14. August 2008, 22:58
Ich wachte morgens auf und hatte einen tierischen Carter. Ich war planck, schoss es mir durch den Kopf. Ich versuchte zu erinnern, was passiert war. Der letzte Abend hatte mich meine letzten liquiden Mittel gekostet. Vermutlich war eine der fünf Flaschen Bohrdo verdorben gewesen. Manchmal hört man ja, dass der Weinberg von Parasiten befallen ist. Guth, dachte ich, nach so einem inflationärem Trinkgelage mussten die Finanzen ja auf der Strecke bleiben. Nie wieder wollte ich nach St. Pauli schwor ich mir! Ich entsann mich auch, was mich zu diesem ungewohnt exzessiven Verhalten brachte: die Festplatte meines Arbeitsrechners hatte einen Crash! Leider war ich etwas nachlässig, was die Backups anging, so dass einige Monate Arbeit für Schrödingers Katze waren. Macht nichts, dachte ich. Schließlich ist Einstein noch nie vom Himmel gefallen. Ich beschloss mir zunächst einen frischen Kaffee zu kochen, um wieder auf die Beine zu kommen. Tolman, keine Filtertüten mehr da! So musste ein Handtuch als Provisorium herhalten. Vermutlich unterschätzte ich bei dieser Technik die Kaffeemenge. So stark schmeckte der Kaffee noch nie: Mein Hertz raste, und meine Hände haben unglaublich desittert. So müsste man sich wohl in einem materiefreien Universum vorcompton. Doch halt: etwas hatte ich fermisst. Gehörte nicht noch etwas Kaubares zu einem Frühstück? Die Lage war ernst, denn mein Kühlschrank gähnte mich mit nihilistischer Lehre an. Zum Glück hatte die Bäckerei schon auf. Ich entschied, trotz meines geistig umnachteten Zustands und der inneren, koffeinbedingten Unruhe, auf die Straße zu gehen. Auch wenn der andere Teil meiner Wellenfunktion bereits im Nirwana einem Vernichtungsoperator anheim gefallen sein musste. Bei den ersten Schritten wurde mir schwarzschild vor Augen. Ich musste mich ziemlich zusammenreissnern, um nicht zu stolpern. Das Knurren meines Magens erinnerte mich an ein Untier, auf das prähistorische Jäger und Sammler gestoßen sein mögen. Ich hingegen jagte nur ein Brötchen, das unschuldig belegt hinter einer Glasscheibe auf potentielle Käufer lauerte. Ich ergriff meinen Speer, äh Schirm und machte mich auf in ein regennasses Chaos, das jeder Theorie entbehrte. Nicht schon wheeler! Meine Darmperistaltik erzeugte Geräusche, die an einen startenden Jumbo erinnerten. Ich wollte so schnell wie möglich in der Bäckerei notlanden. Zum Glück erblickte ich schon das Schild. Oh Gott, ich hatte 't hooft, dass der Laden leer sei, doch eine moderate Schlange hatte sich aufgestaut. Eine Nanosekunde dachte ich an Umkerr. Weyl der Hunger jedoch meine Schlangenphobie besiegte, stellte ich mich an. Ich glaubte, ich stünde im Wald! Nach endlos dilatierter Zeit war ich endlich an der Reihe. Mein Anblick schien erträglich zu sein, denn die Verkäuferin lächelte mich mildtätig, aber nicht aufmunternd an. Auf einem Teller oder zum Mitnehmen, fragte sie. Ich wollte natürlich schleunigst aus dem Geschäft verschwinden. So reichte sie mir das Corpus delicti über die Theke. Welcher Price mich wohl erwarten würde? 5 Euro Fuffzich, hörte ich sie noch sagan, doch in Gedanken war ich schon bei den belegten Köstlichkeiten, die mit Schnitzel Wiener Art belegt ihre Schönheit hinter einer braunen Tüte versteckten. Wie vom Tachyon gehetzt, fanden meine 2 Promille schweren Beine den Weg die Treppe hinauf. Die kaffeeartige Flüssigkeit dampfte noch, als ich eines dieser kulinarischen Wunderwerke vernaschte. Aber schon beim ersten Bissen musste ich feststellen: das Brötchen war steinhardt
Was für ein misner Tag!
Im Text befinden sich Nachnamen von berühmten Physikern - wie viele sind es?
LÖSUNG:
Es sind 33 Physiker. Hier kommt das versprochene Bonbon nach der Auflösung durch Lars, Stefan und Marco *tusch*: die Koryphäen in voller Schönheit und ihr Arbeitsgebiet (stars in order of appearance):
Brandon Carter (*1942)
australischer Relativist und Astrophysiker, erforschte die Eigenschaften der rotierenden Schwarzen Löcher, insbesondere die Geodäten in der Kerr-Geometrie. Er entdeckte mit Bardeen und Hawking die Hauptsätze der Schwarzen Löcher und konnte zeigen das sie keine Haare haben.
Max Planck (1858 - 1947)
deutscher Quantenphysiker, gilt als Vater der Quantentheorie, quantisierte die elektromagnetische Strahlung eines Schwarzen Körpers. Nach ihm wurde die Planck-Kurve, die Verteilung der Energiedichte bzw. des Strahlungsflusses eines thermischen Strahlers und die Planck-Skala benannt, Nobelpreis 1918.
Niels Bohr (1885 - 1962)
dänischer Quantenphysiker, Atomphysik, Bohrsches Atommodell, nach dem die Elektronen strahlungsfrei den Atomkern umlaufen, Nobelpreis 1922.
Steven Weinberg (*1933)
amerikanischer Teilchenphysiker, arbeitet auf dem Gebiet der schwachen Wechselwirkung und vereinheitlichte sie mit den Kollegen Abdus Salam und Sheldon Lee Glashow zur Elektroschwachen Theorie. Im Rahmen dieser ersten Vereinheitlichten Theorie, die zwei fundamentale Naturkräfte vereinigt, gelang die Prognose des Z-Teilchens und der W-Teilchen (Weakonen). Nach ihm wurde der Weinberg-Winkel benannt, der in der Elektroschwachen Theorie, die Mischung von Photon und Z-Teilchen parametrisiert, zusammen mit Salam und Glashow Nobelpreis 1979 für die Vorhersage des Z-Teilchens. Seither arbeitet Weinberg an der Vereinigung dreier Naturkräfte (Grand Unified Theories, GUT) und aller vier Kräfte inklusive Gravitation (Unified Theories, UT). Diese Konzepte finden Anwendung in der Kosmologie, in den frühen Phasen des Universums. Eine vielversprechendes Konzept ist die Einbindung der Supersymmetrie. Weinberg ist Autor zahlreicher empfehlenswerter Bücher.
Alan H. Guth (*1947)
Kosmologe am MIT, Vater der Inflation (1981), nach der das Universum eine Phase exponentieller Expansion durchlief. Die Inflationstheorie beseitigte bekannte Probleme der Kosmologie: Homogenitäts-, Flachheits-, Horizontproblem und Fehlen Magnetischer Monopole.
Wolfgang Pauli (1900 - 1958)
österreichischer Quantenphysiker, Quantentheorie des Spins, theoretischer Entdecker des Pauli-Prinzips und Spin-Statistik-Theorems, forderte die Existenz des Neutrons aus dem Betazerfall, Nobelpreis 1945.
Erwin Schrödinger (1887 - 1961)
österreichischer Quantenphysiker, fand die Schrödinger-Gleichung, die Bewegungsgleichung der Quantentheorie auf der Basis der Wellenmechanik von de Broglie (Materiewellen). Diese fundamentale Gleichung geniesst in der Quantenmechanik denselben Stellenwert, den die Einsteinschen Feldgleichungen in der Relativitätstheorie haben. Mit der Schrödinger-Gleichung war das fundamentale Objekt Wellenfunktion geboren, dessen räumliche und zeitliche Verteilung Teilchen und Felder beschreibt, Nobelpreis 1933 zusammen mit P. Dirac, dem theoretischen Pionier der Antimaterie.
Ernst Mach (1838 - 1916)
österreichischer Physiker und Philosoph, er entwickelte 1893 das Machsche Prinzip, ein fundamentales Prinzip für Bewegung und Trägheit von Massen, das Einstein zur Allgemeinen Relativitätstheorie leitete. Auch Machzahl und Machscher Kegel sind nach ihm benannt.
Albert Einstein (1879 - 1955)
Begründer der Relativitätstheorie, die bahnbrechende Erkenntnisse über Bewegung, Raum, Zeit (zusammengefasst als Raumzeit), Materie, Energie und Gravitation ermöglichte. Den Nobelpreis erhielt er allerdings 1921 für den Photo-Effekt, den er mit der (bis dato noch nicht allgemein akzeptierten) Lichtquantenhypothese erklärte.
Richard Chase Tolman (1881 - 1948)
Relativist und Astrophysiker, Arbeiten über relativistische Sterne, besonders kompakte Neutronensterne. Er entwickelte die TOV-Gleichungen zusammen mit Oppenheimer und Volkoff, die die Newtonschen Sterne verallgemeinern und wesentlich für den Gravitationskollaps sind.
Johannes Stark (1874 - 1957)
deutscher Atomphysiker, entdeckte Stark-Effekt 1913, d.h. eine Aufspaltung von Spektrallinien, wenn die Atome einem starken, elektrischen Feld ausgesetzt sind. Dieser Prozess ist quantentheoretisch verständlich, Nobelpreis 1919.
Gustav Ludwig Hertz (1887 - 1975)
deutscher Atomphysiker, untersuchte Anregungs- und Ionisationsenergien in der Elektronenhülle, die sich im Franck-Hertz-Versuch manifestieren. Dafür gab es den Nobelpreis 1925 zusammen mit J. Franck.
Willem de Sitter (1872 - 1934)
deutscher Relativist, Astronom und Kosmologe, er beobachtete die Bewegung der Jupitermonde und bestimmte fundamentale Konstanten der Astronomie neu. Berühmtheit hat er bis heute wegen des Einstein-de Sitter-Universums (1917), einer Lösung der Einsteinschen Feldgleichungen der Allgemeinen Relativitätstheorie, die materiefrei ist und aufgrund einer positive kosmologische Konstante (Lambda-Term) expandiert (siehe auch Dunkle Energie).
Arthur Holly Compton (1892 - 1962)
Röntgenspektroskopiker, untersuchte Polarisation der Röntgenstrahlung, entdeckte 1923 den Compton-Effekt: die Zunahme der der Wellenlänge (Energieverlust) elektromagnetischer Strahlung bei der Streuung an freien Teilchen, z.B. Elektronen. Diesen Vorgang nennt man Compton-Streuung, eine charakteristische Grösse die Compton-Wellenlänge. Comptonisierung bezeichnet den umgekehrten Prozess: inverse Streuung erhöht die Energie gestreuter Strahlung, Nobelpreis 1927 zusammen mit C.T.R. Wilson.
Enrico Fermi (1901 - 1954)
italienischer Quantenphysiker, viele Arbeiten auf dem Gebiet der Quantentheorie, besonders Quantenstatistik (Fermi-Gas, Fermi-Energie, Fermion) und Fermi's Goldene Regel, die zur Berechnung von Übergangsraten von quantenmechanischen Zuständen wichtig ist, Nobelpreis 1938.
Frederick J. Ernst
fand 1968 die (im Allgemeinen komplexen) Ernst-Potentiale, die Lösung der Ernst-Gleichung sind. Diese Differentialgleichung erlaubt eine Ableitung von axialsymmetrischen und stationären Raumzeiten, wie der Kerr-Lösung (rotierendes, ungeladenes Schwarzes Loch), Kerr-Newman-Lösung (rotierendes, elektrisch geladenes Schwarzes Loch) oder Neutronensterne.
William G. Unruh (*1945)
Relativist, beschäftigt sich mit Quantenfeldern auf flachen und gekrümmten Raumzeiten. Seine Arbeit (zusammen mit R. Wald) - und unabhängig davon die von Paul Davies - mündet in eine Relativität des Teilchenbegriffes. Es hängt vom Bezugssystem ab, ob ein Teilchen real oder virtuell ist. Der Unruh-Effekt beschreibt ein Analog zur Hawking-Strahlung, das Unruh "Beschleunigungsstrahlung" nannte: ein beschleunigter Beobachter in der flachen Minkowski-Raumzeit nimmt das Quantenvakuum als thermisches Teilchenbad wahr. Gemäss dem Äquivalenzprinzip ist das Pendant zu diesem Phänomen ein frei fallender Beobachter in einer gekrümmten Raumzeit: dieser misst die Hawking-Strahlung.
Karl Schwarzschild (1873 - 1916)
deutscher Relativist und Astronom, fand die ersten Lösungen der Feldgleichungen der Allgemeinen Relativitätstheorie 1916, nach ihm wurden nicht nur diese Schwarzschild-Lösungen benannt, sondern auch der Schwarzschild-Radius, der Radius des Ereignishorizontes eines nicht-rotierenden Schwarzen Loches.
Hans Jacob Reissner (1874 - 1967)
deutscher Physiker, Mathematiker und Ingenieur, studierte Physik mit Max Planck. Nach Reissner und G. Nordstrøm ist die Raumzeit geladener, nicht rotierender Punktmassen (geladenes Schwarzes Loch) benannt (Reissner-Nordstrøm-Lösung), die auf Arbeiten aus den Jahren 1916 und 1918 zurückgehen. Die Grossteil der Forschung widmete er der Flugtechnik.
John Archibald Wheeler (1911 - 2008)
amerikanischer Relativist und Astrophysiker, erfand den Begriff "Schwarzes Loch" und den Satz "Schwarze Löcher haben keine Haare" (Keine-Haare-Theorem), bildete zahlreiche prominente Relativisten, wie Kip Steven Thorne, Charles W. Misner, William G. Unruh, Robert M. Wald, Dieter Brill etc. aus. Wheeler arbeitete aber auch mit Niels Bohr auf dem Gebiet der Kernspaltung und leitete ein Team zum Bau der Wasserstoffbombe. Arbeitet auch auf dem Gebiet der Quantengravitation.
Alfred Schild (1921 - 1977)
deutscher (geboren in der Türkei) Relativist und Astrophysiker, arbeitete auf dem Gebiet der Tensorrechnung und entwickelte eine Atomuhr mit (zur Messung relativistischer Zeitdilatation). Die Kerr-Schild Koordinaten zur Beschreibung rotierender Schwarzer Löcher sind nach ihm und Roy P. Kerr benannt.
Richard J. Gott
Relativist, arbeitet auf dem Gebiet der Wurmlöcher, Kausalität, kosmischen Strings und Zeit bzw. Zeitmaschinen.
Gerard 't Hooft (*1946)
niederländischer Teilchenphysiker und Relativist, arbeitet an vielen Aspekten der Teilchenphysik: Eichsymmetrie, Renormierung, Symmetriebrechung, Determinismus, Quanteninformation etc., aber auch auf dem Gebiet der Schwarzen Löcher und Quantengravitation.
Roy Patrick Kerr (*1934)
Mathematiker, fand 1963 rotierende, ungeladene Punktmassen (axialsymmetrische und stationäre Schwarze Löcher), die man seither Kerr-Lösung nennt.
Hermann Weyl (1885 - 1955)
Mathematiker und Relativist, wichtige Beiträge zur Natur der Materie, nach ihm wurde der Weyl-Tensor benannt, dessen Symmetrieeigenschaften zur Klassifikation von Raumzeiten dienen.
Robert M. Wald (*1947)
amerikanischer Relativist, erforscht Gravitationskollaps, Schwarze Löcher und Störungen sowie elektromagnetische Felder auf diesen Raumzeiten. Zusammen mit J.M. Cohen beschrieb er elektrische Punktladungen in der Nähe Schwarzer Löcher (1971). 1974 fand er die heute nach ihm benannte Wald-Lösung, ein rotierendes Schwarzes Loch, das in ein uniformes Magnetfeld eingetaucht ist.
Edvard Teller (*1908)
amerikanischer Physiker, ungarischer Herkunft, war massgeblich am Bau der Atombombe am Los Alamos Projekt beteiligt.
Richard H. Price (*1943)
amerikanischer Astrophysiker, erforscht Schwarze Löcher und zeigte deren "Haarverlust" (Keine-Haare-Theorem) durch Abstrahlung.
Carl Edward Sagan (1934 - 1996)
Astrophysiker und Science Fiction Autor, beschäftigte sich vor allem mit der Suche nach extraterrestrischem Leben und schrieb u.a. das Buch zum Film "Contact".
Wilhelm Wien (1864 - 1928)
Theorie der Wärmestrahlung; Wien-Ast als Hochenergielimes beim Planck-Strahler; Wiensches Verschiebungsgesetz, das der Temperatur eines Schwarzen Strahlers die Wellenlänge maximaler Intensität zuordnet, Nobelpreis 1911.
Karl Ferdinand Braun (1850 - 1918)
erfand 1897 die Braunsche Röhre, die bis heute das Herzstück des Fernsehapparats ist. In diesem evakuierten Behälter werden Elektronen beschleunigt und abgelenkt. Sie treffen auf einen Schirm und erzeugen dort das Fernsehbild. Nobelpreis 1909 mit G. Marconi.
Wernher von Braun (1912 - 1977)
Raketenforscher, erfand im 2. Weltkrieg die V1- und V2-Rakete. Nach dem Krieg arbeitet er massgeblich an der bemannten Raumfahrt in den USA.
Paul Steinhardt
Kosmologe, wendet die Branenwelt auf ein Modell an, dass er mit Neill Turok erfand: Ekpyrosis und das Zyklische Universum.
Charles W. Misner (*1942)
amerikanischer Relativist, erforscht Gravitationskollaps und Schwarze Löcher und entdeckte, dass elektromagnetische Wellen dem Loch Rotationsenergie entziehen können. Er fand die chaotischen Oszillationen der Raumzeit (mixmaster oscillations) in der Nähe von Singularitäten. Misner ist einer der Autoren der Standardwerke der Allgemeinen Relativitätstheorie zusammen mit Thorne und Wheeler, MTW, mit dem Titel "Gravitation"
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