Schräges im Zentrum von Centaurus A
Geschrieben in Interferometrie , VLT , Promotion , Galaxien . Kommentare: (0). Trackbacks: (0). Permalink
Warum Berufsastronom?
Mein von mir sehr geschätzter Physik-Lehrer Bernd Dehm sagte einmal zu mir, er empfehle mir, Physik zu studieren und Astronomie als Hobby zu betreiben. Damit eigne man sich das physikalische Grundlagenwissen an, das man benötigt, um die aktuelle astronomische Forschung gut verfolgen zu können, riskiere aber nicht die fragliche Berufslaufbahn "Astronom" einzugehen. Die Karrierechancen junger Astronomen in Deutschland und der Welt will ich hier nicht auführlich diskutieren (vielleicht an anderer Stelle), aber fest steht: Einen klaren Karriereweg zum Berufsastronomen gibt es nicht. Oft sind viele immer wieder auf nur wenige Jahre befristete Stationen in mehreren Ländern notwendig, bis man genügend Experte ist, um sich auf eine feste Stelle bewerben zu können. In der ganzen Zeit verbringt man einen guten Teil seiner Zeit damit sich die nächste Stelle zu suchen, hat stets die Gewissheit, dass die Stelle nach ein paar Jahren auslaufen wird und wird dazu auch noch deutlich weniger bezahlt als in einem Industriejob (bei gleicher Qualifikation) und hat wenig bis keine soziale Absicherung (mit Stipendien zahlt man eben nicht ins Rentensystem) etc. pp.
Also wieso sollte man sich das alles an tun? (weiter)
Geschrieben in Promotion . Kommentare: (0). Trackbacks: (0). Permalink
Kick it like Einstein: ¡Viva Chile, mierda!
Geschrieben in VLT , Instrumente und Teleskope . Kommentare: (5). Trackbacks: (0). Permalink
Land unter
Es gibt Reiseführer die behaupten, dass es in der Atacama-Wüste Orte gäbe in denen es seit über 100 Jahren keinen Tropfen Wasser geregnet hat. Spätestens seit gestern gehört der Paranal leider nicht mehr dazu. Bereits am Nachmittag war die ansonsten gute Sicht von der Residencia zum VLT vernebelt und unser "day astronomer" Thomas Rivinius meinte dann schon, das würde wohl nichts werden heute. Der ganze Winter (zur Erinnerung: auf der Südhalbkugel ist gerade Winter) sei schon außergewöhnlich schlecht gewesen, vor ein paar Wochen lag hier sogar Schnee.
Geschrieben in VLT . Kommentare: (4). Trackbacks: (0). Permalink
VLT zum Dritten
Das dritte Mal am VLT fühlt sich schon fast an wie Routine. Man kennt die Gebäude, die Wege, die Gerüche, ... Und sogar auch einige Leute (obwohl hier ein ziemliches Kommen und Gehen ist). Abermals bin ich zur Beobachtung von Aktiven Galaxienkernen hier an "Earth's most advanced optical telescope", dem "Very Large Telescope". Ich war bereits im November 2007 und im April und Mai 2008 hier und habe Erfahrungen sammeln können. Jetzt geht es um die Beobachtung sehr schwacher Aktiver Galaxien, die sehr hart an der Grenze des technisch machbaren liegen -- und dadurch beobachterisch besonders reizvoll sind ... (weiter)
Geschrieben in VLT . Kommentare: (3). Trackbacks: (0). Permalink
Wie man ein Schwarzes Loch mästet
Die Vorstellung, dass Schwarze Löcher Materie aufsaugen, sollte man besser nicht haben, denn schwarze Löcher saugen nicht. Ganz im Gegenteil haben sie es manchmal sogar ziemlich schwer Materie aufzusammeln. Wie schwer es sein kann, wird besonders in Aktiven Galaxien (AGNs) deutlich, wo Materie aus der Galaxie ein zentrales supermassives Schwarzes Loch mit Fütterungsraten von einigen Sonnenmassen pro Jahr versorgt. Dass dies extrem schnell gehen muss, weiß man, seitdem Beobachtungen mit dem Sloan Digital Sky Survey ergeben haben, dass Galaxien bereits sehr früh sehr massereiche Schwarze Löcher besitzen: bereits bei Rotverschiebungen von 6 und größer, also lediglich wenige hundert Millionen Jahre nach dem Urknall, wurden indirekt supermassive schwarze Löcher mit mehreren Milliarden Sonnenmassen gefunden (z.B. X. Fan et al. 2001). Diese Schwarzen Löcher müssen zeitlebens alles aufgesaugt, pardon, akkretiert haben, was sie bekommen konnten. (weiter)
Geschrieben in Galaxien . Kommentare: (2). Trackbacks: (0). Permalink
Das beste Spektrum gibt es nicht
Beim Beobachten mit modernen Teleskopen fallen heutzutage große Mengen so genannter Rohdaten an. Das sind meistens Bilder, die mit einem CCD-Chip aufgenommen worden sind, die man weiter bearbeiten muss, um zu einem wissenschaftlich verwertbaren Bild oder Spektrum zu kommen. Diese Weiterbearbeitung nennt man Datenreduktion und sie beschäftigt einen meist wesentlich länger als das eigentliche Aufnehmen der Daten. Klar, es gibt so genannten Datenreduktionspipelines, in die man idealerweise die Rohdaten reinsteckt und die fertigen, wissenschaftlich verwertbaren Daten, herausholt. Diese Pipelines sind aber in vielen Fällen nicht gut genug, um aus einer Beobachtung alles rauszuholen was in den Daten steckt. (weiter)
Geschrieben in VLT , Promotion , Instrumente und Teleskope . Kommentare: (1). Trackbacks: (0). Permalink
Müssen sich Astronomen mit der Astrologie beschäftigen?
Gestern war ich zu Gast bei der Robert-Mayer-Volks- und Schulsternwarte Heilbronn e.V. und hielt einen kritischen Vortrag über Astrologie. Ich brauche in diesem Forum nicht detailliert darauf einzugehen, dass Astrologie nur durch psychologische Effekte wie die Täuschung durch persönliche Validierung (vulgo Barnum-Effekt) "funktioniert" und sie selbstverständlich jeder empirischen Grundlage entbehrt. Wer sich mit kritischen Argumenten "bewaffnen" möchte und über die zahlreichen wissenschaftlichen Studien lesen möchte, die zur Astrologie durchgeführt worden sind (und alle negativ ausgegangen sind), dem empfehle ich die Website der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V., die eine lange Liste an Büchern bereit hält und Neuentwicklungen in diesem Feld beschreibt -- Astrologen sind, das muss man ihnen lassen, sehr einfallsreich, was das Ausdenken neuer "Geschäftsbereiche" angeht... (weiter)
Geschrieben in Astronomie in der Öffentlichkeit . Kommentare: (45). Trackbacks: (0). Permalink
Weit weg für den nächsten AGN
Ein halbes Mal rund um die Welt, soweit musste fliegen wer sich für die nächstgelegene aktive Galaxie interessiert: Centaurus A. In Sydney, Australien, geht heute die Konferenz "The Many Faces of Centaurus A" zu Ende. In Sydney ist die Konferenz unter anderem deswegen, weil diese Galaxie hier vor etwa 60 Jahren das erste Mal mit einem Radioteleskop so genau lokalisiert werden konnte, dass man sich sicher sein konnte, dass die empfangenen Radiosignale tatsächlich von dem merkwürdigen "Nebel" kamen, den man mit optischen Teleskopen schon kannte. (weiter)
Geschrieben in Galaxien . Kommentare: (2). Trackbacks: (0). Permalink
Herschel vs. Hubble?
Herschel hat das erste Bild übermittelt und die Wissenschaftler sind begeistert, dass alles bisher so reibungslos geklappt hat. Auch in der Presse wird fleißig darüber berichtet, so z.B. in einem Artikel in SPIEGEL Online, wo es heißt:
Das DLR weist darauf hin, dass noch nicht alle Instrumente von "Herschel" kalibriert seien. Bei der Bildqualität gibt es also noch Optimierungsmöglichkeiten. [...] Allerdings hatte das "Hubble"-Teleskop der Nasa bereits im Jahr 2005 eine noch detailreichere Aufnahme der Galaxie geliefert. [Link im Original]
Genau das hatte ich befürchtet. :-) Da schießen die Europäer also das größte jemals gebaute Weltraumteleskop ins All – und dann sind die Bilder doch 'schlechter' als Hubble sie schon vor Jahren lieferte? Das kann doch wohl nicht sein!? (weiter)
Geschrieben in Instrumente und Teleskope . Kommentare: (6). Trackbacks: (0). Permalink




