm entfernt.

Das Wahrzeichen von Paris ganz in der Nähe 

Die Tagung bot ein internationales Flair und mir fällt keine Nation ein, die nicht vertreten war. Sogar aus Afrika, was sonst in der Astronomie nicht so sehr vertreten ist, aus Süd-Amerika, Neuseeland und Australien waren Teilnehmer angereist.

Der Konferenzsaal im Hauptgebäude der UNESCO in Paris 

Der Donnerstag, 16. Januar begann mit Reden vieler offizieller Abgesandter aus der Politik und UNESCO. Sehr gut gefallen hat mir dann die Übersicht, die Catherine Cesarsky, Präsidentin der Internationalen Astronomischen Union (IAU, einem Gremium der Astronomen aus aller Welt) gegeben hatte. Auf eines der vielen Highlights möchte ich hinweisen:
Die Website www.fromearthtotheuniverse.org zeigt eine Sammlung ausgewählter Astro-Bilder von atemberaubender Schönheit. Sie sollen der Öffentlichkeit in einem emotionalen Erlebnis die faszinierende Schönheit des Weltalls nahe bringen: Bildergalerie anschauen.

Öffentlichkeitsarbeit der Superlative
Das Internationale Jahr der Astronomie ist ein nie dagewesenes Mammutprojekt der Öffentlichkeitsarbeit in der Astronomie. So hat die IAU extra ein neues Sekretariat eingerichtet, um die 136 IYA-Länderknoten zu koordinieren. Auf der Weltkarte fallen nur ein paar Länder in Afrika auf, die nicht beim IYA mitmachen. Das ist das größte PR-Event, das jemals stattfand!

Das Internationale Jahr der Astrologie?
Witzig war der Vortrag des Delegierten vom japanischen Forschungsministerium. Er eröffnete in einem Versprecher das Internationale Jahr der Astrologie… - Hoppla! Gut, historisch betrachtet muss man zugestehen, dass vor dem Zeitalter der Aufklärung im 18. Jahrhundert Astronomie und Astrologie durchaus eng miteinander verbunden waren.

Ein paar der Vorträge des ersten Tages haben mich schon fasziniert. Es ging dabei um historische und kulturelle der Astronomie. Unglaublich, was unsere Vorfahren schon so alles wussten!

Kulturelle Aspekte der Astronomie
Franco Pacini (Italien) ist der ehemalige IAU-Präsident und hatte im Jahr 2002 die Idee, das Jahr 2009 als IYA auszurufen. Dem italienischen Forschungsministerium ist es zu verdanken, dass sich die UNESCO bereit erklärte, bei diesem Projekt mitzumachen und es zu einem weltumspannenden Superjahr zu machen.
Pacini zeigte in seinem Vortrag die erstaunlichen Ähnlichkeiten der Sternbilder von westlicher und östlicher (chinesischer) Kultur. Er betonte, dass Galileo Galilei eine revolutionäre Entdeckung machte: Die Erde ist nicht die einzige Welt im Universum. Diese Erkenntnis war und ist umwälzend für die Menschheit, insbesondere für ihr Selbstverständnis.

Astronomie in der Maya-Kultur
Julieta Fierro
(Mexiko) berichtete von der Astronomie der Maya-Kultur. Das Wissen dieser ehemals in Mittelamerika angesiedelten Kultur z.B. über Kalender war schon sehr fortgeschritten. So konnten sie spezielle Himmelsereignisse wie die Tagundnachtgleiche exakt mit Bauwerken verbinden, z.B. dass die Sonnenscheibe in einem Loch sichtbar wurde. Die Bauwerke der Maya sind schön, clever und sie zeugen von der Verbindung von Astronomie, Astrologie und Religion.

Entdeckung der kosmischen Hintergrundstrahlung
Der Nachmittag des ersten Tages enthielt Vorträge, die tiefer in die Astrophysik einstiegen. So fasste der Nobelpreisträger Robert Wilson (USA) die Entdeckungsgeschichte der kosmischen Hintergrundstrahlung zusammen, die ihn und Arno Penzias berühmt gemacht haben. Mit Verwunderung nahm ich zur Kenntnis, dass der gemessene Effekt zunächst als Messfehler interpretiert wurde und die Entdecker sich neun Monate quälten um festzustellen, dass dieser nicht zu beseitigen war. Das "Überschussrauschen" in der Antenne von etwa 3,5 Kelvin war nicht loszuwerden – kein Wunder, es war der Kosmos selbst, der bei dieser Temperatur als Überbleibsel des Urknalls noch thermisch strahlt. Diese Entdeckung machte die beiden Radioastronomen weltberühmt und brachte ihnen 1978 den Nobelpreis für Physik ein.

Enttäuschte Erwartung
Der Vortrag von Martin Rees (Groß-Britannien) hat mich persönlich enttäuscht. Ein so berühmter und populärwissenschaftlich erfolgreicher Astrophysiker, der bahnbrechende Entdeckungen gemacht hat, trat als zurückhaltender Redner auf, der einen Standardvortrag wenig mitreißend und ohne Neuigkeiten inszenierte – schade.

Planeten außerhalb des Sonnensystems
Meine Augen glänzten dafür wieder beim Vortrag von Michel Mayor (Schweiz). Er war es, der im Oktober 1995 die erste Entdeckung eines extrasolaren Planeten um einen sonnenartigen Stern bekannt gab. 51 Pegasi heißt das gute Stück, ein Planet mit der halben Masse von Jupiter, aber einer Umlaufzeit von nur 4,2 Tagen (Jupiter: 12 Jahre!) und einem Abstand von seinem Stern von nur 0,04 AU (Jupiter: bis 5,5 AU).
Zwischen 1995 und 2009 wurden ca. 334 extrasolare Planeten, also Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, entdeckt. Ihre Massen variieren zwischen 0,01 und 20 Jupitermassen. Die fremden Welten zeigen dabei eine Palette von Strukturreichtum. So können die Oberflächen von felsig, über vereist oder ozeanartig bis gasförmig variieren.
Einen Durchbruch gab es 2007, als eine "Supererde" mit der 5fachen Masse der Erde in dem Dreifachsystem Gl 581 entdeckt wurde.
Mit dem Infrarotteleskop Spitzer ist es mittlerweile gelungen sekundäre Eklipsen zu beobachten. Bei diesen Ereignissen steht der Planet nicht vor dem Stern um ihn zu verdunkeln (normaler Transit, Eklipse), sondern der Hauptstern verdunkelt seinen Planeten, der im Infraroten leuchtet.
Mayor ist sich sicher, dass die Suche nach Leben auf Exoplaneten nicht nur der nächste logische Schritt, sondern auch in den nächsten Jahren greifbar sein wird. Die Fachleute arbeiten daher an der DARWIN-Mission.

Rolle der Astronomen im IYA
Der Südafrikaner Kevin Govender lieferte eine sehr eindrucksvolle freie Rede mit Leidenschaft und Emotion ab. Er peitschte die Community auf das IYA ein. Es sei an uns "wissenden Astronomen" die Unwissenden aufzuklären. Man darf sich da nicht täuschen: Gerade in Kontinenten wie Afrika ist die wissenschaftliche Ursache einer Sonnen- oder Mondfinsternis vielen Menschen nicht bekannt. Solche Ereignisse machen wie in der grauen Vorzeit der Menschheitsgeschichte den Leuten Angst. Aufklärung tut Not; auch eine Aufklärung, die die Faszination und Schönheit der Natur den Menschen näher bringt. 
Govender fasste sehr schön in einem Wort zusammen, wozu die Beschäftigung mit dem Himmel ermuntert: THINK. Nachdenken. Wir machen uns durch die Astronomie Gedanken, woher das alles kommt; woher wir kommen und welche Rolle wir in diesem Kosmos spielen.
Think about it.

Der zweite Tag der Konferenz war wieder gespickt mit Topvorträgen von hochqualifizierten Rednern.

ESO-Projekte
Der Generaldirektor der ESO, Tim de Zeeuw, stellte die Aktivitäten der Europäischen Südsternwarte (ESO) vor. Die ESO baute und betreut Teleskope auf der Südhalbkugel in La Silla und z.B. das weltberühmte Very Large Telescope (VLT). Goldene Zeiten stehen den Beobachtern bevor. Die ESO baut derzeit ALMA (KOSMOlogger Helmut Dannerbauer berichtete) auf, einen Verbund von 66 Radioteleskopen, die auf einer trockenen Hochlandebene nahe der Atacama-Wüste stationiert werden. In Planung ist das Superteleskop E-ELT mit einem phantastischen Teleskopdurchmesser von 42 Metern! Das wird das größte "Auge" sein, das jemals in den Nachthimmel starrte.
Tim de Zeeuw stellte eine Live-Schaltung in das Kontrollzentrum des VLTs nach Chile auf die Beine. Er interviewte die dort beobachtenden Astronomen. In Chile war es zu der Zeit noch dunkel.

Leben
Der französische Chemiker André Brack sprach über die Beschaffenheit von Leben und der Möglichkeit von außerirdischem Leben. Leben sei "ein offenes, chemisches System, das zur Selbstreproduktion und Evolution fähig sei". Leben muss wohl auf einer Kohlenstoffchemie in Verbindung mit flüssigem Wasser basieren. Denn nur diese beiden Zutaten mit ihren Spezialeigenschaften (Vierbindigkeit des Kohlenstoffs; Anomalie des Wassers) schaffen die einzigartigen Voraussetzungen für Leben.
1953 gelang im Miller-Experiment die Herstellung von Aminosäuren, den Bausteinen des Lebens, aus einer speziellen Gasmischung, die die Uratmosphäre der Erde darstellen sollte. Neuere Erkenntnisse zeigen wohl, dass die Gasmischung im Miller-Experiment nicht der optimalen entsprach. Die "schwarzen Raucher" (black smokers) in der Tiefsee lieferten wohl die richtige Gasmischung. Daher könnte das Leben seinen Anfang in der Tiefsee genommen haben und nicht in der Atmosphäre.
Woher kommt der ganze Kohlenstoff für Leben? In der Antarktis wurden Mikrometeoriten gefunden, die gerade mal ein Milligramm schwer sind. Aus der dort niedergegangenen Menge schätzten die Wissenschaftler ab, dass etwa zehn Billiarden (eine 1 mit 16 Nullen) Tonnen kosmischen Kohlenstoffs auf der Erde niederregneten – genug, um dem Leben das nötige Ausgangsmaterial zur Verfügung zu stellen.
Auf dem Mars floss definitiv Wasser. Mit der Mission Mars Express entdeckten die Forscher Lehmvorkommen, die nur durch flüssiges Wasser entstanden sein können. Auch andere Welten wie der Jupitermond Europa oder der Saturnmond Enceladus sind gute Kandidaten für Wasser und vielleicht sogar einfache Lebensformen.
Zum Abschluss erinnerte uns Brack an einen atemberaubenden Schnappschuss: Die Erde, aufgenommen von der Weltraumsonde Voyager 1  im Jahr 1990, aus einer Entfernung von 6 Milliarden Kilometern. Das war ein hochinteressanter Talk!

Foto unserer Erde im Abstand von 6 Mrd. Kilometern, der größten Entfernung, aus der bisher die Erde aufgenommen wurde (Credit: NASA, Voyager 1, 1990)

Paralleluniversen oder nur ein Universum?
Hubert Reeves
(Kanada) sprach über das Universum und dessen globale Eigenschaften. Gibt es parallele Universen, andere Welten wie unsere? Wir wissen es nicht, aber die Stringtheorien lassen diese Möglichkeit zu.  Reeves ist in Frankreich einer der großen Wissenschaftskommunikatoren und Autor vieler populärwissenschaftlicher Bücher. Ich fand seinen Beitrag nicht so außergewöhnlich – wahrscheinlich war das nicht sein Tag.

Pulsare
Jocelyn Bell Burnell (Groß-Britannien) lieferte einen exzellenten Vortrag. Die Entdeckerin der Pulsare, konnte wunderbar dieses Forschungsgebiet zusammenfassen. Pulsare sind eine Form kompakter, schnell rotierender Sterne (Neutronensterne). Neuigkeiten (z.B. bzgl. der Maximalmasse von Neutronensternen) berichtete die Pionierin nicht, aber die Art wie sie es vortrug, war grandios.
Wie dicht ist so ein Neutronenstern? Bell Burnell fand die Analogie, dass man nur die gesamte Menschheit von sechs Milliarden Leuten in einen Fingerhut packen müsse. Dann habe man die Dichte eines Neutronensterns erreicht. Viel Spaß beim Kuscheln! 
Besonders gut hat mir ihre Demonstration gefallen, bei der sie ihre piepende Küchenuhr am Kabel um sich herum schleuderte. Für das Publikum gut zu hören war der Dopplereffekt, der die Tonhöhe erhöhte, wenn die Küchenuhr zum Publikum flog und die Tonhöhe herabsetzte, wenn die Küchenuhr sich von dem Publikum entfernte. Das ist anschauliche Physik für die Schule! Der Dopplereffekt ist bei Pulsaren wichtig; dort wirkt er allerdings nicht auf akustische, sondern auf elektromagnetische Wellen.

Das schwerste Schwarze Loch in der Milchstraße
Reinhard Genzel
(MPE Garching, Deutschland) ist der Experte für das supermassereiche Schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße. Es ist 26.000 Lichtjahre von uns entfernt. Nach einem schönen filmischen Flug durch die Milchstraße fasste Genzel die aufregende Entdeckungsgeschichte der Schwarzen Löcher in Galaxienzentren zusammen. So erklärt nur die Akkretion auf ein Schwarzes Loch die extreme Helligkeit der Quasare. Genzels Gruppe hat Weltruhm erlangt, weil sie durch Infrarotbeobachtungen über viele Jahre den schnellen Tanz der Sterne um das Schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße entdeckt haben. Aus den elliptischen Sternbahnen folgt  mit dem Kepler-Gesetz die unglaubliche Zentralmasse von vier Millionen Sonnenmassen. Die bislang beste Erklärung für das kompakte, dunkle, massereiche Zentrum unserer Heimatgalaxie ist ein Schwarzes Loch.

Das waren nur ein paar Punkte der extrem faszinierenden Themen der modernen Astronomie. Sorry, ist etwas länger geworden als ursprünglich gedacht. So war sicher für jeden Leser etwas dabei. Das IYA bietet viele gute Gelegenheiten mehr darüber zu erfahren. Besuchen Sie doch mal einen populärwissenschaftlichen Vortrag und fragen Sie den Redner (gerne auch schwarze) Löcher in den Bauch. Schnappen Sie Ihre Familie oder Ihre Liebste/Ihren Liebsten und nehmen Sie an den "100 Stunden Astronomie" Anfang April teil. Oder besuchen Sie  eine andere Astro-Veranstaltung, die Sie im Terminkalender auf der IYA-Website anmacht.

Astronomie hat mit uns allen zu tun. Ohne Astronomie wären wir heute nicht da, wo wir stehen. Es gibt unsere Heimat zu entdecken, unser Universum. The Universe, yours to discover.



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Umfrage: Was erwarten Sie vom Astronomiejahr?

12. Januar 2009, 18:11

Liebe Weltraumfreunde,
2009 ist das internationale Jahr der Astronomie (IYA), das offiziell diese Woche am 15.-16. Januar in Paris und am 20. Januar in Berlin eröffnet wird. In den KOSMOlogs wird Susanne Hoffmann von Uhura Uraniae von den Aktivitäten in Berlin und ich von Paris berichten. Stay tuned.

Über das ganze Jahr 2009 verteilt wird es zahlreiche internationale und nationale Aktivitäten geben, u.a. Sonderveranstaltungen wie

  • die Beobachtungsnacht "100 Stunden Astronomie" am Astronomietag dem 4. April, mit einer Fülle von Live-Beobachtungen auf der ganzen Welt; 
  • die Veranstaltung "Highlights der Physik" vom 21.-25. September an der Uni Köln, mit einer unterhaltsamen, sehens- und hörenswerten Mischung rund um die Physik;
  • die "Woche der Schulastronomie" vom 9.-15. November, wo u.a. Sterngucker in die Schulen gehen, um von der Faszination Astronomie zu erzählen sowie Himmelsbeobachtungen in Schulen durchgeführt werden; 
  • und natürlich unzählige öffentliche Vorträge in Schulen, Planetarien, Sternwarten und Museen.

Was wann wo in Deutschland läuft erfährt man jederzeit in dem IYA-Terminkalender. Internationale Veranstaltungen und z.B. die Cornerstone-Projekte sind auf der internationalen IYA-Website nachzulesen.

Umfrage: Meine Fragen an Sie als einer der Astrophysiker, die sich im IYA engagieren und zum Gelingen beitragen wollen, lauten:

  • Finden Sie die IYA-Initiative für die Astronomie gut?
  • Was erwarten Sie persönlich vom IYA?
  • Welche Veranstaltungen werden Sie im IYA besuchen?
  • Welche Aktivität/en sollte/n unbedingt im IYA ergänzt werden?

Ich würde mich freuen, wenn Sie die Kommentarfunktion am Ende dieses Artikels nutzen würden, um Ihre Meinung mitzuteilen. Vielen Dank!

Beste Grüße,
Andreas Müller



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Aufbruch in das Jahr der Astronomie 2009

30. September 2008, 10:03

2009 ist das Internationale Jahr der Astronomie (International Year of Astronomy, IYA). Warum gerade in 2009? Nun, vor ziemlich genau 400 Jahren, im Jahr 1609, richtete ein italienischer Naturforscher ein Fernrohr an den Himmel. Er hat von dem optischen Gerät erfahren, das ein Holländer 1608 erfunden hatte. Der Italiener war Galileo Galilei (1564 - 1642) und der Holländer Hans Lipperhey (1570 - 1619).

Dieser tiefe Blick an den Himmel mit mehr als nur den bloßen Augen war die Geburtsstunde der professionellen, beobachtenden Astronomie. Und wie sich herausstellte, ist diese bahnbrechende Tat ein Meilenstein in den modernen Naturwissenschaften. Galileis Blick zum Mond, zu den Planeten und zu den Sternen steht am Anfang der faszinierenden Entdeckungsgeschichte. Galileis Blick mündete in Erkenntnisse über das Leben der Sterne und Galaxien. Galileis Blick wurde tiefer und breiter durch moderne Weltraumteleskope und Beobachtungsgeräte für andere elektromagnetische Wellen - von Radiowellen bis TeV-Photonen - sogar für Teilchen wie Neutrinos und kosmische Ionen. Galileis Initiative brachte uns zum modernen Verständnis der Welt, die im Urknall begann und (so wie es aussieht) in der ewig beschleunigten Expansion und Auskühlung endet.

Auch Deutschland hat einen guten Grund das IYA mitzufeiern: Der deutsche Universalgelehrte Johannes Kepler (1571 - 1630) veröffentlichte 1609 die "Astronomia nova", sein Buch über das Sonnensystem, in dem er auch die mittlerweile weltberühmten Keplerschen Gesetze darlegt. Der Buchtitel antizipierte prophetenhaft die folgenden Jahrhunderte.

Was geht im IYA?
Einiges. Sowohl international, als auch in Deutschland. Die UNESCO hat das Jahr 2009 zum Internationalen Jahr der Astronomie ausgerufen, so dass unzählige Aktivitäten stattfinden werden. Viele Institutionen sind beteiligt. Wer sich einen Überblick verschaffen möchte, möge auf die internationale IYA-Website bzw. auf die deutsche IYA-Website schauen. Auf der deutschen Website gibt es ein spezifisches Angebot für Deutschland, z.B. regionale Aktivitäten sortiert nach Bundesländern.

Vier Themenschwerpunkte
Das Astronomiejahr ist in diese vier inhaltlichen Schwerpunkte eingeteilt: 

  • Der Blick zum Himmel (Januar bis März 2009)
  • Astronomie und Kultur (April bis Juni 2009)
  • Weltbilder der Astronomie (Juli bis September 2009)
  • Astronomie und Schule (Oktober bis Dezember 2009)

Unter diesen Themen werden bereits einige Veranstaltungen angeboten. Wer Aktivitäten plant, sollte sie an den IYA-Bundeskoordinator Dr. Michael Geffert anmelden (Kontakt).

Was ich erwarte

  • Vorstellung der 400jährigen Erfolgsgeschichte der modernen Astronomie
  • öffentliche Vorträge zu Beobachtungen, zur moderne Astrophysik, zu kulturellen Aspekten der Astronmie, zu didaktischen Aspekten
  • Live-Beobachtungen mit Teleskopen
  • enge Interaktion und Kooperation von Schülern, Lehrern und Wissenschaftlern
  • Führungen an Museen und Forschungseinrichtungen zur Astronomie
  • öffentliche Diskussionsrunden in Hör- und Rundfunk
  • ansprechende Planetariumsshows auf dem aktuellen Stand des Wissens
  • und eine Fülle interessanter Artikel, die viel Hintergrundwissen zum IYA ausbreiten

Und was erwarten Sie? Kommentieren Sie hier!

Zwei erste wichtige Termine

  1. Jahrestagung der Deutschen Astronomischen Gesellschaft: 21.-25. September 2009
  2. Woche der Schulastronomie: 9.-15. November 2009

Lassen Sie uns Galileis Durchbruch in ein neues Verständnis der Welt und ein neues Selbstverständis des Menschen feiern. Lassen Sie uns das Jahr 2009 nutzen, um mehr zu erfahren über 400 Jahre moderne Astronomie. Lassen Sie uns das IYA zum Anlass nehmen, um den Austausch von Wissenschaft und Öffentlichkeit zu intensivieren. Lassen Sie uns das Jahr 2009 nutzen, um unseren Schülern die Wichtigkeit der Astronomie für unser Weltbild und unseren Ursprung zu vermitteln. 

Stay tuned.



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