kosmologs Promotion mit Interferenzen

First Fringes für PRIMA

20. September 2008, 13:34

Mit PRIMA soll am VLTI die unglaubliche Auflösung von einigen zehn Mikrobogensekunden erreicht werden -- das ist der Winkel unter dem ein menschliches Haar im Abstand von einem Kilometer erscheint! Damit will man das Wackeln von Sternen aufgrund derer Planeten direkt beobachten. Bisher war man auf die Radialgeschwindigkeitsmethode angewiesen um Exoplaneten zu entdecken. Bei dieser Methode misst man die durch Planeten verursachte Rotverschiebung des Sterns. Damit sind zwar bislang am meisten Exoplaneten entdeckt worden. Darunter auch welche, die nicht viel schwerer sind als die Erde, wie im Juni dieses Jahres mit dem ESO-Instrument HARPS.

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Herschel - das größte Weltraumteleskop

09. September 2008, 17:14

Es ist nicht leicht eine interessante Sommerschule wie die letztwöchige "Art & Craft of Astronomical Instrumentation" mit einer Woche Vorträgen zusammenzufassen, wenn die meisten Vorträge sehr gut waren. Ich möchte daher gleich zu Anfang nochmals darauf hinweisen, bitte die Kommentarfunktion für Fragen zu nutzen oder auch für Vorschläge, falls Sie ein bestimmtes Thema stärker interessiert.

Am ersten Tag ging es über die Entwicklung im Teleskopbau allgemein, Beobachtungstechniken im Infrarotbereich und über das neue Großteleskop LBT. Auch die folgenden Tage waren von den Großprojekten dominiert.

Wolfgang Wild vom Niederländischen Institut für Weltraumforschung (SRON www.sron.nl) berichtete über den europäischen Infrarot-Satelliten Herschel, der mit seinem 3,5 Meter großen Hauptspiegel ab nächstem Jahr das größte Weltraumteleskop im All sein wird. Die Wissenschaftler, darunter Kosmolog-Blogger Helmut Dannerbauer vom MPIA, hätten den Spiegel sicher gerne noch größer gehabt aber dann hätte das Teleskop nicht mehr ungefaltet in die Nutzlastverkleidung der Rakete gepasst. Und dabei wird als Rakete schon eine Ariane-5 ECA eingesetzt -- die leistungsfähigste europäische Rakete. Gleichzeitig mit Herschel wird übrigens der Kosmologie-Satellit Planck gestartet werden. Da darf man nur hoffen, dass beim Start nichts schief geht, denn in diesen beiden Satelliten stecken unzählige Jahre Arbeit und Entwicklung -- und nicht zuletzt auch einige Euros. Die Herschel-Mission kostet etwa eine Milliarde.

Herschel-Weltraumteleskop
Der Herschel-Satellit am L2 (siehe unten) in einer künstlerischen Darstellung. Der 3,5 Meter große Hauptspiegel ist durch einen großen Hitzeschild von der Sonne geschützt und wird passiv auf unter 90 Kelvin gekühlt. Quelle: ESA (Bild von AOES Medialab)
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Über die Kunst, ein astronomisches Gerät zu bauen

02. September 2008, 01:57

...hat am Montag in Heidelberg eine einwöchige Sommerschule begonnen. Es geht dabei um nichts Geringeres, als eine detaillierte Vorstellung von Konzepten und Realisierungen der nächsten Generation von astronomischen Geräten im Optischen und Infraroten. Mit vertreten sind so bekannte Groß-Projekte wie das Large Binocular Telescope, das James Webb Space Telescope (das als Nachfolger des Hubble-Weltraumteleskops gilt) und das E-ELT, das Europäische "Extrem Große Teleskop". Auch wenn man als (beobachtender) Astronom dank ESO & Co. nicht viel von der Komplexitität eines wissenschaftlichen Instruments oder gar eines Observatoriums wie des VLTs zu sehen bekommt, ist es dennoch für alle Schritte der Beobachtung, von der Idee angefangen, über die Planung und den Antrag bis hin zur Durchführung, Auswertung und zur Interpretation, notwendig, zumindest ein Basis-Verständnis über die Funktionsweise der Instrumente zu haben, um die Zuverlässigkeit der Daten einschätzen zu können.

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Eilantrag zum LHC-Stopp abgewiesen

29. August 2008, 19:57

Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte heute einen Eilantrag von Gegnern des Large Hadron Colliders (LHC) abgewiesen. Schon seit einiger Zeit und an verschiedenen Gerichten versuchten LHC-Gegner wie Walter L. Wagner und nun auch der hier auf kosmologs.de schon diskutierte Chaostheoretiker Otto E. Rössler den neuen Teilchenbeschleuniger am CERN zu stoppen. Am LHC sollen in 11 Tagen die ersten Kollisionen von Protonen mit je 7 Tera-Elektronenvolt Energie stattfinden, um aus den Kollisionsprodukten dieser Elementarteilchen fundamental Neues über die Natur zu lernen. So erhoffen sich die Teilchenphysiker unter anderem, am LHC Hinweise für das Higgs-Teilchen zu finden, das erklären soll, wieso Elementarteilchen überhaupt Masse haben.
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Höhenrausch

25. April 2008, 12:29

Gestern ging meine vorerst letzte Beobachtungsnacht am VLT dank guter Wetterbedingungen erfolgreich zu Ende. Insgesamt habe ich von knapp 20 geplanten Messungen bis auf eine alle durchführen können und nun ein große Sammlung an Daten, mit denen ich einige Wochen bis Monate beschäftigt sein werde...

Ich war als Beobachter für zwei Programme (Proposals) am Paranal: (weiter)

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Von James Bond bis Centaurus A: Drei Mal Hochspannung am Paranal

21. April 2008, 12:42

Es gibt viel Hochspannung am Paranal: Für die Teleskope wird Strom mit Hochspannung vom Kraftwerk zu den Teleskopen befördert, bald werden die James-Bond-Aufnahmen vom Paranal für Hochspannung sorgen. Aber am meisten Hochspannung gab es am Ende der gestrigen Beobachtung... (weiter)

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1x0.8H2

19. April 2008, 21:51

Gestern war meine erste VLTI-Beobachtung in diesem Beobachtungs-Semester. Die beiden Tage zuvor, am Mittwoch und am Donnerstag konnte ich live mitbloggen, da ich lediglich bei Beobachtung von einem Kollegen zugeschaut habe, gestern wurde es aber für mich ernst, da kam es auf jede Minute an! Es ist zwar nicht so, dass man jede Minute dem Teleskop neue Befehle geben müsste, aber man muss jederzeit für alle Eventualitäten, von denen es eine ganze Menge gibt (siehe unten), gerüstet sein -- und das erfordert ständige Aufmerksamkeit. Aber von vorne...

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Die Nacht beginnt (3. Update)

18. April 2008, 01:13

VLT-Kontrollraum, 19:19 Uhr Ortszeit (01:19 Uhr MESZ): Pünktlich zum Sonnenuntergang fahre ich mit den beiden MIDI night astronomers und meinem Kollegen hoch zum VLT-Kontrollgebäude.

Sonnenuntergang von der Residencia aus. Gleich fahren wir zu den Teleskopen hoch, die links von der Residencia-Außenmauer zu sehen sind (klicken für größeres Bild)

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Live vom VLTI (mit 6 Updates)

17. April 2008, 04:24

Nun sitze ich mit zwei TIOs (Telescope and Instrument Operators), zwei NAs (Night Astronomers) und meinem Kollegen Konrad im VLT-Kontrollraum an der VLTI-Konsole. Es ist 22:25 Uhr Ortszeit, die Uhr zeigt die Zeit hier aber nur in UT (2:25) und in Sternzeit (11:26) an, denn die sind für die Beobachtungen wichtig: Sternzeit - Rektaszension ergibt den so genannten Stundenwinkel des Objekts, der einem (in Kombination mit der Deklination) sagt wie hoch das Objekt gerade steht.

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Die Reise beginnt – Santiago de Chile

15. April 2008, 05:55

Frankfurt am Main Flughafen, Sonntag, 23:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit: Die Boeing 747 hebt ab zum Flug LH 506 mit Ziel São Paulo, Brasilien, das ich nach ruhigem Flug und etwa 12 Stunden Flugzeit in der ausgebuchten Economy-Klasse erreiche. In São Paulo wechsle ich den Flieger und es geht in gut vier Stunden quer über Argentinien und vor allem über die fast 7000 Meter hohen Anden, vorbei am höchsten Berg außerhalb Asiens, dem Aconcagua, zum Aeropuerto Arturo Merino Benitez in Santiago de Chile.

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