Goodbye, Lulin
Die beste Sichtbarkeitsperiode des Kometen Lulin ist zu Ende. Gestern abend konnte ich den Kometen noch einmal fotografieren, dabei störte der zunehmende Mond schon kräftig. In den kommenden Tagen wandert der Mond an Lulin vorbei, und wenn er sich wieder vom Himmel zurückgezogen hat, dürfte der Schweifstern schon deutlich lichtschwächer geworden sein.
Es war tatsächlich meine erste erfolgreiche Lulin-Beobachtung seit Ende Januar! Das Februarwetter war alles andere als astronomenfreundlich, auch heute Nacht musste ich die Wolkenlücken abpassen. Das Bild entstand mit einer Canon EOS 350D bei 300mm Brennweite und Blende 5,6. 40 Einzelaufnahmen zu 30s Belichtungszeit wurden mit Fitswork gestackt. Die Kamera wurde dabei huckepack auf dem Refraktor der Sternwarte Aachen nachgeführt. Zwischen der ersten und der letzen Aufnahme der Serie vergingen 28 Minuten, in dieser Zeit hat sich der Komet merklich weiterbewegt.
Lulin ist in einem einfachen Fernglas zu sehen und bleibt noch eine Weile am Himmel sichtbar. Seinen Schweif konnte ich visuell im 10x50 wegen des aufgehellten Himmels nicht erkennen. Ohne Hilfsmittel ist es aussichtslos, den Kometen zu sehen, außer vielleicht unter einem sehr dunklen Nachthimmel. Den gibt es allerdings erstmal nicht mehr: In den kommenden Nächten stört der Mond die Beobachtung noch stärker, erst in der 2. Monatshälfte ergibt sich noch eine letzte Beobachtungsperiode, wobei der Komet aber wegen seiner größer werdenden Distanz zur Erde zunehmend schwieriger zu sehen ist. Wo sich Lulin auffinden lässt, ist hier im Detail gezeigt.
Clear Skies,
Jan Hattenbach
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... wohl in den letzten zwei Wochen mehr Glück mit dem Wetter als Du und konnte durch Wolkenlücken hindurch ab & an einen Blick auf Lulin werfen. Am deutlichsten sah ich Lulin am vergangenen Samstag (28.2.) in meinem 10x70-Fernglas. Trotz eines stadthellen Nachthimmels sah ich ihn deutlich, allerdings ebenso wie Du ohne Schweif oder gar Ionenschweif.
Clear Skies, Stefan
Hi Stefan,
der Ionenschweif ist zur Zeit auch nicht sichtbar, er dürfte sich hinter der Koma bzw. dem Staubschweif befinden, wenn ich mir das jetzt richtig denke.
Alles in allem war Lulin ein netter Komet, wenn auch kein Knaller. Mal gucken, was das IYA noch bringt...
> Alles in allem war Lulin ein netter Komet, wenn auch kein Knaller. Mal gucken, was das IYA noch bringt...
Wäre eine feine Geste unseres Schöpfers, zur Feier des Jahres einen besonders schönen Kometen an der Erde vorbei zu schicken. Einen, der mindestens so beeindruckend ist wie Hale Bopp... ;-)
Es ist zum verrückt werden. Seit 2 Wochen gibt es im Osten der Republik nur noch Wolken. Deshalb konnte ich ihn nur am 28.2. und heute früh (wahrscheinlich auch zum letzten Mal) sichten.
Am 28. beobachtete ich mit meinem 10x50 Fernglas und konnte, Dank dunklen Himmels, recht deutlich den 2° langen Schweif erkennen! Heute war der Himmel weitaus schlechter (Wolken und Hochnebel), obwohl ich mit der Beobachtung wartete, bis der Mond gegen 2.30 Uhr untergegangen war.
Na dann, auf Wiedersehen Lulin. Wir sehen uns in 49,5 Mio. Jahren wieder. ;)
Amateurhafte Frage: Eine Besonderheit bei Lulin ist die retrograde Inklination, einen andere die fast parabolische Bahn. Beides zusammen sind doch deutliche Hinweise auf seine Herkunft aus der Oortschen Wolke, richtig?
Hat die spektroskopische Untersuchung neue Hinweise in Bezug auf die Zusammensetzung ganz "frischer" Kometen ergeben?
> der Ionenschweif ist zur Zeit auch nicht sichtbar, er dürfte sich hinter der Koma bzw. dem Staubschweif befinden, wenn ich mir das jetzt richtig denke.
In der Tat, es ist.