kosmologs Europas Zukunft im Weltraum

Erster Vertrag im Rahmen von GMES unterzeichnet

03. Januar 2008, 22:56

Ein weiterer Meilenstein in der Zusammenarbeit zwischen ESA und der Europäischen Union ist erreicht. Das nach dem Satellitennavigationssystem Galileo zweite Flagschiffprojekt der EU im Weltraum rollt an. Noch vor Weihnachten haben die ESA und die EU den ersten Vertrag im Rahmen des Programms für Globale Überwachung für Umwelt und Sicherheit (GMES - Global Monitoring for Environment and Security) unterzeichnet, der die Vorbereitungsphase 2008 bis 2010 abdecken soll. Die Aufgabe der ESA wird die Planung und Implementation des Weltraum gestützten Segmentes sein, das aus mehreren "Wächtersatelliten" besteht. Den neuen Vertrag unterzeichneten der Europäische Kommissar für Wirtschaft Günther Verheugen für die EU und für die ESA der Direktor des Erdbeobachtungsprogramms Volker Liebig.

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Vorschau Europa im Weltraum 2008 - Teil 2

01. Januar 2008, 11:33

Das Jahr 2008 wird das Jahr der Ariane 5. Das Arbeitspferd der Europäischen Trägerraketen wird nicht nur 7 mal starten, sondern auch zwei äußerst wichtige Missionen fliegen: Für Mitte/Ende Februar ist der Start des ersten Europäischen Weltraumfrachters ATV mit Namen Jules Verne geplant. Der Start ist Europas erste eigene Mission mit einem für bemannte Flüge zugelassenen Raumfahrtzeug. Jules Verne befindet sich bereits vollständig montiert und getestet am Weltraumbahnhof in Kourou, wie in "Europas Zukunft im Weltraum" bereits berichtet. Die erste der speziell für das ATV entwickelte ES-Variante der Ariane 5 befindet sich bereits im Zusammenbau. Ende Januar soll dann das vollgetankte ATV auf die Spitze der Rakete gesetzt werden, damit man zum frühst möglichen Zeitpunkt, zur Zeit wird der 14. Februar angepeilt, starten kann. Geht alles glatt, sollen noch vier weitere ATVs mit Ariane 5 starten, im 2-Jahres-Rhythmus, zur Versorgung der Internationalen Raumstation mit Treibstoff, Atemgasen, Wasser, Nahrungsmitteln, Ersatzteilen, etc. Im Herbst folgt dann der Start des weltweit größten Weltraumteleskops Herschel zusammen mit der Urknallsonde Plank. Herschel wird mit seinem 3,5 Meter Spiegel das Infrarotlicht der ersten Galaxien analysieren, während Planck die Fluktuationen der kosmischen Hintergrundstrahlung nach der Physik in der Inflationsphase des Universums durchsucht. Beide Raumfarzeuge fliegen zum Lagrangepunkt auf der Nachtseite der Erde in 1,5 Millionen Kilometer Entfernung. An diesem Punkt balancieren sich die Gravitationskräfte der Erde und der Sonne mit der nach außen gerichteten Zentrifugalkraft der Erdbewegung um die Sonne. Der große Vorteil dieses auf der Nachtseite liegendenden Lagrangepunktes ist, das Erde, Mond und Sonne von den Weltraumteleskopen aus gesehen dicht beieinander in einer Region des Himmels stehen. Daher kann man ihre Strahlung einfach mit einem Schirm ausblenden, so dass man ohne störende Streulichteinwirkung dunkle Objekte beobachten kann. Außerdem ist es so einfacherer die Optik und die lichtempfindlichen Bauteile auf die notwendigen Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt herabzukühlen. 

 

Viel Glück und Erfolg in 2008, für alle Leser der Kosmologs und unsere Ariane! 



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Atlantis bleibt bis mindestens Anfang Februar auf dem Boden - Vielleicht wird es März/April

27. Dezember 2007, 20:14

Diskussionen des Program Requirements Control Board (PRCB) der NASA kreisten heute um zwei Optionen, wie mit den Startvorbereitungen für Raumfähre Atlantis mit Columbus an Bord fortgefahren werden soll. Option A: Reperatur der defekten Steckverbindung (darüber wurde in "Europas Zukunft im Weltraum" bereits berichtet) auf der Startrampe. Dann wäre ein Start Anfang Februar möglich, wenn keine weiteren Probleme mehr auftauchen. Option B: Die Raumfähre wird im Vehicle Assembly Building wieder auseinander gebaut und der externe Tank der nächsten Mission STS-123 verwendet, die dann entsprechend wieder verschoben werden müsste. Haupt Leidtragender der Verzögerungen ist Raumstationsbesatzungsmitglied Dan Tani, der, wenn der Start planmäßig verlaufen wäre, vor Weihnachten mit der Atlantis zurück gekehrt wäre. Tragischerweise ist kurz vor Weihnachten Tani's Mutter bei einem Verkehrsunfall umgekommen. Er konnte wegen der Verzögerungen auch nicht an den Trauerfeierlichkeiten teilnehmen. Mr. Tani wird wohl noch warten müssen, bis man am Cape Canavaral die Tanksensoren im Griff hat.

Wie sich die Verzögerungen auf den Start des Europäischen ATV auswirken ist noch nicht klar. 


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Vorschau Europa im Weltraum 2008 - Teil 1

20. Dezember 2007, 20:01

Das Jahr 2008 wird für Europa ein Schlüsseljahr werden. Zunächst müssen die seit langem herbeigesehnten Missionen von Columbus auf der Raumfähre Atlantis und von ATV auf Ariane endlich erfolgreich sein. Über beide wurde ja bereits auf "Europas Zukunft im Weltraum" ausführlich berichtet. Dann stehen nach der Weichenstellung auf dem Gebiet der Satellitennavigation Ende diesen Jahres wichtige Arbeiten bei der Realisierung von Galileo auf dem Programm. Ausserdem soll Ende 2008 zum ersten mal die Kleinrakete Vega von Kourou aus starten. Es gibt allerdings Zweifel, dass der Termin für den Jungfernflug gehalten werden kann. Innerhalb der ESA bereiten sich alle Direktorate auf die wichtige Ministerialkonferenz Ende 2008 vor, auf der die weiteren Projekte, besonders bei der Erdbeobachtung, der bemannten Raumfahrt und dem Explorationsprogramm von den Forschungsministern der Mitgliedsstaaten geprüft werden. Dann wird entschieden, welche Projekte eine Finanzierung erhalten und welche nicht. Wenn Sie also dachten dass die Europäische Raumfahrt 2007 spannend war, warten Sie einmal ab, was Sie 2008 erwartet!

 



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Fehler gefunden - starten oder nicht?

19. Dezember 2007, 20:30

Der Fehler im Sensorsystem des externen Tanks der Raumfähre Atlantis ist gefunden. Wie schon letzte Woche gemutmasst wurde (und in "Hauptverdächtiger bei der Suche nach der Ursache des Startabbruchs von Atlantis identifiziert" berichtet) hat sich während eines Betankungstest am Dienstag, dem 18. Dezember der "Feed Through Connector", eine Steckverbindung, die die Signalkabel aus dem Inneren des Tanks nach Außen führt als Fehlerquelle entpuppt. Alle fünf Füllstandsensoren, deren Signale durch diesen Stecker gehen haben im Test oder in den zwei Startversuchen vom 6. und 9. Dezember Probleme gemacht.

Es gibt eine Reihe von Optionen für das weitere Vorgehen, die zur Zeit vom Mission Management Team abgewägt werden. Je nach Entscheidung, die für den späten Donnerstag (20. Dezember) Abend (MEZ) erwartet wird, kann Atlantis mit dem Europäischen Weltraumlabor Columbus an Bord am 10. Januar oder erst Mitte Februar den nächsten Startversuch unternehmen.

Auf geht's, Atlantis!



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Startrampe 39A leuchtet wie ein Weihnachtsbaum

18. Dezember 2007, 08:16

Launchpad 39A: Die RSS wurde in Vorbereitung zum Betankungstests zurück gefahren

Am Cape Canaveral in Florida stand die Startrampe 39A hell erleuchtet in den frühen Morgenstunden als um 02:30 Ortszeit der Betankungstest für die Raumfähre Atlantis mit dem Europäischen Weltraumlabor Columbus an Bord begann. Der Test soll helfen, den Fehler zu isolieren, der bei den Startversuchen am 6. und 9. Dezember zum Abbruch führte. Allerdings haben Analysen und Tests an Ersatzaufbauten bereits einen Hauptverdächtigen identifiziert: den "Feed Through Connector", einen Stecker, der die Messsignale aus dem Inneren des externen Tanks nach Aussen führt. Der Test heute wird diese Hypothese entweder bestätigen oder widerlegen. Da man bereits nach den Tests an den Ersatzaufbauten das Sensorsystem viel besser versteht, sieht es für einen Start am 10. Januar um 8:26 MEZ gar nicht schlecht aus. Hoffen wir, dass sich Columbus mit seinen beiden Begleitern aus dem Europäischen Astronautencorps Leopold Eyharts und Hans Schlegel nach einem besinnlichen Weihnachtsfest endlich auf den Weg zur Raumstation machen kann.

Auf geht's, Atlantis!



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Neues Startdatum für Atlantis mit Columbus

16. Dezember 2007, 21:19

Nach erfolgreicher Fehlersuche an der Raumfähre Atlantis ist ein neues Startdatum für das Europäische Weltraumlabor Columbus, zusammen mit den Astronauten Leopold Eyharts und Hans Schlegel festgelegt worden. Nach Aussage des Managers des Raumfähren Programs Wayne Hale soll das Team am Kennedy Space Center die Feiertage in Ruhe verbringen, um dann am 10. Januar 2008 die Atlantis zu starten. Laut Hale wurde dem Team 2007 viel abverlangt und so wird es auch 2008 wieder sein. Der Start ist für 8:26 morgens (MEZ) vorgesehen. Am 18. Dezember erfolgt noch ein Betankungstest, dessen Ergebnis die Startpläne aber noch beeinflussen kann. 

Auf geht's, Atlantis!


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Hauptverdächtiger bei der Suche nach der Ursache des Startabbruchs von Atlantis identifiziert

13. Dezember 2007, 21:57

Bei der fieberhaften Suche nach dem Wackelkontakt in der Verkabelung der Tankfüllstandssensoren im externen Tank von Space Shuttle Atlantis hat die NASA einen Hauptverdächtigen: Einen Stecker, der vom Inneren des externen Tanks nach außen führt. Die Ingeneure vermuten auf der Basis des Verhaltens der Sensorenanzeigen während der Be- und Enttankung Anfang Dezember, dass beim Abkühlen des Steckers auf kryogene Temperaturen die Luft im Stecker gefriert. Gefrorene Luft ist nun aber ein sehr guter Isolator, der unter Umständen die einzelnen Kontaktstifte (Pins) bedeckt, so dass ein Wackelkontakt entsteht.

Sollte sich diese Hypothese in dem Betankungstests am kommenden Dienstag bewahrheiten, könnte ein neuer Startversuch Anfang Januar stattfinden. Das genaue Datum steht noch nicht fest, aber frühestens kann am 2. Januar 2008 gestartet werden.

Also weiter Daumen drücken für die wertvolle Fracht der Atlantis, Leopold, Hans und Columbus.

Auf geht's, Atlantis! 


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Rakete für den Start des ersten Europäischen Weltraumfrachters am Weltraumbahnhof in Kourou eingetroffen

13. Dezember 2007, 13:35

Eine spezielle Version des Arbeitspferdes der Europäischen Raumfahrt, der Ariane 5 Rakete, ist auf einem Frachtschiff am Weltraumbahnhof in Kourou (Französisch Guyana) eingetroffen. Die Ariane 5ES wurde speziell für den Start des Weltraumfrachters ATV (Autonomous Transver Vehicle) entwickelt. Dafür wurde eine Ariane 5GS strukturell verstärkt und Änderungen an der Oberstufe und Avionik vorgenommen. Während die Untere Stufe identisch zu der der für Missionen zum Start von Kommunikationssatelliten in den geostationären Transferorbit verwendeten Ariane 5ECA ist, unterscheidet sich die oberstufe deutlich. Sie ist mit dem wiederzündbaren Triebwerk Aestus ausgerüstet, da sie drei mal zünden muss. Die erste Zündung erfolgt nach dem Abkoppeln von der Hauptstufe. Dann wird das Triebwerk abgeschaltet, um auf einer ballistischen Bahn zum Apogäum (erdfernster Punkt) zu gelangen, wo man das Triebwerk erneut zündet, um die Bahn zu zirkularisieren. Dies geschieht in einer Höhe von 260km. Sobald das ATV abgesetzt ist, feuert die Oberstufe ein letztes mal, um sich selbst in den Pazifischen Ozean zu stürzen. Dies ist gefordert, damit die ausgebrannte Sufe nicht unkontrolliert abstürzt. Die Oberstufe der Ariane 5ES ist zwar weniger leistungsfähig als die der Ariane 5ECA, sie ist aber wegen ihrer Fähigkeit zu mehreren Zündungen deutlich flexibler einsetzbar. Die Wiederzündbarkeit war im Herbst bei einer kommerziellen Mission der Ariane 5GS erfolgreich getestet worden.

 Im weiteren Verlauf der Vorbereitungen für den Start des ersten ATV, das nach dem berühmten Europäischen Science Fiction Autor "Jules Verne" benannt wurde, wurden die Versorgungsgüter für die Astronauten bereits verladen. Noch diese Woche wird der druckbeaufschlagte Teil des Frachters versiegelt, dann wird er komplett montiert, betankt und soll im Januar auf die Oberstufe der Ariane 5ES aufgesetzt werden. Wenn alles glatt geht, sehen wir einen Start am 14. Februar 2008.

 

Auf geht's Jules Verne!



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Tests und Analysen sollen einen Start von Atlantis mit Columbus Anfang Januar ermöglichen

13. Dezember 2007, 13:21

Nach den zwei erfolglosen Versuchen von Anfang Dezember, die Raumfähre Atlantis mit dem Europäischen Weltraumlabor Columbus an Bord zu starten, versucht die NASA, dem Problem mit Tanksensoren auf die Spur zu kommen. Zwei von vier Sicherheitssensoren (Engine Cut-off (ECO) sensors) im Tank für Flüssigwasserstoff hatten kurz nach dem Beginn der Betankungsaktivitäten versagt. Beim erneuten Startversuch am 9. Dezember, bei dem die Einsatzbereitschaft aller vier Sensoren gefordert war, versagte schliesslich einer der vier. Damit war ein Start noch in 2007 ausgeschlossen, weil die Zeit für Tests und/order Reperaturen im kurzen Startfenster nicht mehr ausreichte.

 Der weitere Plan ist es, den Fehler, der nur sporadisch auftaucht, zu reproduzieren, das defekte Teil zu identifizieren und dann zu reparieren oder auszuwechseln. Dazu wird am kommenden Dienstag (18. Dezember) ein Betankungstest durchgeführt, bei dem ein möglicher Wackelkontakt in der Verkabelung mit zusätzlichen Instrumenten lokalisert werden soll. Die Sensoren selbst wurden als mögliche Fehlerquelle ausgeschlossen. Erst wenn man den Fehler nicht reproduzieren kann, wird über ein Abschalten des Sicherheitssystems nachgedacht. Erste Analysen deuten laut Programmmanager Wayne Hale nämlich darauf hin, dass das System noch nie funktioniert hat und man sich in einer falschen Sicherheit wähnte.

 Die Aufgabe der ECO-Sensoren ist es, bei einer vollständigen Entleerung des Wasserstofftanks Alarm zu schlagen, bevor die Haupttriebwerke trocken laufen. Das würde zu einer Zerstörung der Triebwerke, wahrscheinlich auch des Orbiters selbst und damit zum Tod der Besatzung führen. Bei einer normalen Mission wird der Tank aber nie vollständig entleert, nur bei Lecks in den Triebwerken oder einer anderen Fehlfunktion des Treibstoffmanagements käme so etwas vor. Dies ist jedoch im Verlauf des Space Shuttle Programms noch nie geschehen. Lediglich bei zwei Gelegenheiten führten Fehlfunktionen zum korrekten Abschalten der Triebwerke durch die ECO-Sensoren im Sauerstoff-Tank, die wesentlich zuverlässiger arbeiten.

 Sollte eine Reparatur notwendig werden, hängt der neue Starttermin von der Dauer dieser Reparaturen und abschliessenden Tests ab. Zur Zeit ist ledigleich bekannt, dass die Mission nicht vor dem 2. Januar 2008 startet. Drücken wir also die Daumen, dass sich unser Beitrag zur ISS nicht noch weiter verzögert.

Auf geht's, Atlantis!



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