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Von der Wissenschaftskommunikation zur Wissenschaft

04. März 2010, 08:26

Hamburg - das Tor zur Welt. So sagt man zumindest! Und in der Tat: Kaum hatte ich mich in der Hansestadt eingenistet, schon muss ich wieder weg: So ist das als Freiberuflerin: egal, wo ich bin - ich bin nie wirklich lange da. Nun aber lockt mich wieder ein neuer Auftrag fort: Nach 13 Jahren als Freiberuflerin in der  Wissenschaftskommunikation, darf ich nun endlich direkt in der Wissenschaft arbeiten, anstatt meine wissenschaftliche Arbeit durch freiberufliche Tätigkeit zu finanzieren. (Ok, ein bißchen Lehre ist auch dabei, aber das ist hoffentlich verkraftbar.) Ich gebe ja gerne zu, dass mir die Wissenschaftskommunikation auch irgendwie Spaß macht, denn ich bin sehr gerne kreativ und gerne für andere Menschen da - andernfalls hätte ich es auch gar nicht im gegebenen Maße und großteils ehrenamtlich durchgehalten. Aber wenn ich ehrlich bin, ist und war diese Arbeit für mich auch stets hauptsächlich "Mittel zum Zweck": Finanzierung von Führerschein, Abitur, Studium und Promotion.

Jetzt geht's erstmal über Deidesheim (Bloggertreffen) nach Berlin, dann nach Hildesheim, dann nach Sibirien ... Ich werde darüber berichten. :-)

Ab April oder Mai bin ich dann wieder längerfristig in Deutschland, wie es aussieht - aber ich bleibe wohl Kosmopolit aus Berufung. ;-) 

 



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275 Unterschriften für "Astronomie in die Schulen"

12. November 2009, 21:38

275 exponierte Personen - teilweise Vertretungen großer Gruppen - wenden sich heute in einem offenen Brief an die Kultusbehörden und Parlamente: Download: Offener_Brief_an_Bund_und_Laender.pdf Die Initiatoren proklamieren dies als einen Höhepunkt der augenblicklichen Woche der Schulastronomie (9. bis 15. November, siehe: www.astronomie2009.de). 

Das Anliegen: Astronomie in die Curricula der Schulen!

Andreas Müller hatte kürzlich schon eine Diskussion zum Thema hier in den kosmologs angestoßen, insbes. als im Physik-Journal verschiedene Meinungen print-schriftlich vorgestellt wurden. Er steht auch als Ansprechpartner für Fragen zu diesem Brief zur Verfügung.

Ich selbst habe mich ebenfalls schon wiederholt zu dem Thema geäußert, dass Astronomie m.E. nicht "nur" ein Teilgebiet der Physik ist, sondern es auch eine Astronomie jenseits der Astrophysik gibt (genauso wie es eine Physik jenseits der Astronomie gibt) - z.B. sehr vieles, das Hobbyforschende leisten, manches, das in der Geschichts- und Kulturforschung usw. erforscht wird. Astronomie ist also m.E. weit mehr Unterrichtszeit Wert, als "nur" einige Stunden im Physikunterricht. Während dieser würde sich dann bloß die Physiklehrkraft ärgern, dass die Zeit für Quantentheorie oder Halbleitertechnik fehlt, wenn man mit drehbaren Sternkarten hantieren sollte.

Warum? Die ontologischen Fragen der Jugendlichen, die zur Einordnung des Selbst in ein modernes naturwissenschaftliches Weltbild führen, könnten sicher viel besser in einem separaten Fach besprochen werden. Auch könnten dabei fachübergreifend Inhalte diskutiert werden, die jungen Leuten ermöglichten, den besseren Umgang mit modernsten Medien zu erlernen. 

Die Astronomie verknüpft exakte Geschichtsforschung, viele Kulturen, strikte Mathematik bis hin zu Laborphysik. Sie kommt zur Geltung in der Archäologie, in der Technikgeschichte, in den Mythen, Träumen, Visionen der Menschheit und folglich in ihren Kulturen. 

Nicht zuletzt wohl deshalb ist die Liste der Unterzeichnenden des Briefes so facettenreich: 

  • 8 große internationale und dt Gesellschaften
  • alle 9 dt Raumfahrer
  • bekannte Medienvertreter (Harald Lesch, Ranga Yogeshwar)
  • Schülervertretungen höchster dt. Gremien
  • Spitzenforscherinnen und -forscher aus den Bereichen vieler Natur- und Geisteswissenschaften (von Ägyptologie über Lebenswissenschaften, Mathematik bis hin zur Physik)
  • u.v.a.m.
Die Forderung: eine astronomische Grundbildung für alle Schülerinnen und Schüler. Beginnend mit Vorbereitungen in der Grundschule will man vor allem im letzten Schuljahr der Mittelstufe in ein eigenständiges Pflichtfach Astronomie mit zwei Jahreswochenstunden münden. "Letzteres", so die Meinung des Initiators, des sächsischen Lehrers Lutz Clausnitzer, "bietet nicht nur astronomische Bildung an sich, sondern auch eine Plattform für interdisziplinäres Lernen, wie es sich Bildungspolitiker schon lange wünschen."

Ein Interview mit dem Initiator, Lutz Clausnitzer, veröffentlichte Spektrum heute.

 



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"Ihr Völker der Welt, schaut auf diese Stadt"

09. November 2009, 10:10

Das obige Zitat Ernst Reuters von 1948 geht heute mal wieder in Erfüllung. Es ist m.E. der Satz des Tages! Wegen des ungewöhnlich zahlreichen hohen Staatsbesuchs habe ich heute von der StaBi zur TU fast eine Stunde gebraucht, obwohl ich die Strecke normalerweise (& bei gutem Wetter) mit dem Rad in guten 15 min zurücklege.

Als ich heute morgen das Radio eingeschaltet habe, war das erste, das ich bei BBC hörte ein trabifahrender Berliner, der über die "Mauer in den Köpfen" interviewt wurde. Bereits seit einigen Tagen habe ich oft Reportagen und Berichte gehört, die über Berlin, das Brandenburger Tor und das Stasi-Gefängnis in Hohenschönhausen berichteten: eben das ganze breite Spektrum der DDR, die Pros und Con's des sozialistischen dt. Staates und der Wiedervereinigung. 

Eigentlich müsste dieser Beitrag wohl in die Chronologs, aber ich bin nunmal derzeit bei den kosmologs angesiedelt. Und die Wende betraf ja auch astronomische Belange: Insbes. für die jüngste Kosmosforschung, nämlich im Weltraum, hat sich einiges geändert in den 1990ern. Ich weiß noch gut, wie die Überschriften der Kolumnen, Berichte und Reportagen schwankten zwischen einem euphorischen "Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört" und einem vorsichtig-verhaltenen bis fast schon ängstlichen "Was wird jetzt aus der Raumfahrt?". 

Die Geschichte der Raumfahrt ist schließlich schon seit den 1930ern nicht mehr eine Geschichte der visionären Träumer und Künstler (wie in den "goldenen 1920ern", als die UFA durch den Fritz Lang-Film "Frau im Mond" mit Hermann Oberth beratend am Set und die zugehörigen PR-Maßnahmen die Popularisierung und Entwicklung von Raketen förderte), sondern eine Geschichte des Krieges: Erst vereinnahmt als "Wunderwaffe" der NS-Propaganda und anschließend ein zentrales Element der Geschichte des Kalten Krieges. ... Selbstverständlich war mit dem Ende des Kalten Krieges - so sehr es uns alle sicher freute - auch die weitere Entwicklung der Raumfahrt für manche Leute in Frage gestellt.

Glücklicherweise kulminierte dieses Kapitel der Menschheitsgeschichte trotzdem in dem größten (teuersten!) zivilen Projekt unserer Geschichte: der Internationalen Raumstation (ISS).

Berlin stand Kopf

 

Im Kolloquium für Zeitgeschichte an der FU erlebte ich letzte Woche eine Podiumsdiskussion unseres Professors Paul Nolte (mitte im obigen Bild) mit dem ost-dt. Theologen Joachim Gauck (links im Bild) und dem west-dt. Prof für Geschichte Martin Sabrow (Dir. des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam). Beide erzählten, wie sie persönlich die Novembertage 1989 erlebt haben: Gauck demonstrierte in Rostock, Sabrow - damals noch Studienrat (Gymnasiallehrer) - hat es verschlafen; mittlerweile ist er aber aufgewacht und forscht zur jüngsten dt Geschichte. Wink

Ich selbst war voll innerer Bewegung bei den Gedanken an jene Zeit und bin seither relativ sicher, dass ich wahrscheinlich nicht zu diesem Teil der Geschichte arbeiten werde: persönliche Befangenheit, wenn die Historikerin zur Zeitzeugin wird. Ich fieberte damals mit den Demonstrierenden - und spürte die Angst bei den Demos, dass wieder Panzer anrücken könnten...  Diese Angst vor Gewalt und Überwachung und Terror der Staatssicherheit war natürlich noch viel stärker bei Leuten wie Joachim Gauck, die im Rampenlicht standen: Das schilderte er am Donnerstag selbst sehr lebhaft in Geschichten und Berichten.

Persönlich verstehe ich nicht, wieso so viele Menschen in Deutschland dies nicht mitfühlen können. Diese gigantischen Gefühle, die die Beteiligten von damals spür(t)en, erlebten die Berliner nun [heute] nochmals, als die Dominostein-Mauer aus Styropur am heutigen Montag Abend umgeworfen wurde. Wer es bisher noch nicht gemerkt hat, weiß es nun bestimmt: Die Mauer ist weg, es gibt nicht mehr zwei politische Deutschländer, sondern eins.

Gefühle kann man wohl einfach nicht mit Worten übertragen, vielleicht auch nicht mit Bildern (aber schon eher). Darum sind sie schwer wahrnehmbar für alle, die nicht dabei waren. Und, so erklärt Gauck, als er danach gefragt wird "4/5 aller Deutschen waren nicht dabei!" In der Tat, mag das ein Grund sein für die Mauer in den Köpfen und vieles mehr: Es berührt viele nicht in ihrem Alltag, schade!

persönliche Bemerkung von mir:

In diesem Frühjahr bei unserem Berliner SpaceCamp hatte ich das gleiche Gefühl wie vor mehr als zehn Jahren, dass die Teens, die nach Berlin kommen, neugierig wissen wollen, wo die Mauer stand. Aber damals wollten sie lediglich 3d-sehen, was sie vom Bildschirm kannten; die jetzigen Teens waren noch nicht geboren, als das alles geschah. Indoktriniert von ihren Eltern haben sie entweder westliche oder östliche Klischees und Vorurteile runtergebetet (so auch in Radioberichten von anderen festgestellt wurde, die ich heute auf verschiedenen Sendern von InfoRadio bis BBC hörte) und ich finde, wir sollten an dieser Stelle viel Aufklärungsarbeit leisten. DDR-Museen sind dazu gewiss eine prima Gelegenheit - bzw eben dafür notwendig ist zeithistorische Forschung. 

Heute schaue ich auf Google und sehe dieses Logo (20 Jahre Mauerfall):

Die Art des Schwenkens der dt. Fahne erinnert mich sehr an Abbildungen zum "Sturm auf die Bastille" genau 200 Jahre zuvor! So wie die Franzosen vor 200 Jahren die Mauern der Standesgrenzen einrissen, für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit kämpften, taten es 200 Jahre später auch die Deutschen von östlicher Seite. Vielleicht wird es eines Tages auch dazu Musicals wie dieses geben - jedenfalls war für mich persönlich wohl dies das bewegendste und prägendste politische Ereignis in meinem Leben.

Das Brandenburger Tor als Wahrzeichen für Teilung und Kalten Krieg erlebte hernach einen U-turn von Bedeutungswandel; es wurde zum Wahrzeichen von friedlicher Revolution, Wiedervereinigung, Frieden und Freiheit!  

 

 

Mögen weitere solche Wunder geschehen, wenn "Wunder" etwas meint, das großartig/ positiv ist und womit man nicht gerechnet hat, dass es (jetzt/ schon) geschieht. 



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Preisgekrönte Astronomen & historische Beobachtungen

23. September 2009, 17:08

Gestern, am Dienstag dem 22.9., begann die AG-Tagung in Potsdam mit einer Reihe von Preisverleihungen. Die Stellarphysikerinnen Sonja Schuh (Göttingen) und Anna Frebel (derzeit US) wurden für ihre Forschungen über pulsierende Sterne und deren Exoplaneten bzw über metallarme Sterne mit dem Biermann-Preis ausgezeichnet. Als "unser Mann auf Hawaii" wurde "der fröhliche Exzentriker" bzw. "der Astronom mit den Blumenhemden" Hans-Peter Kudritzki geehrt, der die Schwarzschild-Medaille erhielt. Der bekannte Fernseh-Professor Harald Lesch wurde für seine Arbeit zur Popularisierung unserer Wissenschaft mit dem Bürgel-Preis ausgezeichnet.


Lesch hielt am Abend in der Urania einen Vortrag. Anmoderiert wurde er durch Urania-Leiter Bleier, der die Geschichte seines Hauses auf Alexander von Humboldts Idee einer öffentlichen Sternwarte zurückführte. Wenngleich die Berliner Urania zahlreiche Nachahmungen fand, so ist sie doch heute kein Haus der populären Astronomie mehr, sondern eine Gebäude für öffentliche Vorträge aus allen Wissenschaften, für wissenschaftliches Theater und für Kino sowie der Organisation von anspruchsvoll geführten Reisen.

Das widerspricht ja aber vielleicht nicht einer "astronomischen Lebeneinstellung", denn auch
Lesch begann seinen Vortrag über das Universum mit der Definition: "Das Universum ist das größte, über das nichts größeres gedacht werden kann - klingt eigentlich genau wie der Anfang des Gottesbeweises von Anselm von Canterbury" (Mittelalter). Das Universum schaut sich also selber an, denn wir - die wir schauen - sind schließlich Teil des Ganzen.


Soviel zum Thema Religion in den kosmologs. Ich weiß selbst, dass viele Leute in die öffentlichen Häuser kommen und solche Fragen stellen: Fragen, ob man religiös wird, wenn man sich mit Kosmologie beschäftigt. (Ich musste diese Frage nach der Korrelation der genannten stets verneinen: Bestimmt gibt es religiöse Astronomen, aber es gibt auch solche, die es nicht sind. Ich sehe da keinen Zusammenhang.) 

Das beruhigendste aber an Leschs Ausführungen - mit ein paar Abschweifungen über Politik - war die bewegende Einsicht: "Es gibt auch Gesetze, über die man nicht diskutieren muss: die Naturgesetze". 


Geschichte

Bereits am Montag traf sich der Arbeitskreis Astronomiegeschichte der Astronomischen Gesellschaft: http://www.astro.uni-bonn.de/~pbrosche/aa/potsdam2009/programm.html Der Vortrag von Herrn Hamel fiel leider aus, Anneliese Schnell ließ sich von Herrn Duerbeck vertreten. Dennoch bot ein illustres Kolloquium Vorträge über die Anfänge der Spektroskopie und deren Relevanz für die (Geburt der) Astrophysik von Gudrun Wolfschmidt über die Auswertung historischer Schmetterlingsdiagramme (Sonnenflecken) von Rainer Arlt bis hin zur Erforschung der Geschichte der Königsberger Sternwarte (Dietmar Fürst).

Außerdem stellte Olaf Kretzer von der Volkssternwarte Suhl seine Versuche zu Tagesbeobachtungen von Sternen und Planeten vor. Ausgehend von einer Andeutung im Kosmos des Alexander von Humboldt unternahm er verschiedene Versuche. Ergebnis: Durch lange Rohre ohne Linsen (z.B. Schornsteine) kann man am Tag tatsächlich Planeten und helle Sterne beobachten.   



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Planeten in Schule und Öffentlichkeit

18. September 2009, 10:08

Planeten eignen sich optimal für Outreach-Zwecke der Wissenschaften! Schon im Grundschulalter kann man Kinder für die Planeten begeistern - nicht zuletzt deshalb, weil hier so viele Wissenschaftszweige zusammenlaufen: Geowissenschaften, Chemie, Physik, Biologie - wenn man will, kann man auch Weltraumrecht und Wirtschaft einfließen lassen. (weiter)

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Astrobiologie auf der europäischen Planetentagung

16. September 2009, 12:41

Ein Poster vom Institut für Astrobiologie erregte heute früh meine Aufmerksamkeit: Roter Regen an Indiens Westküste.

Alle Analysen hängen sich an ein Naturphänomen, das im Jahre 2001 beobachtet wurde, historisch aber keineswegs erstmalig stattfand. Laut McCafferty 2007 soll es derartiges schon früher gegeben haben. Die Forschung erhofft sich aus den Analysen neue Erkenntnisse über die Entstehung des Lebens auf der Erde und die Existen von Leben außerhalb der Erde. 

Laut Louis und Kumer 2006 gab es im Roten Regen Mikroben, die bei 300°C und 300 atm existieren können; man fand Proteine, aber keine DNA. Neueste Experimente widmen sich der Resistenz gegen extreme UV-Spektroskopie, gegenüber organischen Lösungen u.a. Sie analysierten mit IR-Spektroskopie, Röntgenspektroskopie, UV-Absorptionsspektroskopie, Elektronenmikroskopie und mehr ... Alles bestärkte offenbar die Idee, dass derartige Lebensformen auch auf Mars, in Venuswolken und anderswo im Sonnensystem existieren könnten - aber der tatsächliche Ursprung ist unklar.


Das war bis gestern - ab heute gibts neue Poster und weitere Vorträge über die Venusatmosphäre, Kleine Körper im Sonnensystem, Monde der Riesenplaneten u.v.a.m.

 

 



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Planetenforschung Heute

14. September 2009, 22:34

Wussten Sie, dass Sie selbst Vorschläge für Ziele der Raumfahrt machen dürfen? 

Ich meine, gewiss hat es sich in unserem Zeitalter herum gesprochen, dass wir längst den nahen Weltraum zu unserem Zuhause zählen, Satellitenteleskope beoachten für die Astronomie (nicht ausschließlich, sondern ergänzend) und zu unseren Nachbarplaneten werden laufend Raumsonden geschickt. Was für Raketenpionier Hermann Oberth und seine Zeitgenossen in den 1920ern noch wie eine utopische Vision klang, gehört heute längst zu unserem ALLtag. (weiter)

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VEGA jubelt 10 mal hoch

08. August 2009, 11:25

Nun geht es zu Ende, das 10. Camp, das zehnte Mal haben sich zwischen 50 und 70 Teens und Twens, also junge Leute zwischen 14 und 40 zusammengefunden, um 14 Tage lang Astronomie pur, rund um die Uhr und in allen Lebensbereichen zu genießen. Es ist wie eine Droge, manche Teilis nannten es dereinst liebevoll ASLenium - ein "neues" chemisches Element, das vor genau 10 Jahren erstmalig in Reinform dargestellt wurde. (weiter)

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live: ASL im Gange - am Samstag feiern wir 10 Jahre!

03. August 2009, 10:45

Das nunmehr 10te Astro-Camp der VEGA/ VdS ist gerade im vollen Gange und berichtet live vom Tagesgeschehen!

Da der Hauptorganisator, Tobias Opialla, heute seinen Geburtstag feiert, wollen wir ihm hiermit ganz herzlich gratulieren! Als einziger ist er von Anfang an dabei, hat alle 10 Camps vollständig miterlebt: 1999 dokumentiert vom Tigerenten-Club, heute als Chef der AG-Leiter vor Ort. Eine tolle "Karriere"! (weiter)

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Bloggewitter: Fragen zur Bildung und Werteverständnis

20. Juni 2009, 00:01

Die ganze Woche hindurch wird in Berlin gestreikt: Bildungsstreik! An der HU in Mitte tobt das Chaos, an der TU in Charlottenburg wird's schon ruhiger, an der FU im verträumten Dahlem sieht man nur noch verstohlen hier und da ein Plakätchen unter vielen. Doch der Bildungsstreik ist in aller Munde: z.B. in Potsdam

Die Humboldt-Uni im Herzen der Stadt steht Kopf, Kolloquia werden kurzfristig in Kneipen verlegt, weil die Seminarräume besetzt sind u.v.a.m. - schon geographisch liegt sie in der Mitte zwischen dem Bildungsministerium des Bundes und der Berliner Senatsverwaltung für Bildung und Forschung; stets im Brennpunkt: Überm Portal der altehrwürdigen Hochschule prangt das Banner "FIGHT". (weiter)

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Abschied (?) von beliebtem Astrohistoriker

15. Februar 2009, 13:55

In dieser Woche wurde unser Wissenschaftshistoriker, Herr Prof. Dr. Eberhard Knobloch (TU Berlin), verabschiedet. Einer seiner wichtigsten Schwerpunkte in den vergangenen Dekaden wissenschaftlicher Arbeit war die Astronomiegeschichte. Mal sehen, wie es um diese bestellt sein wird, wenn auch dieser virtuose multilinguale Meister seines Faches nicht mehr offiziell im Amt ist. Hoffentlich wird sein Nachfolger ebensolche Leidenschaft für das Fach und das Humboldtsche Bildungsideal entwickeln! Jedenfalls wird er es nicht leicht haben, mit dem Ruf von Herrn Knobloch zu konkurrieren: Ehrlich und neidlos zieht man den Hut vor Leute wie ihm, die es schaffen, bei allen Studierenden ebenso beliebt zu sein wie angesehen bei Fachkollegen, in zahlreichen internationalen Gremien engagiert zu sein und trotzdem immer für alle ansprechbar zu sein. Solche Menschen sind die kleinen Wunder des akademischen Lebens, an denen man sich erfreut. (weiter)

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Startschuss: IYA 2009 in Berlin

21. Januar 2009, 06:11

Astronomie ist "everybody's second darling" pflegt Astronaut Reinhold Ewald zu sagen, wenn er gefragt wird, was ihn zur Raumfahrt brachte. Klar: Derart abgestumpft kann wohl selbst der Kühlste nicht sein, dass er nicht von der Erhabenheit, Schönheit und Majestät des echten Sternhimmmels ergriffen wäre. 

Utilitaristisch gedacht: Was man mit dieser Leidenschaft anfangen kann, ist sehr
vielfältig. In Vertretung von Frau Schavan skizzierte ihr Staatssekretär Thomas Rachel in wenigen Minuten den gewaltigen Umfang unseres Fachgebietes von der Beobachtung mit großen Teleskopen, der Datenauswertung und der Philosophie zu ihrer Auswertung sowie der langen Geschichte und Tradition dieser alten und zugleich hochmodernen Wissenschaft. Faszinierend ist ja, dass irgendeine Form von Astronomie in allen Kulturen der Erde sehr zeitig entstanden ist - und dann unterschiedlich entwickelt wurde. Sie scheint also einer Art Urinstinkt zu folgen (?) und ist somit eine Triebfeder für viele Wissenschaften, Technologien und Künste: Materialwissenschaften (was wäre die Küchenindustrie ohne Zeranfelder, die für Teleskopspiegel entwickelt wurden?), Gedichte, Musik, Malerei... .

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Riesenfernrohr an neuem Standort

21. Dezember 2008, 21:56

Seit Dienstag, dem 16.12. steht das Rathenower Riesenfernrohr komplett montiert an seinem neuen Standort, am Rand des öffentlichen Optikparks. Nach Osten stehen einige Bäume ca 5m entfernt, so dass sie zwar nicht die Bewegung, aber das Gesichtsfeld des Fernrohrs einschränken. In alle anderen Himmelsrichtungen haben wir jedoch freie Sicht. (weiter)

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Einstein revisits Humboldt

07. November 2008, 15:03

Am Mittwoch wurde an der Berliner Humboldt-Universität der Arzt und Schriftsteller Hans Keilson durch die Verleihung der Universitätsmedaille geehrt. Er ist der diesjährige Literatur-Preisträger der "Welt".

HU-Präsident Markschies & H. Keilson; im Hintergrund das HU-Logo der Brüder Wilhelm und AlexanderAus diesem Anlass waren VertreterInnen der Bildungspolitik (Ministerin Schavan, Berliner Bildungssenator Zöllner) ebenso anwesend wie Astrophysiker und  Geisteswissenschaftler.

Unser feinfühliger Literatur-Professor Ernst Osterkamp hielt die Laudatio und zitierte nicht nur das Gedicht "Sterne" des fast 99jährigen Geehrten, in dem mir besonders die Zeile "schlechte Zeiten für Astrologen" in Erinnerung blieb... (Was er damit wohl meint?) Er beschrieb auch das Leben des jüdischen Wissenschaftlers, der seit seiner Emigration nach Amsterdam in den Niederlanden lebt. Er stellte heraus, dass diegrößte Ehre für einen Schriftsteller jedoch keine - auch noch so gute - Laudatio sein kann, sondern natürlich, dass man ihn liest. Damit sprach er uns sicher allen aus der Seele!

Dieses Schicksal der Flucht aus Deutschland in düsterer Zeit teilte er mit
vielen anderen Gelehrten, wie z.B. dem berühmten Allround-Wissenschaftler
Albert Einstein. Über diesen und sein wissenschaftliches Erbe referierten
daher namhafte Wissenschaftler unter dem Titel "Einstein revisits Humboldt".

An dieser Stelle herzlichen Dank an den Präsidenten der Humboldt-Universität, Herrn Prof. Dr. Dr. Markschies und sein Organisationsteam für die wunderbare Zusammenschau meiner (Forschungs)Interessen! Von physikalischer Kosmologie über Poesie bis hin zur Wissenschaftsgeschichte war in diesen wenigen Stunden alles dabei - und zwei derart großen Namen in einem Titel vereinen, die die Einheit von Physik und Philosophie lebten: kein Ort wäre besser dafür geeignet als Berlin. 

Max-Planck-Direktor und Einstein-Forscher Jürgen Renn betonte unsere Wissenschaft daher den interdisziplinären Charakter und die Vielseitigkeit des Herrn Physikers Einstein. Was wir von ihm lernen können:
Wir dürfen uns nicht zu sehr spezialisieren, sollten fachliche Brücken bilden
und auch stets die Genesis und Geschichte unseres Wissens in Betracht ziehen.

Astronomie ist eben wirklich eine herrlich erhabene, weil erhebende
Wissenschaft! (Diesterweg)

 


Das Bild zeigt den HU-Präsidenten Herrn Prof. Dr. Dr. Markschies & Herrn Hans Keilson; im Hintergrund am Rednerpult das HU-Logo der Brüder Wilhelm und Alexander von Humboldt.

 

 



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Sommerstern VEGA startet wieder durch

22. Juli 2008, 19:37

Die Sommerferien sind ausgebrochen und es scheint, als wenn auch das Wetter das merkt. Ferien von einem anderen Stern bietet jungen AstronomieFans vielfältige Möglichkeiten: (weiter)

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Mars-Ausstellung an der Freien Universität Berlin

16. Mai 2008, 22:10

Noch bis zum 22.05. ist in der Königin-Luise-Str. 12-16 eine Mars-3d-Ausstellung zu sehen. Sie wurde von der Arbeitsgruppe der FU um Prof. Dr. Gerhard Neukum als Nebenprodukt ihrer Forschung entwickelt. Ausgerechnet im Foyer des grünen Instituts für Pflanzenphysiologie, Biochemie der Pflanzen und Mikrobiologie stehen drei große "Star-Gates" zum roten Planeten. (weiter)

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ESA sucht demnächst AstronautInnen

01. Mai 2008, 21:57

"Völlig losgelöst, von der Erde... " Ist es wirklich ein Traumjob, durch den Weltraum zu fliegen? -  Man muss endlose Tests über sich ergehen lassen, wird körperlich und geistig hart drangenommen, muss mathematisch-technisch interessiert sein und sollte mehrere Sprachen sprechen; in der ESA z.B. englisch und französisch, russisch wäre ebenfalls gut. Raumfahrer müssen doch regelrechte Über-Menschen sein, oder?! - Nach striktem & hartem Auswahlverfahren aus einigen 10.000 Bewerbungen und hartem Training muss man sich dann zur Freude vieler Menschen tüchtig durchschütteln lassen, großen Gefahren auszusetzen, um Experimentierknecht (oder -magd) spielen zu dürfen. Klingt nicht besonders attraktiv - oder doch? Was ist so reizvoll am Raumfahrerdasein, dass es derart viele Astronauten- und Kosmonautenbewerbungen gibt? (weiter)

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Science-TV der DFG gestartet

15. April 2008, 23:28

Heute startete die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) das Pilotprojekt Science-TV. Unter http://dfg-science-tv.de/ wird man in den nächsten Monaten regelmäßig die Neuigkeiten aus dem Alltag einiger Forschenden in Drei-Minuten-Trailern verfolgen können. Wegen der Brisanz mancher Forschungsthemen  müssen einige Monate vom Rohmaterial zur Web-Publikation vergehen. 

Um Punkt 11:30 MESZ gab DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner im Berliner Wissenschaftsforum das Startsignal. Das innovative Programm wurde hauptsächlich koordiniert von Frau Dr. Eva-Maria Schreier, der Direktorin der Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Zehn Forschungstagebücher entstehen dabei aus Filmmaterial, das die WissenschaftlerInnen bei Ihrer täglichen Arbeit aufnehmen und das unter fachkundiger Beratung der Fernseh- und Filmproduzenten Gisela Graichen und Peter Prestel aufbereitet wurde.

Wie das Spektrum der DFG sind auch die Themen breit gefächert: Sie reichen von Archäologie über Materialforschung und Sensorik bishin zu Meeresbiologie. Astronomische Forschung ist bisher leider nicht dabei, aber falls die Pilotphase erfolgreich ist und weitere Gelder eingeworben werden können, soll das Projekt künftig auf weitere Forschungsdisziplinen ausgedehnt werden. Aus zahlreichen Rückmeldungen von Interessenten für die Pilotphase musste man bereits gut selektieren. DFG-Präsident Kleiner hofft, dass vielleicht in einigen Jahren auch die Filmtagebücher von der DFG ausgeschrieben werden können, falls das Pilotprojekt erfolgreich wird.

Jetzt gilt es also für die SchülerInnen- und LehrerInnen, das neue Science-TV in den Schulunterricht oder in außerschulische Bildungs- und Jugendprogramme einzubeziehen, denn sie sind bisher die Hauptzielgruppe dieses Projekts. "Aber", so ergänzt Präsident Kleiner schmunzelnd, "eigentlich sind die Filme natürlich ebenso für Jugendliche-fortgeschrittenen-Alters gedacht". ;-) Er wünscht uns allen viel Spaß beim Schmökern und Stöbern im Filmmaterial von Heuschrecken, die auf spiegelglatten Flächen laufen bis hin zu Robotern, die (hoffentlich) jede Woche ein bißchen mehr von menschlichen Sprachkommandos verstehen lernen...

Have Fun!



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Bergsträßer Weltraumtage 21.- 23.02. 2008

22. Dezember 2007, 14:25

Vom 21. - bis 23. Februar 2008 werden am Schuldorf Bergstraße in Seeheim-Jugenheim die Bergsträßer Weltraumtage stattfinden. Informationen gibt es dazu demnächst unter
www.weltraumtage.de

Geplante Highlights:

Am Eröffnungsabend wird der eh. ESA-Wissenschaftsastronaut, Gerhard Thiele, über seine Erfahrungen im Weltraum und auf der ISS einen Vortrag halten. Eine anschließende Diskussionrunde erlaubt auch persönliche Fragen an ihn.

Über die gesamte Dauer ist eine Ausstellung unter dem Motto "Astronomie und Raumfahrt in die Schulen" und interessantes Vortragprogramm geplant. Sehr berühmte Aussteller, die bereits fest zusagten, sind die ESA/ESOC und das DLR (vertreten durch den Vorsitzenden des Vorstandes Prof. Dr. Wörner). Weitere Aussteller stehen in Verhandlung.

Vertretungen mehrerer Landesverbände der derzeit in Gründung befindlichen Deutschen Gesellschaft für Schulastronomie (DGSA) stellen sich einer öffentlichen Sitzung und Pressekonferenz.

Organisiert werden sie von dem engagierten Astronomielehrer, Christian Wolff, erreichbar unter der Adresse: mail@dqsa-hessen.de

 



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