13. November 2009, 09:20
Es ist geschafft. Wie nicht anders zu erwarten war, hat die
Kometensonde Rosetta ihren dritten Erdvorbeiflug erfolgreich und in
hoher Genauigkeit absolviert. Das erste Trägersignal wurde vor wenigen
Minuten von der Bodenstation auf den Kanarischen Inseln überragen. Über
die großen Antennen der Bodenstationen in Kalifornien werden in den
nächsten Stunden die ersten Bilder von Rosettas Kamera erwartet,
darunter Aufnahmen von Berlin und New York.
Das erste Signal nach dem Swingby - Erleichterung im
Kontrollzentrum. Rosetta ist wohlauf und hat jetzt genügend Schwung für
Ihren Flug zum Kometen 67P/ Churyumov-Gerasimenko.
Bei diesem dritten Vorbeiflug an der Erde wurde die Raumsonde zum vierten und letzten Mal die Nähe zu einem Planeten für eine Schwerkraftumlenkung (Swing-by) nutzen. Die Kamera der Sonde wird während des Anflugs jede Stunde eine Foto machen, so dass nach 24 Stunden ein kompletter Erdentag im Bild und später auch als Film vorliegen wird.
Durch das Gravitationsmanöver wird Rosetta ausreichend Geschwindigkeit aufnehmen, um die Reise in das äußere Sonnensystem fortsetzen zu können. Dabei ist eine Begegnung mit dem Asteroiden 21 Lutetia im Juli 2010 geplant. Anfang 2011 wird Rosetta für zweieinhalb Jahre in einen Ruhezustand versetzt, um schließlich im Januar 2014 wieder aktiviert zu werden. Erst dann wird Rosetta ihr Ziel, den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko, erreichen. Dort wird sie die Landesonde Philae aussetzen, die vor Ort Untersuchungen der Oberfläche durchführen soll. Rosettas weitere Aufgabe wird es sein, den Kometen auf seiner Reise zur Sonne zu begleiten und ihn dabei in einem Zeitraum von bis zu zwei Jahren gründlich zu erforschen.
Bei ihren letzten Erdbesuch, hat sie seit ihrem Start fast 4,5 Milliarden Kilometer zurückgelegt. Ihre Vorbeifluggeschwindigkeit betrug 13,3 km/s, bei 109° Ost, 8° Süd leicht südlich der indonesischen Insel Java. Durch die Schwerkraftumlenkung wurde die Raumsonde im Verhältnis zur Sonne um 3,6 km/s beschleunigt.
Tiefergehende Informationen zum letzten Vorbeiflug von Rosetta bietet ein ausführlicher Blogbeitrag von Michael Khan.
Weitere Artikel über die Rosetta-Mission und ein Interview mit dem wissenschaftlichen Leiter Paolo Ferri.
Ein wunderschönes Bild der teilbeleuchteten Erde (Südamerika und Teile
der Antarktis) noch vor dem Flyby. Der Abstand von Rosetta bei dieser
Aufnahme betrug 350 000 Kilometer, die Auflösung 6,5 km/pixel. ESA ©2009 MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/RSSD/INTA/UPM/DASP/IDA
Der wolkenverhangene nordamerikanische Kontinent, den die
Navigationskamera von Rosetta nach dem Flyby in einer Entfernung von
224.000 Kilometer vom Erdzentrum fotografierte. © ESA
Wolken eines Antizyklons über dem Südpazifik, den Rosetta bei Ihrem Vorbeiflug ablichtete. ESA ©2009 MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/RSSD/INTA/UPM/DASP/IDA
Bitte auf den schwarzen Kasten klicken! Eine Sequenz von Bildern der Osiris-Kamera von Rosetta während des
Erdanflugs. Das erste Bild entstand in 1,1 Millionen Kilometern, das
näheste in 320.000 Kilometern Distanz. ESA ©2009 MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/RSSD/INTA/UPM/DASP/IDA
Geschrieben in
Raumfahrt
Kommentare:
(0).
Trackbacks:
(1).
Permalink