kosmologs Uhura Uraniae

... et Orbi - Die (eine) Welt ist nicht genug*

29. Dezember 2009, 13:44

Astronomie ist (u.a.) eine Wissenschaft von Weltbildern. Weltbilder sind zu jeder Zeit und in jeder Kultur von Menschen geschaffen worden, damit wir uns als Menschheit in den Kosmos einordnen können. Sie sind also von Menschen und für Menschen geschaffen und in jedem Fall sind sie vereinfachende Modelle, wie die Welt funktionieren und aussehen könnte. Modelle reduzieren jedoch zur Übersichtlichkeit die Realität auf etwas Anschaubares: "Wichtige Eigenschaften von Modellen sind Miniaturisierung, Abstraktion, Symbolisierung und intellektuelle Effektivität. Modelle ermöglichen es, ein Niveau der Realität zu erfassen, das for die Sinne nicht erreichbar ist. Modelle erlauben dem Betrachter, auf eine ihm unerreichbare Realität einzuwirken, diese zu studieren oder zu verstehen, auch zu kommentieren, indem er sich einer Vermittlung bedient. Ein Modell kann ein dreidimensionales Objekt, eine Zeichnung, eine Aussage oder ein Begriff sein." S. 13 weiter: "Ein Erdglobus ist eine Aussage und ein Begriff, wenn man z. B. sagt "Die Erde hat Kugelgestalt". Sowohl die Karte als auch der Globus sind materielle Modelle, aber sie unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Reichweite und Wirkung."' ... "... Netzwerk kultureller Bezüge, gesellschaftlicher Verhaltensweisen und wissenschaftlicher Verfahren ... " schrieb Christian Jacob 2002 in der Zeitschrift Globusfreund. [1a]  (weiter)

Geschrieben in Wissenschafts- und Technikgeschichte . Kommentare: (1). Trackbacks: (2). Permalink


Teleskopfahndung

14. August 2009, 10:29

Die Arbeit einer (Wissenschafts)historikerin hat viel gemein mit der eines Detektivs. Das macht sie gerade so spannend, finde ich! Ich bin hauptsächlich Zeithistorikerin, d.h. mein Hauptinteresse ist nicht (mehr) die Antike, das Mittelalter oder die Renaissance - das habe ich hinter mir gelassen. Vielmehr liegen meine Forschungsschwerpunkte im 20. Jahrhundert, bzw im ausgehenden 19.Jh. (weiter)

Geschrieben in Wissenschafts- und Technikgeschichte . Kommentare: (0). Trackbacks: (1). Permalink


Kennen Sie eigentlich Herschel?

16. Mai 2009, 23:43

Herschel heißt das neueste Satellitenteleskop, das die Astroszene in Aufruhr versetzt und worüber Sie natürlich bereits in den kosmologs lesen konnten. Hier ein historischer Exkurs:

Bei den Herschels sind insbesondere drei der Geschwister aus dem 18. Jahrhundert und einer deren Söhne relevant: Am berühmtesten ist wohl der Uranus-Entdecker Wilhelm Herschel (1738–1822) mit seiner Schwester Caroline (1750–1848), die seine Assistentin war - und später sogar gemeinsam mit ihrem Bruder vom König ein Gehalt bekam. Die erste Frau, die für ihre wissenschaftliche Arbeit bezahlt wurde, heißt es. Nur wenige wissen, dass auch das sechste der zehn Kinder des Hannoveraner Musikerhaushalts, Alexander Herschel (1745-1841), seit 1770 bei seinem Bruder in Bath lebte.

 (weiter)

Geschrieben in Wissenschafts- und Technikgeschichte . Kommentare: (0). Trackbacks: (0). Permalink


Luftpumpe killt die "Schwarzen Löcher der Antike"

26. April 2009, 14:34

Über Jahrhunderte fürchteten Philosophen die Leere wie das Nichts aus Michael Endes Unendlicher Geschichte. Diese Angst ging als "horror vacui", "Schrecken der Leere" in die Geschichte ein. Es war die gleiche Angst wie heute viele Menschen die Schwarzen Löcher fürchten: Man glaubte damals, das Vakuum sauge aus dem Umgebungsraum alles ab. (lt. Simonyi) In Weltbildern der Antike durfte z.B. kein leerer Raum entstehen, so dass kristalline Sphären oder was immer man sich sonst vorstellte, einander stets berühren mussten. Damit das Weltgebäude funktoniert und mit den Beobachtungsergebnisse übereinstimmende Vorhersagen liefert, musste man in den alten Weltbildern die Himmelsphysik anders gestalten als die irdische Physik (nach Aristoteles). - Dieses Dogma hielt sich bis zur Newtonischen Revolution, da der englische Naturphilosoph erklärte, dass überall im Universum die gleiche Physik zu gelten habe: "Wie im Himmel so auf Erden" (heißt es sogar im 'Vater unser' der Christenheit) (weiter)

Geschrieben in Wissenschafts- und Technikgeschichte . Kommentare: (3). Trackbacks: (0). Permalink


Riesenfernrohr in Rathenow demontiert

03. Dezember 2008, 15:51

Diese Woche begannen mit dem Advent die Demontage-Arbeiten am bisherigen Standort des Riesenmedials. Die Objektivlinse befinde sich derzeit zur Wartung in den Hallen von Zeiss, sagt man, während die Montierung noch vor Weihnachten am neuen Platz stehen soll - falls das Wetter mitspielt. (weiter)

Geschrieben in Wissenschafts- und Technikgeschichte . Kommentare: (6). Trackbacks: (0). Permalink


Funktion der Wissenschaft in China und im Abendland

09. Mai 2008, 00:56

"Astronomie ist eine der Wurzeln der Wissenschaft", liest man viel. Das gilt zumindest im Zweistromland und allen Kulturen, die mit ihm unmittelbar zusammenhängen. Im Reich der Mitte nahm jedoch die Evolution einen anderen Weg als bei uns: (weiter)

Geschrieben in Wissenschafts- und Technikgeschichte . Kommentare: (0). Trackbacks: (0). Permalink


astronomie heute
szmtag