kosmologs Zwischen Himmel und Erde

Hubble entdeckt erstmals Exoplanet im Sichtbaren

13. November 2008, 23:11

Das Weltraumteleskop Hubble hat zum ersten Mal ein Foto eines Exoplaneten im sichtbaren Licht gemacht. Bisher konnte man Planeten in fremden Sonnensystemen nur indirekt oder in fürs menschliche Auge unsichtbaren Spektralbereichen nachweisen.

Der jetzt erstmals direkt beobachtete Exoplanet umkreist den am Südhimmel beobachtbaren Stern Fomalhaut im Sternbild Südlicher Fisch, der etwa 25 Lichtjahre von uns entfernt ist. Sein Trabant, dem die Astronomen den Namen Fomalhaut b gaben, hat etwa dreimal so viel Masse wie Jupiter und eine zwanzig Mal größere Umlaufbahn als dieser. Schon lange hatten Astronomen einen Planeten bei Fomalhaut vermutet. Aber erst jetzt gelang es, ihn abzulichten: Auf dem Bild ist ein winziges Lichtpünktchen zu sehen (im kleinen weißen Kasten), das die Forscher um Paul Kalas von der Universität von Kalifornien in Berkeley als Planeten identifizierten. Das Bild ist zwar nicht das erste Foto eines fernen Planeten, aber das erste im sichtbaren Licht.

Entdeckungsbild von Fomalhaut b

Mehr zu dieser atemberaubenden Entdeckung im aktuellen Hubblecast

Und ausführlicher auf Redshift-live.com

Parallel dazu hat eine Gruppe von Astronomen um den Kanadier Christian Marois erstmals ein ganzes Planetensystem bei einem anderen Stern direkt abgelichtet: HR 8799 im Sternbild Pegasus wird von drei jungen Riesenplaneten umkreist. Sie sind wie Fomalhaut b riesig: Jeder der Exoplaneten bei HR 8799 besitzt sieben- bis zehnmal soviel Masse wie der Jupiter. Die Trabanten des rund 130 Lichtjahre entfernten Sterns sind vor rund 60 Millionen Jahren entstanden und damit sehr jung. Deshalb sind sie noch so heiß, dass sie im Infrarotlicht stark strahlen. Die drei Planeten sind zwar nicht das erste System, das bei einem anderen Stern entdeckt wurde. Aber es ist das erste Mal, dass Astronomen ein solches System direkt aufnehmen konnten.

HR 8799 mit Planetensystem

Die drei Komponenten des Planetensystems um HR 8799 (Bild links oben optisch) sind im Infraroten (Bild oben rechts und unten) gut erkennbar.

Das Planetensystem um HR 8799



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"One-Way-Ticket" zum Roten Planeten?

09. November 2008, 20:53

Künstlerische Anmutung eines bemannten Fluges zum Mars

Das ist natürlich eine Aussage, die provoziert und Gegenmeinungen hervor ruft. Ich hatte die Gelegenheit, den ehemaligen D2-Astronauten und jetzigen Ordinarius für Raumfahrttechnik an der Technischen Universität München, Ulrich Walter, zu den Aussagen von Edwind Aldrin zu befragen. Das komplette Interview mit Ulrich Walter ist auf dem neuen
Redshift-live-Portal abrufbar. (weiter)

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Indiens Mondfahrt oder die Suche nach der Zusammensetzung des Mondes

22. Oktober 2008, 20:01

Die indische Raumsonde Chandrayaan-1 im Einsatz

Heute Nacht um 2:52 Uhr MESZ hat Indien seine neue Raumsonde „Chandrayaan-1“ auf den Weg geschickt. Der Name, der „Reise zum Mond“ bedeutet, ist dabei Programm: Die unbemannte Sonde nimmt Kurs auf den Erdtrabanten. Es ist das erste Mal, dass Indien sich aus dem Erdorbit herauswagt und damit in den Club der raumfahrt-treibenden Nationen aufrückt. Zwar wurden in der Vergangenheit bereits einige Satelliten in den Erdorbit geschossen. Chandrayaan-1 ist jedoch die erste Sonde, die sich aus der Anziehungskraft der Erde löst und den Mond erreicht.

Der Start verlief nach Angaben der Indischen Weltraumbehörde ISRO perfekt. Rund 15 Minuten nach dem Abheben trennte sich die Mondsonde von der letzten Stufe des Polar Satellite Launch Vehicle (PSLV) und trat in eine elliptische Parkbahn um die Erde ein. Dort wird Chandrayaan-1 in den kommenden Tagen immer wieder sein bordeigenes Triebwerk zünden und so seinen erdfernsten Punkt immer höher schrauben, bis es zu einem Transfer zum Mond reicht (siehe unten stehende Grafik).

Flugbahnen von Chandrayaan-1

Für wenige Tage wird Chandrayaan-1 über die Pole unseres Erdtrabanten fliegen. Durch weitere Zündungen von Bremsraketen wird die Bahn nach und nach kreisförmiger. Das Endziel ist eine Umlaufbahn in nur hundert Kilometer Höhe über der Mondoberfläche. Die ISRO hofft, dass diese Bahn um den 8. November 2008 erreicht sein wird. Dann beginnt eine mehrwöchige Testphase, bei denen die zwölf wissenschaftlichen Instrumente an Bord hochgefahren werden.

Mit an Bord von Chandrayaan-1 ist ganz besondere Technik aus Deutschland: das Infrarot-Spektrometer SIR-2 aus dem Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) im niedersächsischen Katlenburg-Lindau. Das Instrument ist der einzige deutsche Beitrag zur Mission und soll zusammen mit fünf weiteren Instrumenten erkunden, welche Mineralien und Gesteinsarten sich wo auf dem Mond befinden. Auf diese Weise soll die erste hochaufgelöste, mineralogische Karte des gesamten Erdtrabanten entstehen.

   
 

Infrarot-Spektrometer SIR-2 nach der Integration auf Chandrayaan-1

SIR-2 nutzt dazu die optischen Eigenschaften der Mineralien im Mondboden aus. Wie die Blätter eines Baumes, die alle Lichtfarben außer Grün verschlucken, absorbiert jedes Mineral das Licht bestimmter Wellenlängen; diese Anteile des Lichts kann das Material nicht ins All zurückwerfen. Um die charakteristischen Lücken im reflektierten Licht zu entdecken, spaltet das Spektrometer die Strahlung, die es vom Mond erreicht, wie ein Prisma in eine Art Regenbogen auf. Aus den fehlenden Wellenlängenbereichen lässt sich so auf die Zusammensetzung der Mondoberfläche schließen.

Da die charakteristischen Farben der Mineralien, die im Sonnensystem am häufigsten vorkommen, jenseits des roten Spektralbereichs im langwelligen Infraroten liegen, ist SIR-2 speziell an diese Wellenlängenbereiche angepasst. Das Instrument ist das Nachfolgemodell eines Infrarot-Spektrometers, das sich bereits im Jahr 2004 bei der europäischen Mondmission SMART-1 bewährt hat. Die Forscher vom MPS entwickeln diesen Instrumenten-Typ, der im sichtbaren bis nahen Infraroten operiert, auch für künftige Missionen weiter.

 

Insgesamt befinden sich elf wissenschaftliche Instrumente an Bord von Chandrayaan-1. Fünf von ihnen stammen aus Indien, die anderen wurden von internationalen Gruppen entwickelt. Einige dieser Geräte sollen etwa eine dreidimensionale, topographische Karte der Mondoberfläche erstellen. Ein weiteres Ziel der Mission ist die Suche nach gefrorenem Wasser. Frühere Missionen hatten Hinweise dafür geliefert, dass es an den Polen des Mondes – an den Rändern einiger Krater – Eis geben könnte.

ESA-Video-Clip zur Chandrayaan-1-Mission:

 



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Phoenix: "Es ist Eis!"

21. Juni 2008, 17:40

Die kleinen Brocken aus weißem Material, welche die Weltraum-Kamera vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung im niedersächsischen Katlenburg-Lindau im Marsboden entdeckt hat, bestehen aus Eis. Davon gehen Wissenschaftler jetzt mit großer Sicherheit aus. Denn die freigelegten Stücke sind nach nur wenigen Tagen verschwunden. Einzige Erklärung ist, dass sie verdunstet sind. (weiter)

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Mars "on the rocks"?

03. Juni 2008, 17:55

Die NASA-Sonde Phoenix feiert möglicherweise schon jetzt ihre erste Entdeckung: Auf den jetzt veröffentlichten Aufnahmen der in Deutschland gebauten Kamera des Marslanders erkennt man neben den Füßen der Sonde eine helle Fläche, die Eis sein könne, teilte das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung am Montag im niedersächsischen Katlenburg-Lindau mit. (weiter)

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Flugbewegungen über Berlin – ILA 2008

29. Mai 2008, 10:37

Berlin, Flughafen Schönefeld. Es herrscht bestes Flugwetter. Vielleicht ist der Wind etwas zu stark, denn er verwischt die Rauchfahnen, die die Kunstflieger mit ihren tollen Maschinen in den Berliner Himmel malen, doch relativ schnell wieder.
Ein Geruch aus Kerosin und Flugzeugabgasen liegt in der Luft, eine Mischung, welche die Anhänger der Luft- und Raumfahrtindustrie wie magisch anzieht.
Aber es ist auch das attraktive Ausstellungs- und Flugprogramm auf dem Gelände des Schönefelder Flughafens, das die Herzen der Luft- und Raumfahrtjünger höher schlagen lässt.
Natürlich sind die ewigen Konkurrenten Boeing (USA) und Airbus (Europa) vertreten, wie auch eine illustre Schar anderer Luft- und Raumfahrt treibender Nationen. (weiter)

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ILA Space Day – DLR-Vorstandsvorsitzender Wörner sieht deutschen Mondflug als sehr wahrscheinlich an

28. Mai 2008, 23:50

Der zweite Fachbesuchertag der Internationalen Luftfahrtausstellung ILA in Berlin stand ganz im Zeichen der Raumfahrt. Im Rahmen eines ILA-Parlamentariertags war das politische Berlin bei schönsten Flugschauwetter auf den Schönefelder Flughafen gekommen, um mit Vertretern der Raumfahrtagenturen und Wissenschaftlern in Halle 9 über die Perspektiven und Prioritäten der nationalen, europäischen und internationalen Raumfahrt zu diskutieren.

Im so genannten Space Pavillion war hierbei auch erstmals das erst Mitte Mai der Öffentlichkeit vorgestellte Modell eines bemannten ATV im 1:1-Modell zu sehen.

 

Einstiegsluke zum bemannten ATV-Modell 

In der so genannten "ATV-Evolution" plant man momentan die Entwicklung eines Cargo-Reentry-Vehikels (fertig in vier Jahren) wie auch eines bemanntes ATV, das in etwa in neun Jahren zur Verfügung stehen soll, so Frank Pohlemann, Vizepräsident Strategie und Marktentwicklung bei EADS-Astrium. Hierbei ist es laut Pohlemann auch nicht unbedingt notwendig, bei der Ariane-V-Trägerrakete Veränderungen zu einer bemannten Version einzuführen, da ein am ATV integriertes, entsprechend intelligentes Fluchtsystem die preisgünstigere Lösung wäre.

Das auf der ILA vorgestellte bemannte ATV besitzt drei Plätze für Astronauten und ist mit seiner Basisbreite von 3,4 Metern im Vergleich zur Sojus-Kapsel recht komfortabel zu nennen. Sicherlich wird hier aber noch Platz für den Einbau eines Kopplungsmechanismus und eines Flucht- und Lebenserhaltungssystem verloren gehen. Langfristig denkt man ebenfalls daran, die bemannte Version des ATV auch für eine bemannte Mondmission einsetzen zu können.

Innenraum des bemannten ATV-Modells

Im Rahmen eines Rundgangs mit Bundestagsabgeordneten (hier mit Volker Kauder) erläuterte der DLR-Vorstandsvorsitzende Johann-Dietrich Wörner die einzelnen Schwerpunkte der nationalen Raumfahrtpolitik, sowie die Beteiligungen an internationalen und europäischen Unternehmungen wie etwa dem europäischen Raumlabor Columbus, von dem ebenfalls ein 1:1-Modell im Space Pavillion zu sehen ist.

Modell des Columbus-Moduls

DLR-Vorstandsvorsitzender Johann-Dietrich Wörner im Gespräch

Vom Autor auf die Finanzierung und Realisierung der nationalen Mondmission LEO angesprochen, zeigte sich der DLR-Vorstandsvorsitzende sehr optimistisch. Er sei zu "deutlich mehr als 50 Prozent" überzeugt davon, dass diese kommen werde.



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Flecken-Alarm auf Jupiter

23. Mai 2008, 00:30

Auf dem Jupiter ist etwas im Gange, das belegen aktuelle Beobachtungen amerikanischer Astronomen. Zu dem berühmten Großen Roten Fleck (GRF) und seinem erst kürzlich entstandenen, kleineren Pendant hat sich nun ein drittes Exemplar gesellt. Gleichzeitig hat die Turbulenz in der Atmosphäre des Gasriesen merklich zugenommen. (weiter)

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SpaceOps 2008: Was die Raumfahrtagenturen planen

13. Mai 2008, 15:59

Am zweiten Vormittag der SpaceOps liessen sich die Raumfahrtagenturen Europas, der USA, Russlands, Chinas und Japans ein wenig in die Karten gucken und präsentierten, was sie in den nächsten Jahren im Planetensystem so alles vorhaben. (weiter)

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10. SpaceOps-Konferenz in Heidelberg eröffnet

12. Mai 2008, 14:50

Dem Anlaß der Konferenz entsprechend begrüßt ein vier Meter hohes Ariane-V-Modell die Fachbesucher vor der Renaissance- und Jugenstilfassade der Heidelberger Stadthalle. (weiter)

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