kosmologs Europas Zukunft im Weltraum

Atlantis bleibt bis mindestens Anfang Februar auf dem Boden - Vielleicht wird es März/April

27. Dezember 2007, 20:14

Diskussionen des Program Requirements Control Board (PRCB) der NASA kreisten heute um zwei Optionen, wie mit den Startvorbereitungen für Raumfähre Atlantis mit Columbus an Bord fortgefahren werden soll. Option A: Reperatur der defekten Steckverbindung (darüber wurde in "Europas Zukunft im Weltraum" bereits berichtet) auf der Startrampe. Dann wäre ein Start Anfang Februar möglich, wenn keine weiteren Probleme mehr auftauchen. Option B: Die Raumfähre wird im Vehicle Assembly Building wieder auseinander gebaut und der externe Tank der nächsten Mission STS-123 verwendet, die dann entsprechend wieder verschoben werden müsste. Haupt Leidtragender der Verzögerungen ist Raumstationsbesatzungsmitglied Dan Tani, der, wenn der Start planmäßig verlaufen wäre, vor Weihnachten mit der Atlantis zurück gekehrt wäre. Tragischerweise ist kurz vor Weihnachten Tani's Mutter bei einem Verkehrsunfall umgekommen. Er konnte wegen der Verzögerungen auch nicht an den Trauerfeierlichkeiten teilnehmen. Mr. Tani wird wohl noch warten müssen, bis man am Cape Canavaral die Tanksensoren im Griff hat.

Wie sich die Verzögerungen auf den Start des Europäischen ATV auswirken ist noch nicht klar. 


Geschrieben in Allgemein . Kommentare: (0). Trackbacks: (0). Permalink


Vorschau Europa im Weltraum 2008 - Teil 1

20. Dezember 2007, 20:01

Das Jahr 2008 wird für Europa ein Schlüsseljahr werden. Zunächst müssen die seit langem herbeigesehnten Missionen von Columbus auf der Raumfähre Atlantis und von ATV auf Ariane endlich erfolgreich sein. Über beide wurde ja bereits auf "Europas Zukunft im Weltraum" ausführlich berichtet. Dann stehen nach der Weichenstellung auf dem Gebiet der Satellitennavigation Ende diesen Jahres wichtige Arbeiten bei der Realisierung von Galileo auf dem Programm. Ausserdem soll Ende 2008 zum ersten mal die Kleinrakete Vega von Kourou aus starten. Es gibt allerdings Zweifel, dass der Termin für den Jungfernflug gehalten werden kann. Innerhalb der ESA bereiten sich alle Direktorate auf die wichtige Ministerialkonferenz Ende 2008 vor, auf der die weiteren Projekte, besonders bei der Erdbeobachtung, der bemannten Raumfahrt und dem Explorationsprogramm von den Forschungsministern der Mitgliedsstaaten geprüft werden. Dann wird entschieden, welche Projekte eine Finanzierung erhalten und welche nicht. Wenn Sie also dachten dass die Europäische Raumfahrt 2007 spannend war, warten Sie einmal ab, was Sie 2008 erwartet!

 



Geschrieben in Allgemein . Kommentare: (0). Trackbacks: (0). Permalink


Fehler gefunden - starten oder nicht?

19. Dezember 2007, 20:30

Der Fehler im Sensorsystem des externen Tanks der Raumfähre Atlantis ist gefunden. Wie schon letzte Woche gemutmasst wurde (und in "Hauptverdächtiger bei der Suche nach der Ursache des Startabbruchs von Atlantis identifiziert" berichtet) hat sich während eines Betankungstest am Dienstag, dem 18. Dezember der "Feed Through Connector", eine Steckverbindung, die die Signalkabel aus dem Inneren des Tanks nach Außen führt als Fehlerquelle entpuppt. Alle fünf Füllstandsensoren, deren Signale durch diesen Stecker gehen haben im Test oder in den zwei Startversuchen vom 6. und 9. Dezember Probleme gemacht.

Es gibt eine Reihe von Optionen für das weitere Vorgehen, die zur Zeit vom Mission Management Team abgewägt werden. Je nach Entscheidung, die für den späten Donnerstag (20. Dezember) Abend (MEZ) erwartet wird, kann Atlantis mit dem Europäischen Weltraumlabor Columbus an Bord am 10. Januar oder erst Mitte Februar den nächsten Startversuch unternehmen.

Auf geht's, Atlantis!



Geschrieben in Allgemein . Kommentare: (0). Trackbacks: (0). Permalink


Startrampe 39A leuchtet wie ein Weihnachtsbaum

18. Dezember 2007, 08:16

Launchpad 39A: Die RSS wurde in Vorbereitung zum Betankungstests zurück gefahren

Am Cape Canaveral in Florida stand die Startrampe 39A hell erleuchtet in den frühen Morgenstunden als um 02:30 Ortszeit der Betankungstest für die Raumfähre Atlantis mit dem Europäischen Weltraumlabor Columbus an Bord begann. Der Test soll helfen, den Fehler zu isolieren, der bei den Startversuchen am 6. und 9. Dezember zum Abbruch führte. Allerdings haben Analysen und Tests an Ersatzaufbauten bereits einen Hauptverdächtigen identifiziert: den "Feed Through Connector", einen Stecker, der die Messsignale aus dem Inneren des externen Tanks nach Aussen führt. Der Test heute wird diese Hypothese entweder bestätigen oder widerlegen. Da man bereits nach den Tests an den Ersatzaufbauten das Sensorsystem viel besser versteht, sieht es für einen Start am 10. Januar um 8:26 MEZ gar nicht schlecht aus. Hoffen wir, dass sich Columbus mit seinen beiden Begleitern aus dem Europäischen Astronautencorps Leopold Eyharts und Hans Schlegel nach einem besinnlichen Weihnachtsfest endlich auf den Weg zur Raumstation machen kann.

Auf geht's, Atlantis!



Geschrieben in Allgemein . Kommentare: (0). Trackbacks: (0). Permalink


Neues Startdatum für Atlantis mit Columbus

16. Dezember 2007, 21:19

Nach erfolgreicher Fehlersuche an der Raumfähre Atlantis ist ein neues Startdatum für das Europäische Weltraumlabor Columbus, zusammen mit den Astronauten Leopold Eyharts und Hans Schlegel festgelegt worden. Nach Aussage des Managers des Raumfähren Programs Wayne Hale soll das Team am Kennedy Space Center die Feiertage in Ruhe verbringen, um dann am 10. Januar 2008 die Atlantis zu starten. Laut Hale wurde dem Team 2007 viel abverlangt und so wird es auch 2008 wieder sein. Der Start ist für 8:26 morgens (MEZ) vorgesehen. Am 18. Dezember erfolgt noch ein Betankungstest, dessen Ergebnis die Startpläne aber noch beeinflussen kann. 

Auf geht's, Atlantis!


Geschrieben in Allgemein . Kommentare: (0). Trackbacks: (0). Permalink


Hauptverdächtiger bei der Suche nach der Ursache des Startabbruchs von Atlantis identifiziert

13. Dezember 2007, 21:57

Bei der fieberhaften Suche nach dem Wackelkontakt in der Verkabelung der Tankfüllstandssensoren im externen Tank von Space Shuttle Atlantis hat die NASA einen Hauptverdächtigen: Einen Stecker, der vom Inneren des externen Tanks nach außen führt. Die Ingeneure vermuten auf der Basis des Verhaltens der Sensorenanzeigen während der Be- und Enttankung Anfang Dezember, dass beim Abkühlen des Steckers auf kryogene Temperaturen die Luft im Stecker gefriert. Gefrorene Luft ist nun aber ein sehr guter Isolator, der unter Umständen die einzelnen Kontaktstifte (Pins) bedeckt, so dass ein Wackelkontakt entsteht.

Sollte sich diese Hypothese in dem Betankungstests am kommenden Dienstag bewahrheiten, könnte ein neuer Startversuch Anfang Januar stattfinden. Das genaue Datum steht noch nicht fest, aber frühestens kann am 2. Januar 2008 gestartet werden.

Also weiter Daumen drücken für die wertvolle Fracht der Atlantis, Leopold, Hans und Columbus.

Auf geht's, Atlantis! 


Geschrieben in Allgemein . Kommentare: (0). Trackbacks: (0). Permalink


Rakete für den Start des ersten Europäischen Weltraumfrachters am Weltraumbahnhof in Kourou eingetroffen

13. Dezember 2007, 13:35

Eine spezielle Version des Arbeitspferdes der Europäischen Raumfahrt, der Ariane 5 Rakete, ist auf einem Frachtschiff am Weltraumbahnhof in Kourou (Französisch Guyana) eingetroffen. Die Ariane 5ES wurde speziell für den Start des Weltraumfrachters ATV (Autonomous Transver Vehicle) entwickelt. Dafür wurde eine Ariane 5GS strukturell verstärkt und Änderungen an der Oberstufe und Avionik vorgenommen. Während die Untere Stufe identisch zu der der für Missionen zum Start von Kommunikationssatelliten in den geostationären Transferorbit verwendeten Ariane 5ECA ist, unterscheidet sich die oberstufe deutlich. Sie ist mit dem wiederzündbaren Triebwerk Aestus ausgerüstet, da sie drei mal zünden muss. Die erste Zündung erfolgt nach dem Abkoppeln von der Hauptstufe. Dann wird das Triebwerk abgeschaltet, um auf einer ballistischen Bahn zum Apogäum (erdfernster Punkt) zu gelangen, wo man das Triebwerk erneut zündet, um die Bahn zu zirkularisieren. Dies geschieht in einer Höhe von 260km. Sobald das ATV abgesetzt ist, feuert die Oberstufe ein letztes mal, um sich selbst in den Pazifischen Ozean zu stürzen. Dies ist gefordert, damit die ausgebrannte Sufe nicht unkontrolliert abstürzt. Die Oberstufe der Ariane 5ES ist zwar weniger leistungsfähig als die der Ariane 5ECA, sie ist aber wegen ihrer Fähigkeit zu mehreren Zündungen deutlich flexibler einsetzbar. Die Wiederzündbarkeit war im Herbst bei einer kommerziellen Mission der Ariane 5GS erfolgreich getestet worden.

 Im weiteren Verlauf der Vorbereitungen für den Start des ersten ATV, das nach dem berühmten Europäischen Science Fiction Autor "Jules Verne" benannt wurde, wurden die Versorgungsgüter für die Astronauten bereits verladen. Noch diese Woche wird der druckbeaufschlagte Teil des Frachters versiegelt, dann wird er komplett montiert, betankt und soll im Januar auf die Oberstufe der Ariane 5ES aufgesetzt werden. Wenn alles glatt geht, sehen wir einen Start am 14. Februar 2008.

 

Auf geht's Jules Verne!



Geschrieben in Allgemein . Kommentare: (0). Trackbacks: (0). Permalink


Tests und Analysen sollen einen Start von Atlantis mit Columbus Anfang Januar ermöglichen

13. Dezember 2007, 13:21

Nach den zwei erfolglosen Versuchen von Anfang Dezember, die Raumfähre Atlantis mit dem Europäischen Weltraumlabor Columbus an Bord zu starten, versucht die NASA, dem Problem mit Tanksensoren auf die Spur zu kommen. Zwei von vier Sicherheitssensoren (Engine Cut-off (ECO) sensors) im Tank für Flüssigwasserstoff hatten kurz nach dem Beginn der Betankungsaktivitäten versagt. Beim erneuten Startversuch am 9. Dezember, bei dem die Einsatzbereitschaft aller vier Sensoren gefordert war, versagte schliesslich einer der vier. Damit war ein Start noch in 2007 ausgeschlossen, weil die Zeit für Tests und/order Reperaturen im kurzen Startfenster nicht mehr ausreichte.

 Der weitere Plan ist es, den Fehler, der nur sporadisch auftaucht, zu reproduzieren, das defekte Teil zu identifizieren und dann zu reparieren oder auszuwechseln. Dazu wird am kommenden Dienstag (18. Dezember) ein Betankungstest durchgeführt, bei dem ein möglicher Wackelkontakt in der Verkabelung mit zusätzlichen Instrumenten lokalisert werden soll. Die Sensoren selbst wurden als mögliche Fehlerquelle ausgeschlossen. Erst wenn man den Fehler nicht reproduzieren kann, wird über ein Abschalten des Sicherheitssystems nachgedacht. Erste Analysen deuten laut Programmmanager Wayne Hale nämlich darauf hin, dass das System noch nie funktioniert hat und man sich in einer falschen Sicherheit wähnte.

 Die Aufgabe der ECO-Sensoren ist es, bei einer vollständigen Entleerung des Wasserstofftanks Alarm zu schlagen, bevor die Haupttriebwerke trocken laufen. Das würde zu einer Zerstörung der Triebwerke, wahrscheinlich auch des Orbiters selbst und damit zum Tod der Besatzung führen. Bei einer normalen Mission wird der Tank aber nie vollständig entleert, nur bei Lecks in den Triebwerken oder einer anderen Fehlfunktion des Treibstoffmanagements käme so etwas vor. Dies ist jedoch im Verlauf des Space Shuttle Programms noch nie geschehen. Lediglich bei zwei Gelegenheiten führten Fehlfunktionen zum korrekten Abschalten der Triebwerke durch die ECO-Sensoren im Sauerstoff-Tank, die wesentlich zuverlässiger arbeiten.

 Sollte eine Reparatur notwendig werden, hängt der neue Starttermin von der Dauer dieser Reparaturen und abschliessenden Tests ab. Zur Zeit ist ledigleich bekannt, dass die Mission nicht vor dem 2. Januar 2008 startet. Drücken wir also die Daumen, dass sich unser Beitrag zur ISS nicht noch weiter verzögert.

Auf geht's, Atlantis!



Geschrieben in Allgemein . Kommentare: (0). Trackbacks: (0). Permalink


Start von Columbus auf frühestens Samstag verschoben

07. Dezember 2007, 07:54

Wegen technischer Probleme mit Sensoren, die für das Abschalten der Haupttriebwerke bei leerem Tank verantwortlich sind wurde der Start von Space Shuttle Atlantis mit dem Europäischen Columbus Labor am 6.12. abgesagt. Nach augenblicklicher Lage scheint ein Start vor Anfang nächster Woche unwahrscheinlich, da das Problem noch immer nicht isoliert ist. Beim Ablassen des Treibstoffs aus dem externen Tank zeigten alle vier Sensoren ein erratisches Verhalten, was auf Kontaktprobleme in der Verkabelung schliessen lässst. Es wurde auch die Rotating Service Structure wieder an das Space Shuttle herangefahren, um Zugang zum Inneren des Orbiters zu haben, wo sich die Verkabelung befindet. Es bleibt also spannend für die siebenköpfige Crew und alle von uns, die mitfiebern.

Geschrieben in Allgemein . Kommentare: (0). Trackbacks: (0). Permalink


Heute startet Columbus

06. Dezember 2007, 10:34

Space Shuttle Atlantis auf dem Launchpad am Donnerstag morgen, nachdem die Schutzstruktur zurück gefahren wurde

Heute um 22:31 Mitteleuropäischer Zeit startet Space Shuttle Atlantis mit dem Europäischen Weltraumlabor Columbus an Bord. Der Countdown begann bereits am Montag Abend, während dessen die Schutzstruktur (Rotating Service Structure - RSS) zurückgefahren wurde, die das Space Shuttle in der 1-Monatigen Zeit auf dem Launchpad vor Wind und Wetter schützt. Nun kann man die Atlantis erstmals seit Wochen wieder auf dem Pad sehen.

Gestern hatte der Flugdirektor bekannt gegeben, dass es keine techinschen Probleme gibt. Auch die bereits ausgezeichnete Wettervorhersage hat sich weiter verbessert, man rechnet mit einer 90% Wahrscheinlichkeit für akzeptable Wetterbedingungen. Ab 13:06 MEZ heute wird der externe Tank, der die drei Haupttiebwerke mit Treibstoff versorgt, mit 2 Millionen Litern betankt. Bereits am Dienstag hatte man die Betankung der Brennstoffzellen abgeschlossen, die während der Mission den Strom für die Raumfähre liefern.

Sollte der Start heute nicht klappen, hat man noch Gelegenheiten am Freitag und Samstag, die jeweils etwa 20min. früher liegen. Diese Verschiebung entsteht durch die westwärts gerichtete Rotation der Bahnebene der Raumstation, die durch die Erdabplattung erzeugt wird. Die Landung der Atlantis ist für den 17. Dezember geplant. Es wird aber überlegt, wie hier berichtet, die Mission noch um zwei Tage zu verlängern, um das Steuerbord Lager der Solargeneratoren zu inspizieren. Die Entscheidung über die Verlängerung kann erst nach dem Start getroffen werden, weil die Treibstoffmenge der Brennstoffzellen vom Startzeitpunkt abhängt.

Noch ein Tipp für den Samstag. Um 18:39 MEZ ist die ISS am Himmel zu sehen, dicht gefolgt von der Atlantis kurz vor dem Andocken. Genaueres gibt es unter http://www.esa.int/esaHS/ESA0I6KE43D_iss_0.html

Viel Erfolg und glückliche Landung für unsere Astronauten Léopold Eyharts und Hans Schlegel!



Geschrieben in Allgemein . Kommentare: (1). Trackbacks: (0). Permalink


astronomie heute
szmtag