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Vorschau Europa im Weltraum 2008 - Teil 2

von Markus Landgraf, 01. Januar 2008, 11:33

Das Jahr 2008 wird das Jahr der Ariane 5. Das Arbeitspferd der Europäischen Trägerraketen wird nicht nur 7 mal starten, sondern auch zwei äußerst wichtige Missionen fliegen: Für Mitte/Ende Februar ist der Start des ersten Europäischen Weltraumfrachters ATV mit Namen Jules Verne geplant. Der Start ist Europas erste eigene Mission mit einem für bemannte Flüge zugelassenen Raumfahrtzeug. Jules Verne befindet sich bereits vollständig montiert und getestet am Weltraumbahnhof in Kourou, wie in "Europas Zukunft im Weltraum" bereits berichtet. Die erste der speziell für das ATV entwickelte ES-Variante der Ariane 5 befindet sich bereits im Zusammenbau. Ende Januar soll dann das vollgetankte ATV auf die Spitze der Rakete gesetzt werden, damit man zum frühst möglichen Zeitpunkt, zur Zeit wird der 14. Februar angepeilt, starten kann. Geht alles glatt, sollen noch vier weitere ATVs mit Ariane 5 starten, im 2-Jahres-Rhythmus, zur Versorgung der Internationalen Raumstation mit Treibstoff, Atemgasen, Wasser, Nahrungsmitteln, Ersatzteilen, etc. Im Herbst folgt dann der Start des weltweit größten Weltraumteleskops Herschel zusammen mit der Urknallsonde Plank. Herschel wird mit seinem 3,5 Meter Spiegel das Infrarotlicht der ersten Galaxien analysieren, während Planck die Fluktuationen der kosmischen Hintergrundstrahlung nach der Physik in der Inflationsphase des Universums durchsucht. Beide Raumfarzeuge fliegen zum Lagrangepunkt auf der Nachtseite der Erde in 1,5 Millionen Kilometer Entfernung. An diesem Punkt balancieren sich die Gravitationskräfte der Erde und der Sonne mit der nach außen gerichteten Zentrifugalkraft der Erdbewegung um die Sonne. Der große Vorteil dieses auf der Nachtseite liegendenden Lagrangepunktes ist, das Erde, Mond und Sonne von den Weltraumteleskopen aus gesehen dicht beieinander in einer Region des Himmels stehen. Daher kann man ihre Strahlung einfach mit einem Schirm ausblenden, so dass man ohne störende Streulichteinwirkung dunkle Objekte beobachten kann. Außerdem ist es so einfacherer die Optik und die lichtempfindlichen Bauteile auf die notwendigen Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt herabzukühlen. 

 

Viel Glück und Erfolg in 2008, für alle Leser der Kosmologs und unsere Ariane! 



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