kosmologs Zwischen Himmel und Erde

Spiegelnder See auf Titan entdeckt

18. Dezember 2009, 13:22

In den Aufnahmen eines Spektrometers an Bord der Planetensonde Cassini haben Forscher in der Nähe des Nordpols des größten Saturnmonds Titan Spiegelungen entdeckt, die durch Reflexionen der Sonnenstrahlung an der Oberfläche eines großen Sees entstehen.

Das Bild entstand in einer Entfernung von etwa 200.000 Kilometern während des 59. Titan-Vorbeiflugs der Raumsonde Cassini. Die Bildauflösung betrug 100 Kilometer pro Pixel. (NASA/JPL/University of Arizona/DLR)

Das Bild entstand in einer Entfernung von etwa 200.000 Kilometern während des 59. Titan-Vorbeiflugs der Raumsonde Cassini. Die Bildauflösung betrug 100 Kilometer pro Pixel. (NASA/JPL/University of Arizona/DLR)

"Wir sind sicher, dass diese Reflexionen von einer Flüssigkeit in einem stehenden Gewässer herrühren", erklären Dr. Katrin Stephan und Prof. Ralf Jaumann vom DLR-Institut für Planetenforschung. Die DLR-Wissenschaftler werden ihre Beobachtung am Freitag, 18. Dezember 2009, auf der Jahrestagung der Amerikanischen Geophysikalischen Vereinigung (AGU) in San Francisco vorstellen. Der beobachtete See heißt Kraken Mare und ist nach einem Seeungeheuer der nordischen Sagen benannt. Mit einer Fläche von bis zu 400.000 Quadratkilometern ist dieses Gewässer größer als das Kaspische Meer, der größte See auf der Erde.

Die Beobachtungen gelangen mit dem Spektrometer VIMS (Visual and Infrared Mapping Spectrometer) während des 59. Titan-Vorbeifluges am 8. Juli 2009. Nach der Aufbereitung der Daten erkannten die Forscher am Kraken Mare in der nördlichen Polarregion des Titan ein sehr helles, infrarotes "Glänzen", ähnlich dem spiegelnden Glitzern von sichtbarem Sonnenlicht auf einer Wasseroberfläche.

 

Originalmeldung

Lichtecho-Blog

Redshift-live.com

Berliner Zeitung



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Iapetus´ Geheimnis gelüftet

12. Dezember 2009, 17:39

Zwei Seiten eines Mondes - Iapetus

Wissenschaftler der Freien Universität Berlin veröffentlichten am 10. Dezember 2009 in der renommierten Wissenschaftszeitschrift Science gemeinsam mit Kollegen aus den USA und vom DLR in Berlin-Adlershof zwei Beiträge, in denen die bislang schlüssigste Erklärung für das seit über drei Jahrhunderten ungelöste Rätsel um die extreme Helligkeitsdichotomie (zwei völlig unterschiedliche Hemisphären) des Saturnmondes Iapetus gegeben wird. Hierfür wurden Bild- und Temperaturdaten verwendet, die von Instrumenten der internationalen Saturn-Mission Cassini-Huygens aufgenommen und gemessen wurden.

Tilmann Denk von der Freien Universität Berlin erläutert dazu: "Leichte Temperaturunterschiede begünstigen Sublimation von Wassereis vor allem auf der Bugseite. Dabei bleibt schwerflüchtiges dunkles Material zurück, welches sich durch Sonneneinstrahlung weiter erwärmt. Der Prozess verstärkt sich selbst, und nach etwa 1 bis 2 Milliarden Jahren sind die obersten Dezimeter praktisch eisfrei und sehr dunkel." Entscheidend für die Entstehung der Helligkeitsdichotomie in der beobachteten Form ist das Zusammenwirken mit einem zweiten Effekt, der in den Bilddaten entdeckt wurde. Aufgrund eines minimalen, aber permanenten Staubeinfalls auf der Iapetus-Bugseite, der eine leichte Farb- und Helligkeitsasymmetrie zur Folge hat, wirkt die thermisch bedingte Umverteilung des Wassereises nicht nur in Abhängigkeit vom lokalen Einfallswinkel der Sonnenstrahlung (also von den Breitengraden des Mondes), sondern auch in Abhängigkeit von den Längengraden und deshalb bevorzugt auf Iapetus' Bugseite.

Bild oben: NASA, JPL, Space Science Institute



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Scharfer Blick auf Tiger Streifen und Geysire

24. November 2009, 10:27

Atemberaubende Bilder vom Vobeiflug am Saturnmond Enceladus hat die Raumsonde Cassini am vergangenen Wochenende zur Erde gefunkt. Mittlerweile kommt man sich vor, als würde man selbst direkt über dieser fremden, eisigen Welt schweben, so eindrucksvoll und voller geologischer Details sind bereits die Rohbilder der Mission, die hier veröffentlicht wurden.

Blick auf den Südpol von Enceladus: Geysire in Aktion!

Blick auf den Südpol von Enceladus: Geysire in Aktion! (NASA, JPL)

Der Besuch bei Enceladus am 21. November war bereits der achte. Cassini passierte den mittlerweile für seine "Tiger Stripes" berühmten Mond diesmal in einer Entfernung von 1600 Kilometern und bei 82 Grad südlicher Breite, was den Forschern einen besonders guten Blick auf die interessante Südpolregion des Mondes mit seinen aktiven Geysiren gewährte (siehe Bild oben). Cassini´s nächstes Ziel ist der Saturnmond Rhea. 



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Rosetta kratzt die Kurve - Bilder vom letzten Erdvorbeiflug

13. November 2009, 09:20

Es ist geschafft. Wie nicht anders zu erwarten war, hat die Kometensonde Rosetta ihren dritten Erdvorbeiflug erfolgreich und in hoher Genauigkeit absolviert. Das erste Trägersignal wurde vor wenigen Minuten von der Bodenstation auf den Kanarischen Inseln überragen. Über die großen Antennen der Bodenstationen in Kalifornien werden in den nächsten Stunden die ersten Bilder von Rosettas Kamera erwartet, darunter Aufnahmen von Berlin und New York.

 Das Bestätigungssignal - Rosetta geht es gut!

Das erste Signal nach dem Swingby - Erleichterung im Kontrollzentrum. Rosetta ist wohlauf und hat jetzt genügend Schwung für Ihren Flug zum Kometen 67P/ Churyumov-Gerasimenko.

Bei diesem dritten Vorbeiflug an der Erde wurde die Raumsonde zum vierten und letzten Mal die Nähe zu einem Planeten für eine Schwerkraftumlenkung (Swing-by) nutzen. Die Kamera der Sonde wird während des Anflugs jede Stunde eine Foto machen, so dass nach 24 Stunden ein kompletter Erdentag im Bild und später auch als Film vorliegen wird.

Durch das Gravitationsmanöver wird Rosetta ausreichend Geschwindigkeit aufnehmen, um die Reise in das äußere Sonnensystem fortsetzen zu können. Dabei ist eine Begegnung mit dem Asteroiden 21 Lutetia im Juli 2010 geplant. Anfang 2011 wird Rosetta für zweieinhalb Jahre in einen Ruhezustand versetzt, um schließlich im Januar 2014 wieder aktiviert zu werden. Erst dann wird Rosetta ihr Ziel, den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko, erreichen. Dort wird sie die Landesonde Philae aussetzen, die vor Ort Untersuchungen der Oberfläche durchführen soll. Rosettas weitere Aufgabe wird es sein, den Kometen auf seiner Reise zur Sonne zu begleiten und ihn dabei in einem Zeitraum von bis zu zwei Jahren gründlich zu erforschen. 
 
Bei ihren letzten Erdbesuch, hat sie seit ihrem Start fast 4,5 Milliarden Kilometer zurückgelegt. Ihre Vorbeifluggeschwindigkeit betrug 13,3 km/s, bei 109° Ost, 8° Süd leicht südlich der indonesischen Insel Java. Durch die Schwerkraftumlenkung wurde die Raumsonde im Verhältnis zur Sonne um 3,6 km/s beschleunigt.

Tiefergehende Informationen zum letzten Vorbeiflug von Rosetta bietet ein ausführlicher Blogbeitrag von Michael Khan.

Weitere Artikel über die Rosetta-Mission und ein Interview mit dem wissenschaftlichen Leiter Paolo Ferri.

Hier ein wunderschönes Bild der teilbeleuchteten Erde (Südamerika und Teile der Antarktis) noch vor dem Flyby. Der Abstand von Rosetta bei dieser Aufnahme betrug 350 000 Kilometer, die Auflösung 6,5 km/pixel.

Ein wunderschönes Bild der teilbeleuchteten Erde (Südamerika und Teile der Antarktis) noch vor dem Flyby. Der Abstand von Rosetta bei dieser Aufnahme betrug 350 000 Kilometer, die Auflösung 6,5 km/pixel. ESA ©2009 MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/RSSD/INTA/UPM/DASP/IDA

 

Der wolkenverhangene nordamerikanische Kontinent, den die Navigationskamera von Rosetta nach dem Flyby in einer Entfernung von 224.000 Kilometer vom Erdzentrum fotografierte.

Der wolkenverhangene nordamerikanische Kontinent, den die Navigationskamera von Rosetta nach dem Flyby in einer Entfernung von 224.000 Kilometer vom Erdzentrum fotografierte.  © ESA

Wolken eines Antizyklons über dem Südpazifik, den Rosetta bei Ihrem Vorbeiflug ablichtete.

Wolken eines Antizyklons über dem Südpazifik, den Rosetta bei Ihrem Vorbeiflug ablichtete. ESA ©2009 MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/RSSD/INTA/UPM/DASP/IDA

Eine Sequenz von Bildern der Osiris-Kamera von Rosetta während des Erdanflugs. Das erste Bild entstand in 1,1 Millionen Kilometern, das näheste in 320.000 Kilometern Distanz.

Bitte auf den schwarzen Kasten klicken! Eine Sequenz von Bildern der Osiris-Kamera von Rosetta während des Erdanflugs. Das erste Bild entstand in 1,1 Millionen Kilometern, das näheste in 320.000 Kilometern Distanz. ESA ©2009 MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/RSSD/INTA/UPM/DASP/IDA



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Eine Raumfahrer-Legende besucht Deutschland

01. Oktober 2009, 18:55

Alexei Leonov mit Übersetzer beim Pressegespräch am ESOC in Darmstadt.

Legendäre Erstleistungen aus den Anfängen der bemannten Raumfahrt, deren Protagonisten heute noch leben, gibt es nicht mehr allzu viele. Umso interessanter, wenn man einem dieser Menschen einmal persönlich begegnet und aus erster Hand das "Abenteuer Weltraumfahrt" nacherleben darf. Wie heute geschehen in Darmstadt am European Space Operations Center (ESOC) der ESA. Kein Geringerer als Alexei Archipowitsch Leonov gab sich da die Ehre, den versammelten Mitarbeitern und Journalisten über seinen bereits im Jahr 1965 erfolgten, ersten Ausstieg eines Menschen in den freien Weltraum zu berichten. (weiter)

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DER BEWEIS!

17. Juli 2009, 20:29

Nun ist es raus! Auf einer Pressekonferenz heute, am 17. Juli 2009, um 14 Uhr Ostküsten-Sommerzeit (20 MESZ) - fast auf den Tag genau vierzig Jahre nach dem Start von Apollo 11 zum Mond - hat die NASA die ersten Bilder des neuen NASA-Mondorbiters LRO vorgestellt, auf denen die Landestellen einiger Apollo-Missionen zu sehen sind. Und weitere Bilder in noch besserer Auflösung (siehe Kommentar von Michael Khan) sollen demnächst folgen...

Apollo 11 Mondmodul, Eagle

Apollo-14-Landingsite

 

Von der Stelle des Landmoduls von Apollo 14 liegt eine ziemlich detaillierte Abbildung in höherer Auflösung vor. Auf ihr sind sogar die Fußspuren der Astronauten zu erkennen:

Apollo 14 detailed view

 

Apollo-15-Landingsite

Apollo-16-Landingsite

Apollo-17-Landingsite

 

Die Landestelle von "Apollo 11" im Mare Tranquillitatis (stark vergrößerter Ausschnitt) (Foto: Nasa/GSFC/Arizona State University):

eagle

 

Auf die künftigen Argumente der Mondverschwörungs-Befürworter darf man gespannt sein!

Quelle: NASA

 

Links: Redshift-Live

         Spektrum-Sonderseite



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OasISS-Mission erfolgreich gestartet

27. Mai 2009, 12:57

Frank de Winne

OasisDer ESA-Astronaut Frank De Winne ist heute (Mittwoch) mit einer Sojus-Trägerrakete zur Internationalen Raumstation (ISS) gestartet. Der Start um 12:34 Uhr vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan funktionierte problemlos. De Winne wird sechs Monate an Bord der ISS bleiben, um zu forschen und sich um den Betrieb von Roboterarmen zu kümmern. (weiter)

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Herschel und Planck erfolgreich gestartet

14. Mai 2009, 16:30

Erfolgreicher Start der Herschel/Planck-Mission in Kourou/ Französisch-Guyana
BN: ESA-CNES-Arianespace / Optique Vidéo du CSG

 BN: ESA-CNES-Arianespace / Optique Vidéo du CSG

Vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana sind beide ESA-Forschungssatelliten Herschel und Planck heute erfolgreich ins All gestartet.
Bei bestem Startwetter legte der Ariane-5 ECA-Launcher mit den beiden Satelliten einen Bilderbuchstart hin. Schon vierzig Minuten nach dem Start empfingen die Bodenstationen Funksignale der beiden erfolgreich ausgesetzten Satelliten.

Links zu aktuellen Artikeln:

Redshift-live.com

Sterne und Weltraum

Sonderseite Astronomie-heute



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Yuris Night in Wien - ein Festival der Premieren

15. April 2009, 10:14


Yuri Gagarin, der erste Mensch im Weltraum

Weltweit feiern Raumfahrt-Enthusiasten jedes Jahr am 12. April den Jahrestag des ersten Weltraumfluges von Yuri Gagarin. Neben vielen anderen Veranstaltungen und Parties fand im Schikaneder-Kino in Wien eine besondere Premieren-Veranstaltung aus Anlass des 48. Jahrestages des ersten Raumfluges statt: Auf der vom Internetportal "Der Orion" organisierten Veranstaltung stellte der Nachwuchs-Filmemacher Sebastian Voltmer seinen Film „Wiederkehr des Mars“ zum ersten Mal in der Öffentlichkeit vor. (weiter)

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ESA-Forscher stellen Lösung des Weltraummüll-Problems vor

01. April 2009, 16:06

Der neue Satellite Garbage-GOCE
Der neue Satellit "Garbage-GOCE" in einer heute in Darmstadt vorgestellten Projektstudie (BN: Matthias Emde)

Seit Montag sitzen über 300 Experten im Darmstädter Weltraum-Kontrollzentrum der ESA zusammen und diskutieren, was die Menschheit gegen die zunehmende Menge an Weltraumschrott in der Erdumlaufbahn tun kann. Nach Einschätzung so mancher Forscher könnte sogar der reguläre Raumfahrtbetrieb in einigen Jahren ganz zum Erliegen kommen, wenn bis dahin keine Lösung für das Problem des zunehmenden Weltraummülls gefunden wird. Am vorletzten Tag der Konferenz gab es nun einen Vorschlag, der das Problem schon in naher Zukunft mit Hilfe eines neuen Satelliten lösen soll. (weiter)

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astronomie heute
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