kosmologs Promotion mit Interferenzen

Wie man ein Schwarzes Loch mästet

08. Februar 2010, 14:54

Die Vorstellung, dass Schwarze Löcher Materie aufsaugen, sollte man besser nicht haben, denn schwarze Löcher saugen nicht. Ganz im Gegenteil haben sie es manchmal sogar ziemlich schwer Materie aufzusammeln. Wie schwer es sein kann, wird besonders in Aktiven Galaxien (AGNs) deutlich, wo Materie aus der Galaxie ein zentrales supermassives Schwarzes Loch mit Fütterungsraten von einigen Sonnenmassen pro Jahr versorgt. Dass dies extrem schnell gehen muss, weiß man, seitdem Beobachtungen mit dem Sloan Digital Sky Survey ergeben haben, dass Galaxien bereits sehr früh sehr massereiche Schwarze Löcher besitzen: bereits bei Rotverschiebungen von 6 und größer, also lediglich wenige hundert Millionen Jahre nach dem Urknall, wurden indirekt supermassive schwarze Löcher mit mehreren Milliarden Sonnenmassen gefunden (z.B. X. Fan et al. 2001). Diese Schwarzen Löcher müssen zeitlebens alles aufgesaugt, pardon, akkretiert haben, was sie bekommen konnten. (weiter)

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Das beste Spektrum gibt es nicht

15. Januar 2010, 17:10

Beim Beobachten mit modernen Teleskopen fallen heutzutage große Mengen so genannter Rohdaten an. Das sind meistens Bilder, die mit einem CCD-Chip aufgenommen worden sind, die man weiter bearbeiten muss, um zu einem wissenschaftlich verwertbaren Bild oder Spektrum zu kommen. Diese Weiterbearbeitung nennt man Datenreduktion und sie beschäftigt einen meist wesentlich länger als das eigentliche Aufnehmen der Daten. Klar, es gibt so genannten Datenreduktionspipelines, in die man idealerweise die Rohdaten reinsteckt und die fertigen, wissenschaftlich verwertbaren Daten, herausholt. Diese Pipelines sind aber in vielen Fällen nicht gut genug, um aus einer Beobachtung alles rauszuholen was in den Daten steckt. (weiter)

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Müssen sich Astronomen mit der Astrologie beschäftigen?

19. September 2009, 19:21

Gestern war ich zu Gast bei der Robert-Mayer-Volks- und Schulsternwarte Heilbronn e.V. und hielt einen kritischen Vortrag über Astrologie. Ich brauche in diesem Forum nicht detailliert darauf einzugehen, dass Astrologie nur durch psychologische Effekte wie die Täuschung durch persönliche Validierung (vulgo Barnum-Effekt) "funktioniert" und sie selbstverständlich jeder empirischen Grundlage entbehrt. Wer sich mit kritischen Argumenten "bewaffnen" möchte und über die zahlreichen wissenschaftlichen Studien lesen möchte, die zur Astrologie durchgeführt worden sind (und alle negativ ausgegangen sind), dem empfehle ich die Website der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V., die eine lange Liste an Büchern bereit hält und Neuentwicklungen in diesem Feld beschreibt -- Astrologen sind, das muss man ihnen lassen, sehr einfallsreich, was das Ausdenken neuer "Geschäftsbereiche" angeht... (weiter)

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Weit weg für den nächsten AGN

03. Juli 2009, 00:04

Ein halbes Mal rund um die Welt, soweit musste fliegen wer sich für die nächstgelegene aktive Galaxie interessiert: Centaurus A. In Sydney, Australien, geht heute die Konferenz "The Many Faces of Centaurus A" zu Ende. In Sydney ist die Konferenz unter anderem deswegen, weil diese Galaxie hier vor etwa 60 Jahren das erste Mal mit einem Radioteleskop so genau lokalisiert werden konnte, dass man sich sicher sein konnte, dass die empfangenen Radiosignale tatsächlich von dem merkwürdigen "Nebel" kamen, den man mit optischen Teleskopen schon kannte.  (weiter)

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Herschel vs. Hubble?

20. Juni 2009, 19:26

Herschel hat das erste Bild übermittelt und die Wissenschaftler sind begeistert, dass alles bisher so reibungslos geklappt hat. Auch in der Presse wird fleißig darüber berichtet, so z.B. in einem Artikel in SPIEGEL Online, wo es heißt:

Das DLR weist darauf hin, dass noch nicht alle Instrumente von "Herschel" kalibriert seien. Bei der Bildqualität gibt es also noch Optimierungsmöglichkeiten. [...] Allerdings hatte das "Hubble"-Teleskop der Nasa bereits im Jahr 2005 eine noch detailreichere Aufnahme der Galaxie geliefert. [Link im Original]


Genau das hatte ich befürchtet. :-) Da schießen die Europäer also das größte jemals gebaute Weltraumteleskop ins All – und dann sind die Bilder doch 'schlechter' als Hubble sie schon vor Jahren lieferte? Das kann doch wohl nicht sein!? (weiter)

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Visite 2009: Fremder Besucher mit Interferenzen

27. April 2009, 14:30

Blogvisite 2009

Gastbeitrag von Christian Hoppe

Fremde, nicht persönlich eingeladene (hoffentlich nicht ungebetene) Gäste sollten sich kurz vorstellen: Ich bin Christian Hoppe, blogge in WIRKLICHKEIT im Bereich der Brainlogs, bin Psychologe und Theologe und arbeite als klinischer Neuropsychologe in Patientenversorgung und Forschung an der Klinik für Epileptologie der Universität Bonn. Daher wird es niemanden verwundern, dass ich beim Stichwort "Visite" weniger an eine Party mit netten eingeladenen und überraschenden Gästen denke als vielmehr an die einmal wöchentlich stattfindende Chefarzt-Visite, ein schönes altes Ritual, das seit mindestens Jahrhunderten (?) fast unverändert von Medizinergeneration zu Medizinergeneration tradiert wird. Bei einer klinischen Visite sprechen die "Besucher" untereinander, dann und wann stellt man dem Besuchten eine Frage - zum Beispiel "Wie geht es uns denn heute?" -, um dann wieder intern zu diskutieren und bald wieder zu gehen. Nein, keine Angst, ganz so läuft es heute nicht mehr - aber Relikte sind nicht zu übersehen. Also, beginnen wir mit der Visite. (weiter)

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Vorbereitungen auf einen Tag der offenen Tür

24. April 2009, 13:27

Man merkt es dem Institut an, dass etwas Großes bevorsteht: Laut Wissenschaftskoordinator Klaus Jäger werden demnächst bis zu 10 000 Besucher das Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg stürmen: Am Sonntag, den 17. Mai findet dort ein Tag der offenen Tür statt. Von 10 bis 17 Uhr gibt es an diesem Tag wohl nirgendwo sonst so "viel Astronomie": In Vorträgen, mit Experimenten und an jeder Menge extra für diesen Tag angefertigten Postern werden so ziemlich alle Facetten der Astronomie beleuchtet: Von Sonnenbeobachtung zu nahen Sternen und extrasolaren Planeten geht es zu Galaxien und zu Quasaren am "anderen Ende des Universums". Selbst bin ich natürlich auch dabei und auch an mehreren Aktionen beteiligt: So baue ich derzeit zusammen mit einigen Kollegen ein Interferometrie-Experiment auf, um am Tag der offenen Tür die Grundlagen der Interferometrie demonstrieren zu können. In Vorträgen werde ich über meine Beobachtungen am Very Large Telescope in Chile berichten und auf einem Poster möchte ich mein Doktorarbeitsthema vorstellen, die Untersuchung der Zentren Aktiver Galaxien. (weiter)

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Schnäppchenpreis: Sterne in (Groß-)Familienpackung jetzt unter 1 Cent pro Stern

01. April 2009, 00:00

Im Internet kursieren diverse Angebote unseriöser Firmen wie der "Global Star Agency", die Ihnen doch tatsächlich einzelne Sterne verkaufen wollen. Vorsicht! Die Preise für einzelne Sterne sind dabei oft extrem überteuert, gibt es doch heutzutage viel lukrativere Angebote (siehe unten).

Sterntaufe Gold

Fallen Sie nicht auf irreführende Angebote wie die "STERNTAUFE GOLD" der Firma "Global Star Agency" herein, die Ihnen einzelne Sterne zu überteuerten 30 Euro (zzgl. Versand -- nein, nicht des Sterns, nur des wertlosen "Zertifikats") anbieten wollen.

Viel lohnenswerter ist es freilich, gleich eine ganze Galaxie (enthält Milliarden von Sternen) zu kaufen. Sie besitzen damit nicht nur einen leuchtenden Punkt am Himmel, der womöglich nur von einem trostlosen Gasplaneten umgeben ist, sondern eine ganze Welteninsel mit hunderten bewohnbarer Planeten (1,2). Leider ist der Markt für Galaxienkäufe derzeit noch recht dünn gesäht, ja man möchte fast sagen: Es gibt hier eine Marktlücke! (weiter)

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Galaxien noch und nöcher

26. Februar 2009, 09:44

Es ist bekannt und doch immer wieder aufs Neue faszinierend: Wenn man sehr tief ins All blick, sieht man keine Sterne mehr, sondern nur noch Galaxien. In einem gestern veröffentlichten Bild von der ESO wird das auf ganz besonders schöne Weise deutlich.  

Large Crop

Im Zentrum des nur etwa 700 Lichtjahre entfernten Helix-Nebels (NGC 7293) sieht man viele Kometen-artige Gebilde (grün umkreist), die etwa so groß sind wie unser Sonnensystem und deren Natur noch nicht gut bekannt ist. Andererseits sieht man aber auch Galaxien durchscheinen (rot umkreist) – die viele Millionen Lichtjahre von uns entfernt sind. Bild: ESO PR 07/09 (Markierungen: LB) In der vergrößerten Version des Bildes (erreichbar durch Klicken auf das Bild) sind die Objekte besser erkennbar.

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Hubble-Wartungsmission durch Weltraumschrott gefährdet

20. Februar 2009, 09:36

Nach der Kollision eines ausgedienten russischen Satelliten mit einem amerikanischen Kommunikationssatelliten der Firma Iridium am 10. Februar hat sich die Gefährdung von Weltraummissionen durch Weltraumschrott erheblich vergrößert und könnte nun auch die nächste Hubble-Wartungsmission problematisch werden lassen. Im Gegensatz zu allen anderen bisher gestarteten Satelliten ist das Hubble-Teleskop nämlich dafür ausgelegt durch bemannte Missionen gewartet zu werden. Dies ist bisher vier Mal geschehen (1993, 1997, 1999 und 2002) und eine weitere Mission ist schon seit einigen Jahren überfällig und nun für Mai dieses Jahres geplant. In einem kürzlich erschienen Bericht auf nature.com wird nun aber berichtet, dass die geplante Service-Mission im Mai durch die Satellitenkollision letzte Woche zu riskant sein könnte.  (weiter)

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